Unsere Erfolgsgeschichte?

Quelle: Dreamstime.com © Alexey Kryuchkov

Hunger hier, ungesund Fettleibige dort:  Mehr als eine Milliarde kritisch Unterernährter stehen nochmal so viele krankhaft Dicke gegenüber. Diese geben für Abmagerungskuren, Schlankheitspillen und Fettabsaugungen mehr Geld aus, als insgesamt für die Bekämpfung des Hungers auf der Welt zur Verfügung steht.  Eine Milliarde Menschen leben in Slums, und zugleich nimmt die Zahl der Millionäre und Milliardäre weiter zu!

85% von all dem, was auf der Welt mit Geld bemessen werden kann, wird von nur 18% der Weltbevölkerung besessen.

Längst gehören nicht nur die Ärmsten zu den globalen Verlierern, sondern auch der sogenannte Mittelstand – und gerade dieser beginnt nun, von „Nachhaltigkeit“ zu sprechen.

Der Planet ächzt aus allen Fugen. Staatschefs unterschrieben gut gemeinte Milleniumsdeklarationen und delegierten dann die Aufgabe an „die Wirtschaft“, die – unter den geltenden Rahmenbedingungen – dieser Aufgabe niemals gewachsen sein kann.

Andere müssen weniger verbrauchen

Der heutige Lebensstandard ist nur möglich, weil ihn die meisten gar nicht haben. Die meisten Menschen werden „unseren“ Lebensstandard nie haben können, weil die Erde leider zu klein dafür ist.

In der angstvollen Debatte über die weitere Entwicklung Chinas und Indiens klingt das bereits durch. Wenn dort pro Kopf so viele Autos wären wie bei uns … zweifelsfrei apokalyptisch! Doch nicht Indien verbraucht zu viele Ressourcen.

Wir sind es, die sich ändern müssen, einschränken müssen in unserem Ressourcen- und Energiehunger.

 

Das beste Maß dafür, wie sehr wir über die Verhältnisse wirtschaften, gibt uns der ökologische Fußabdruck, kurz Footprint genannt.

Über Wolfgang Pekny
Wolfgang Pekny, Jahrgang 1956. 1975 bis 1982 Studium der Chemie und Biologe an der Universität Wien. 82-87 Dissertation über evolutionstheoretische Fragen an Tiefseemollusken. Zugleich ab 1974 im Umweltschutz engagiert; theoretisch, politisch und aktivistisch. 1987 -2008 hauptberuflich für Greenpeace als Kampagnenleiter, Querdenker und Think-Tank in führenden Positionen national wie international tätig. Spezialist für Biodiversität, „global commons“, Völkerrecht, Ökobilanzen, Ökologischer Fußabdruck und „Fair Future“. Seit 2007 Geschäftsführer der von ihm begründeten Plattform Footprint und Obmann der „Initiative Zivilgesellschaft“.
Dieser Beitrag wurde unter Nachhaltiger Lebensstil, Natur- und Umweltschutz, Pioniere abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
  • Volle Zustimmung: „Wir sind es, die sich ändern müssen, einschränken müssen in unserem Ressourcen- und Energiehunger.“

    Fragt sich nur, wie wir das unseren Mitmenschen beibringen können. Wir leben zwar in einem der reichsten Länder der Welt (und auch unsere Armen zählen zu den reichsten Armen der Welt), aber die öffentliche Diskussion dominiert die „Armut in Österreich“ anstatt der „Überfluss in Österreich“ (den man z. B. in den Mülltonnen – leider auch von armen Haushalten – feststellen kann).