Warum wir die Zigarette auf den Boden werfen

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Unbestritten wächst bei vielen Menschen in Europa das Bedürfnis nach einer naturfreundlicheren Lebensweise.

Durch große, andauernde  Medienpräsenz wird eine breite Masse für dieses Thema sensibilisiert.

Die Wirtschaft hat den Markt längst erkannt, ist auf den Öko-Zug aufgesprungen, es locken hohe Renditen und staatliche Förderungen. In den letzten 10 Jahren sind unzählige Firmen und Tochterfirmen entstanden, teils mit spannenden Ideen und Konzepten, teils aber solche die hauptsächlich die Farbe Grün tragen, jedoch wenig für die Allgemeinheit beitragen, bzw. nicht wirklich nachhaltig sind.

Kurz, das Bewusstsein, die Aufmerksamkeit ist da, warum also werfen wir die Kippe dann immer noch mehrheitlich auf den Boden? Warum fällt es uns so schwer einen kleinen Beitrag zu leisten?

(Um keine Unklarheiten zu erzeugen, ich will mich nicht über Littering beklagen und dies diskutieren, die Zigarette repräsentiert hier vielmehr Gedankenlosigkeiten unseren Lebensraum betreffend ganz allgemein. ;))

Wenn man über den Begriff Nachhaltigkeit und seine Bedeutung nachforscht , wird schnell klar, dass er im Zusammenhang mit Umweltschutz und Landwirtschaft erst seit der jüngeren Vergangenheit benutzt wird. Und so komme ich auch auf meine Antwort, die weder neu ist, noch eine Sensation ist, aber meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Über Tausende Jahre gewachsene Erfahrungen vieler Generationen und die geprägten Instinkte leben in uns weiter, egal ob wir uns in 20 Jahren von tragbaren Telefonzellen zum iPhone 5 „entwickeln“ oder nicht.

Wir können uns von unseren Instinkten ablenken, sie betäuben, oder in dem Glauben leben, sie mit dem Verstand zu kontrollieren, das aber führt zu Stress und schlechtem Gewissen.

Unser Instinkt sagt, die Natur ist der Feind, jeder gefällter Baum ist ein Sieg, jeder erlegte Luchs ein Triumph. Das gilt auch für Menschen, die schon Generationen in einem städtischen Umfeld leben, es steckt in uns Allen.

Ich meine, man muss sich über diese unbewussten Dinge klar sein, und im Idealfall jeder Generation die Wichtigkeit regenerierter, erhaltener Natur und Ressourcen näherbringen und gleichzeitig versuchen den eigenen Schweinehund zu bezähmen.

Vor allem aber sollten wir kein allzu großes schlechtes Gewissen haben, wenn wir uns nicht immer nachhaltig verhalten. Wer sich schlecht fühlt (schlechtes Gewissen, mittlerweile ein klassisches Marketingtool) denkt zwar viel nach, verändert aber wenig.

Ich plädiere für mehr Zeit in der Natur für ALLE, vor allem Kinder, sowie eine ordentliche Portion generationsübergreifender Geduld! So können  wir uns relativ sicher sein, dass wir diesen unseren Lebensraum erhalten und eine sichere Zukunft für die folgenden Generationen schaffen, in welcher die Zigaretten wie von selbst im Aschenbecher landen.

Über Karl Wrenkh
Karl (geboren 1987 in Wien) Wrenkh wurde neben der Schule von seinem Vater im Kochen ausgebildet und leitet mit seinem Bruder seit 2009 das Restaurant »Wrenkh« und den »Wiener Kochsalon« in Wien. Ihre Kompetenz wird immer häufiger im Fernsehen nachgefragt.
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