Warum nach-? Lasst uns vorhaltig sein!

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Der Mann einer lieben Freundin sagte kürzlich zu mir: „Warum denn immer Nach-, es sollte Vorhaltigkeit heißen?“

Haben Sie schon einmal einen Magneten in die Nähe feiner Eisenspäne gebracht? Ist Ihnen dabei aufgefallen, dass ganz zu Beginn einige wenige Späne sich vor allen anderen ausrichten?

Dieses schöne Bild der Eisenspäne, die sich vor allen anderen bewegen, zeichnete der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa 2011 in einem Interview in Wien. Gleich darauf verglich er die Eisenspäne mit den Pionieren auf dieser Welt, die Veränderungen schon vor allen anderen spüren und in Zeiten des Widerstands ihre Überzeugung leben. Jeder Pionier, sei es eine Pflanze, die neue Lebensräume besiedelt oder ein Mensch, der ein schwieriges Lebensziel verfolgt, muss extremen Bedingungen standhalten.

Immer wieder eckt man an, stößt auf Ablehnung. Sei es in einem Hotel, wo man um Freilandeier bittet, im Restaurant, wenn man nach österreichischem Süßwasserfisch fragt, bei Freunden, wenn man sagt, dass man kein Fleisch isst und und und

Ihr wisst bestimmt genauso viele Anekdoten wie ich… So oft wird man schief angeschaut, belächelt, fühlt sich verkehrt, verrückt, und doch spürt man, dass man in diese Richtung gezogen wird, und garnicht anders kann.

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Bei dieser riesen Welle an Unverständnis, die einem oft entgegenschlägt, kommt es schon einmal vor, dass man verzweifelt, sich unwohl und als Außenseiter fühlt.

Jedoch wie sich die Sonnenblume zur Sonne wendet, wenden sich immer mehr Menschen dem Positiven auf dieser Welt zu und mein Versuch ethisch korrekt zu leben, fällt mir immer leichter und stößt und immer mehr auf Zustimmung. Es wurde für mich zur Gewohnheit mit dem Fahrrad einkaufen zu fahren, ein eigenes Sackerl dabei zu haben, das Plastiksackerl bei der Kassa zurückzugeben, und mich, stets wenn möglich biologisch, regional und saisonal zu ernähren.

Unlängst sagte mein Vater zu mir: „Du weißt, was für ein Zweifler ich war, aber die Bio- Produkte schmecken einfach wirklich besser!“

Es heißt , die Familie zu überzeugen, sei das schwerste, und doch ist es geglückt!

© Isabell Riedl

Wo ich hinsehe, bewegen sich die Späne, wo ich hinkomme, treffe ich auf bewusst lebende Menschen. Ich verzweifle und zweifle nicht, die Welt IST im Wandel – damit meine ich aber nicht nur das Klima, sondern vor allem das Bewusstsein der Menschheit.

Demnächst wird der Magnet nah genug sein, und alle Späne werden sich ruckartig ausrichten! Lasst uns gemeinsam VORhaltig sein! Es ist in keiner Weise ein Sich-Quälen mehr, sondern es bringt Lebensqualität!

Über Isabell Riedl
Die Natur hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Spätestens als ich aufgrund der Schönheit eines Tieres zu Tränen gerührt war, wusste ich, dass es meine Aufgabe ist, diese Welt und ihre Schönheit zu bewahren. Im Zuge meines Ökologiestudiums lebte ich 2 Jahre in Costa Rica, wo ich dessen Vogelwelt erforschte. Seit Mai 2012 arbeite ich nun bei der Werner Lampert Beratungs GmbH im Bereich der Nachhaltigkeit und verwalte unter anderem diesen Blog. Seit 2016 versuche ich diese Welt für mein Kind Ruben noch mehr zu schützen.
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  • d

    Nicht zu verzweifeln ist oft schwerer als man denkt. Der Artikel ist echt Bemerkenswert. lg d

  • wlb_Riedl

    Dankeschön! :)