Nachhaltiger Konsum

Quelle: Dreamstime.com © Robert Magorien

Ethisch vertretbares, bzw. nachhaltiges Konsumverhalten scheint im Bereich der Nachhaltigkeit einen immer höheren Stellenwert zu erlangen – denn die Macht der Kaufenden wird neben sich ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen als essenzieller Teil zur Veränderung des derzeitigen Wirtschaftssystems gesehen.

Konsumenten würden nicht nur eine wichtige Rolle mit ihrer Kaufentscheidung treffen, sondern damit auch einen sozialen Wandel mitgestalten: „[It] emphasizes the authority of the consumer as an agent who is potentially able to contribute directly to broader social chance through a variety of actions, both through and beyond consumption.” Dennoch muss festgehalten werden, dass Menschen zwar durch ihr Konsumverhalten Trends setzen, jedoch auch durch bestimmte Konsummuster beinflussbar werden.

Ob getätigte Kaufentscheidungen tatsächlich ihren Beitrag zu globalen, sozialen und ökologischen Fragen leisten können, wird derzeit noch konträr diskutiert. Jedoch können Menschen durch gezielte Produkt-Nachfragen eines Unternehmens, das eine Vorreiterrolle, etwa bei nachhaltig produzierten Bioprodukten eingenommen hat, unterstützen. Wodurch sich manch Kritiker berechtigterweise die Frage stellt, ob sozial korrektes Verhalten künftig kaufbar sein wird. Zumal durch diverse Güte- und Fairtrade-Siegel, bei Konsumenten ein „feel-good factor“ ausgelöst wird, besonders dann, wenn mit diesen gekennzeichneten Produkten, positive Gefühle und Bilder transportiert werden.

Öffentlich gesetzte Themenschwerpunkte würden das Kaufverhalten zusätzlich beeinflussen. Wenngleich über die Konsummacht der Menschen unterschiedliche Auffassungen herrschen, sind sich viele Experten darin einig, dass Kaufentscheidungen einen gewissen Druck ausüben können. KonsumentInnen wären sich ihrer Macht immer mehr bewusst, jedoch würden nachhaltig motivierte Kaufentscheidungen nur einen sehr geringen Prozentsatz aller Einkäufe ausmachen. Dieser geringe Anteil stelle zudem eine unorganisierte Masse dar, wodurch diese auch nicht messbar sei.

„Der so genannte politische Konsum, der von verschiedenen Stellen gefordert wird, bedarf beispielsweise Organisationen wie foodwatch, die für das Recht der KonsumentInnen kämpft und Irreführungen rund um die Lebensmittelindustrie aufdeckt.“

Über Sylvia Gerstl
Ich wurde 1988 in Wien geboren, begann nach der Matura 2006 mit einem Publizistik und Kommunikationswissenschafts-Studium an der Universität Wien. Derzeit bin ich mit meiner Diplomarbeit über Nachhaltigkeitskommunikation beschäftigt. Während meines Studiums habe ich als freie Mitarbeiterin bei LIVE – das Starmagazin der Kronen Zeitung gearbeitet.
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  • nachtigallfan

    Gut, der Konsument hat eine gewisse Macht durch sein Konsumverhalten.
    Nur werden leider viele Kaufentscheidungen erst im Supermarkt getroffen.
    So hat man herausgefunden, daß ca. 70% der Waren ungeplant eingekauft wurden.
    Selbst wenn man also z.B. weiß, daß es in 2-3 Wochen heimische Frühkartoffeln gibt – wenn ich heute solche aus Ägypten sehe, könnte ich dennoch verleitet werden, sie zu kaufen.

    Dabei wird ja auch geschickt alles unternommen, daß dem Kunden nicht bewußt wird, woher die Kartoffeln stammen. Da findet man dann z.B. nur „Abgepackt in Hamburg“. Und nur sehr klein steht hinter Herkunft „Ägypten“, so daß der eilige Kunde, sofern er sich überhaupt halbwegs interessiert die Informationen durchliest, es oft übersieht.

    Jetzt gibt es z.B. auch nur Frühlingszwiebeln aus Ägypten oder Marokko. Muß ich Frühlingszwiebeln aus Ägypten/Marokko kaufen, wenn es normale Zwiebeln aus der Region gibt? Können diese die Frühlingszwiebeln nicht ersetzen?

    Ich habe auch schon an (nach-)mittägliche Ratgebersendungen geschrieben, die auch Kochrezepte vorstellen, warum sie nicht Rezepte passend zur Jahreszeit präsentieren. Wennn es darum ginge, regional und saisonal zu kochen, müßte irgendwer doch mal als Beispiel vorangehen. Warum dann nicht solche Sendungen, die von einigen Hunderttausend Leuten gesehen werden?

    Oder warum werde in solchen Sendungen empfohlen, daß man zweimal die Woche Fisch essen solle, obwohl jetzt schon die Meere leergefischt sind?
    Ist die Meldung der leergefischten Meere nicht mehr als eine Meldung wie „in China ist ein Sack Reis umgefallen“? Sollte eine solche Meldung nicht Konsequenzen nach sich ziehen? Es wird zwar immer gesagt, man dürfe nicht mehr so viel Fisch essen (und wenn, dann nur den richtigen, noch nicht überfischten, so wie Heringe), aber bei konkreten Rezepten wird darauf keine Rücksicht genommen.
    Gerade die Medien müßten viel mehr und dann passend zur Situation, darauf eingehen. Wie sollen sonst die Leute darauf hingewiesen werden?

    Viele glauben ja, nachhaltiger Konsum sei Konsumverzicht und öde.
    Wenn man aber eine TV-Serie um 20:15 Uhr starten würde, bei der man z.B. zwei Familien hat, eine, die auf nachhaltigen Konsum setzt und eine andere, die lebt wie die meisten im Lande, und man zeigt, daß man mit nachhaltigem Konsum auch gut leben kann, wäre das vielleicht die einzig sinnvolle Art, möglichst viele Leute zu ereichen, weil dann die meisten Leute vorm Fernseher sitzen.

    Oder eine „Lindenstraße“ mit nachhaltigem Konsum.
    Man müßte den Leuten jedenfalls Beispiele präsentieren, wie so etwas aussehen könnte. Nur das rein Theoretische „man müßte …“ und „man sollte …“ reicht dazu nicht.
    Dabei sollte man aber nicht explizit von nachhaltigem Konsum sprechen, sondern dies nur einfach als richtiges Verhalten darstellen, weil sonst einige Leute aufgrund des Themas ab- oder umschalten werden.