Wie (a)sozial ist deine Bank?

Quelle: Dreamstime.com © Radu Razvan Gheorghe

Banken haben es diese Tage wirklich nicht einfach. Neben verschärften Richtlinien hinsichtlich Eigenkapital und Transparenz, fordert die junge Banking-Generation nun die bedingungslose Solidarität von Geldhäusern ein. Banker müssen damit den schwierigen Spagat zwischen konservativen Finanzgeschäften und dem neu entstehenden Online-Entertainment Trend meistern. Doch kann eine Bank wirklich ein Freund sein?

Unter dem Motto Social-Banking 2.0 versprechen zahlreiche Finanzinstitutionen nicht weniger als eine bedingungslose Freundschaft und innovative Beratung zu gleichen Teilen. Die konventionelle Betrachtung des Sparers als Kunde wird dabei plakativ vermieden. Es werden schließlich nicht nur einfache Bausparverträge, Girokonten oder Versicherungen verkauft, sondern vielmehr ein neues Lebensgefühl transportiert. Anhänger dieser neuen Banking-Philosophie begreifen sich damit als Teil einer exklusiven virtuellen Community, die Wegbereiter für eine neue Finanz-Ära ist.

Die exakte Eingrenzung dieses Themas ist dabei äußerst schwierig, zumal nicht einmal eine exakte Begriffsdefinition vorliegt. Vielfach wird der Begriff mit den Themen Verantwortung, Transparenz und Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht. Durch die ansteigende Macht der sozialen Netzwerke und des intensiven Dialogs der Mitglieder, werden Prozesse und Produkte transparenter und vergleichbarer. Die zu Grunde liegende Financial Community fordert dabei immer häufiger aber auch Aspekte der Ethik und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Banken reagieren darauf äußerst nervös und verunsichert. Nicht selten werden damit schlecht durchdachte Social-Media Konzepte ohne Testphase ins Leben gerufen. Das gelebte Motto „Hauptsache dabei!“ führte in der jüngsten Vergangenheit nicht selten zu einer Online-Katastrophe.


Community-Banking am Beispiel der Fidor-Bank / © Dennis Howlett

Die unzureichende Umsetzung von Social-Banking Konzepten vieler Institutionen darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich dabei grundsätzlich um einen interessanten Ansatz handelt, nachhaltige Beziehungen zwischen Finanzinstitutionen und der zu Grunde liegenden Community aufzubauen. Die Bank tritt dabei in einen permanenten Dialog mit dem Kunden und forciert auf diese Weise einen verantwortungsvolleren Umgang mit Geld- und Kreditgeschäften. Banken dürfen in dieser Hinsicht Social-Media nicht als bloßes PR- Instrument betrachten, sondern vielmehr als einen Ort der Innovation und Kollaboration.

Weiterführende Links:

Institute for Social Banking

Wikipedia Eintrag

Fidor Bank

Ventura Community Bank

CommunityBank

Über Sebastian Naderer
Sebastian Naderer ist Co-Initiator von financeNEXT und begleitet nationale wie internationale Unternehmen und Organisationen im strategischen Umgang mit Schlüsseltrends (z.B. Crowdfinance, E-Payment) der Veränderung. Naderer studierte in Österreich, Deutschland und den USA und hat neben seinem Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Johannes Kepler Universität die Berufsausbildung zum diplomierten Börsenhändler sowie zum EUREX-Clearer an den Börsen Wien, Frankfurt und Zürich absolviert. Er hält einen Master in Public-Relations und integrierter Kommunikation sowie einen MBA in Communication & Leadership.
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