PROSIT NEUJAHR!

Silvester

Also zuerst einmal ein herzliches PROSIT Neujahr für 2013! Ich hoffe, Sie sind gut „gerutscht“! Nehmen Sie das aber nicht wörtlich! Rutsch kommt nämlich vom hebräischen Wort „rosch“, das in der Übersetzung „Anfang“ bedeutet.

Der 31. Dezember ist eigentlich jener Tag im Jahr, an dem der Aberglaube am meisten verbreitet ist. Bestimmte Symbole und Bräuche zum Jahreswechsel sollen Glück bringen und haben in Österreich eine lange Tradition. Leider lässt sich der genaue Ursprung so mancher Bräuche nicht mehr genau bestimmen, aber für Glückssymbole wird doch sehr tief in die Tasche gegriffen.

Die bevorzugten Symbole des Glücks

Schwein, Rauchfangkehrer, Kleeblatt oder Hufeisen gehören zu den Glückssymbolen, die zu Silvester verschenkt werden. Um Glück und Freude zu bringen werden diese Symbole als kleine Figuren aus Schokolade bzw. Marzipan weitergegeben – sozusagen das Glück zum Essen. Aber das Glück gibt es auch aus Kunststoff oder Porzellan zum Verschenken.

Schwein: Das Schwein bringt sprichwörtlich Glück. Es ist schon seit der Antike ein Symbol für Fruchtbarkeit und steht für Wohlstand und Reichtum. Der Volksglaube sagt auch, dass zum Jahreswechsel Schwein gegessen werden soll, will man im nächsten Jahr Glück haben. So steht bei vielen im ländlichen Raum am 31. Dezember ein „Sauschädl“ auf dem Tisch.

 

Rauchfangkehrer: In früherer Zeit, war alles Leben im Haus, zumeist in der Küche.  Wenn da einmal der Kamin nicht zog, konnte weder gekocht noch geheizt werden – der Rauchfang war verstopft! Der Rauchfangkehrer galt damals als „Retter in der Not“ und mit der Reinigung kam das „Glück“ zurück.

Vierblättriges Kleeblatt: Es gilt nur als glücksbringend, wenn es zufällig gefunden wurde. Absichtlich suchen bzw. basteln gilt nicht als Glücksbringer, auch wenn es gute Bastelanleitungen gibt. Die Seltenheit des vierblättrigen Kleeblatts erklärt damit auch die glücksbringende Kraft. Seine Rolle als Glücksbringer hängt auch mit dem Kreuz zusammen, das man auf einem vierblättrigen Kleeblatt erkennen kann.

Hufeisen: Schon seit die Griechen das Beschlagen der Pferde mit Hufeisen erfunden haben, gilt es auch bei anderen Völkern als Symbol fürs Glück. Das Hufeisen wird angebracht, um Haus und Hof zu beschützen und Fremden den Einlass zu verwehren. Verschiedene Sichtweisen gibt es zur richtigen Aufhängung des Hufeisens. Eine besagt, dass nur bei u-förmiger Aufhängung das Glück nicht „herausfallen“ kann.

Marienkäfer: Dieser hat, wie der Name bereits verrät, einen religiösen Ursprung. So gilt der Marienkäfer als Himmelsbote der Mutter Gottes, der Kindern Schutz und Kranken Heilung bringen soll. Unglück droht hingegen jenem, der einen Marienkäfer tötet.

Glückspilz: Warum gerade der giftige Fliegenpilz zu den Glückssymbolen gilt, ist nicht so leicht zu erklären. Er ist weder selten noch kostbar. Trotzdem galt er den Germanen als heilig. Vielleicht ist die Verehrung in Zusammenhang mit den Rauschzuständen zu sehen, die ein Fliegenpilz auslösen kann.

Glücksgroschen: Wer eine Münze verschenkt, wünscht dem Empfänger, dass ihm das Geld nicht ausgeht. Schließlich liegt schon im Kleinen der Ursprung für das Große.

Die Bezeichnung „Silvester“ für den Jahreswechsel geht auf den gleichnamigen, Papst zurück, der am 31. Dezember 355 n.Chr. in Rom verstorben ist. Das Neujahrsfest ist aber kein religiöses, sondern ein weltliches Fest mit langer Tradition. Schon die alten Römer waren bekannt für ihre Gelage zum Jahreswechsel. Zu den ältesten Bräuchen in der Silvesternacht gehört das Krachmachen. Während heutzutage um Mitternacht die Feuerwerkskörper und Korken knallen, glaubten die Germanen, mit viel Lärm und Gepolter böse Geister vertreiben zu können.

Wie der Heilige Abend und die Nacht zu den Heiligen Drei Königen, gehört Silvester auch zu den Rau- bzw. Rauchnächten, die über eine hohe mythologische Bedeutung verfügen. Eine althergebrachte, ländliche Tradition ist das „Räuchern“. Für Segen und Schutz werden Haus und Hof mit Weihrauch ausgeräuchert. Eine der zahlreichen Regeln, die für diese Nächte überliefert sind, besagt, dass zur Vermeidung von Unglück keine nasse Wäsche aufgehängt werden darf.

An diesem Tag wird auch gerne ein Blick in die Zukunft gewagt. Besonders verbreitet ist das Bleigießen, bei dem ein Stück Blei über einer brennenden Kerze geschmolzen und dann in ein Gefäß mit Wasser gegossen wird. Dabei entstehen bizarre Figuren, die unterschiedliche Deutungen zulassen, was im neuen Jahr passieren könnte. Ein Kreuz deutet auf einen möglichen Todesfall hin, ein Fisch steht für Glück und eine Leiter für eine Beförderung.

Wer zu Silvester einen Linsensalat verspeist, braucht sich im neuen Jahr keine finanziellen Sorgen zu machen. Die Hülsenfrüchte symbolisieren nämlich Reichtum und Geld. Auch Sauerkraut wird als geldbringend angesehen. Auch der Silvesterkarpfen ist weit verbreitet. Steckt man sich eine Schuppe von diesem ins Geldbörsel, darf sich die Familie im neuen Jahr über Geldsegen freuen. Der Volksmund sagt auch, dass man zu Neujahr kein Geflügel verspeisen sollte, damit das Glück nicht davonfliegt.

Über Gerald Pichowetz
Geboren: Ja, in Wien ———– Am liebsten: in der Steiermark ———– Schulen: Zwangsläufig———– Ausbildung: Mehrere ———– Beruf: Schauspieler und Theaterdirektor ———– Hobby: Modelleisenbahn
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