Sauer EI – Bio ist besser

Eier

Die Lebensmittelskandale der letzten Wochen lassen aufhorchen. Der Pferdefleischskandal, der sich zu einer wunderbaren Grundlage für eine Vielzahl an Witzen entwickelt hat, so viele, dass mancher eins diese nicht mehr hören kann…

wenn doch manche sehr erheiternd sind. Schließlich hörte ich letztens in den Nachrichten, dass auch Holzspäne im Faschierten gefunden wurden, welche wohl von einem Schaukelpferd stammen…

Uns allen muss bewusst sein, dass bei Mini-Preisen für Fleisch keine Qualität garantiert werden kann. Werner Lampert äußert sich in der Presse dazu sehr kritisch: „Es gibt kein billiges Fleisch. Für billige Lebensmittel bezahlt immer irgendwer die Zeche.“ Für ihn ist VERTRAUEN das Kapital der Zukunft. Nur ein faires, kooperatives und transparentes Handeln öffnet uns eine lebenswerte Zukunft.

Der neue Skandal, den Werner Lampert bei seinem letzten Interview vorausgesagt hat, ist wohl der Bio-Eierskandal.

Der „Bio“-Eierskandal, der kein Bioskandal ist! Utopia berichtet in einem spannenden Beitrag über die bewusste Falschmeldung der Medien. Dort heißt es: „Christian Meyer, der niedersächsische Landwirtschaftsminister äußerte gegenüber Utopia, dass es noch keine genauen Zahlen bezüglich der Haltungsarten gebe. Es seien wohl einige Bio-Höfe betroffen, aber in großer Mehrheit konventionelle Betriebe mit Freilandhaltung in den Skandal verwickelt.“

KonsumentInnen werden bewusst getäuscht um Profit zu schlagen. Eine Anektdote am Rande zur Kundentäuschung:

Nestlé wirbt derzeit mit ihren Fitness Vollkorn Flakes, denn sie enhalten jetzt nur noch 9g Zucker pro Portion. Dass eine Portion 30 g beträgt, somit der Zucker ein Drittel der Speise ausmacht, wird dabei ganz klein gedruckt. Sogar in einem Familienmagazin schalten sie dazu eine bezahlte Anzeige und werben mit ihrem Produkt für ausgewogene Ernährung.

In einer Stellungnahme zu diesem Werbegag meint Nestlé im KONSUMENT: „Bei der Verpackungsgestaltung haben wir eine „normale, fitte Frau“ darstellen wollen und es ist unserer Meinung nach einwandfrei erkennbar, dass es sich bei unseren Fitness Cerealien um kein Produkt zur Gewichtsreduktion handelt.“

Ob das jeder weiß? KonsumentInnen, die Bio konsumieren, kaufen oftmals bewusster ein und erwarten zurecht, dass die Versprechen von Qualitätslebensmitteln eingehalten werden. Negative Berichte über Bio fallen daher auf fruchtbaren Boden.

Letztes Jahr im Herbst war es die Stanford- Studie, die anscheinend belegte, dass Bio- Gemüse nicht gesünder als konventionelles sei. Allein das Risiko Pflanzenschutzmittel zu sich zu nehmen sei herabgesetzt. Die Forscher seien sogar selbst erstaunt über die Ergebnisse gewesen.

Die kritischen Stimmen vieler Ernährungwissenschafter fielen leider viel leiser aus und gingen schlussendlich unter. Diese weisen darauf hin, dass für die Stanford-Studie jene Inhaltsstoffe geprüft wurden, bei denen der Unterschied tatsächlich sehr gering ist. Andere hingegen fehlen.

Außerdem fanden sie einen eindeutigen Fehler: Statt des tatsächlich untersuchten Flavanols (für die Gesundheit uninteressant) schrieben sie Flavonol, welches in Biogemüse laut vieler Studien vermehrt zu finden ist und eine gesundheitsfördernde Wirkung haben soll. Wie konnte ein so gravierender Fehler den Reviewern, die für die Überprüfung der Korrektheit einer Studie verantwortlich sind, entgehen?

ParadeiserWie wird es wohl der neu erschienenen Studie der brasilianischen Universidade Federal do Ceará in Kooperation mit einer französischen Universität ergehen? Wird man überall davon hören?

ORF online berichtete am 21.2.2013 davon, seither ist es ziemlich ruhig.

Diese Forscher fanden durchaus einen deutlichen Unterschied zwischen konventionellen und biologisch angebauten Paradeisern. Die biologischen Früchte hatten eine erheblich bessere Qualität. So fanden sich mehr lösliche Feststoffe und Phytochemikalien wie Vitamin C (bis zu 57% höher) und Phenole, welche wichtige Geschmacksträger sind als in konventionell angebauten. (Die komplette Studie online auf PLOS One)

Hinterfragen wir nicht, warum die Medien sich immer auf Negativnachrichten stürzen und besonders gerne, wenn es um Bio geht. Das Leben ist zu kurz um sich zu ärgern und zu kurz für schlechte Lebensmittel!

Über Isabell Riedl
Die Natur hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Spätestens als ich aufgrund der Schönheit eines Tieres zu Tränen gerührt war, wusste ich, dass es meine Aufgabe ist, diese Welt und ihre Schönheit zu bewahren. Im Zuge meines Ökologiestudiums lebte ich 2 Jahre in Costa Rica, wo ich dessen Vogelwelt erforschte. Seit Mai 2012 arbeite ich nun bei der Werner Lampert Beratungs GmbH im Bereich der Nachhaltigkeit und verwalte unter anderem diesen Blog. Seit 2016 versuche ich diese Welt für mein Kind Ruben noch mehr zu schützen.
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  • Stiftung Lebenshof

    immer wieder Skandale, nur wo bleiben die Konsequenzen?

    hier unsere Sicht als deutscher Bioland-Betrieb:

    ja wir staunen auch, daß wir einsame Rufer in der Wüste sind.

    Der Verbraucher will regionale und transparente Produkte, mit Tierwohl verbunden und biologisch erzeugt. Und keiner greift diese Chance auf und setzt es um.

    Es gibt gute Ansätze z.B. für Transparenz bei http://www.facebook.com/zurueckzumursprung oder für Tierwohl bei http://www.kagfreiland.ch/ bzw. für Regionales bei http://biokreis.de/regional_fair.php

    Bioland will lieber 2 Millionen Gurken für Edeka liefern oder es soll Andechser Joghurt in jedem Laden der Republik stehen, gemacht aus Milch hornloser Kühe, die mit Silage und jeder Menge Getreide vollgestopft werden.

    Wir sind eine gaaaanz kleine Stiftung, die eigentlich Gnadenbrot für ältere Nutztiere organisiert und sollen jetzt die grossen Bioverbände zum umdenken bringen?

    Naja an Dickköpfigkeit und Mut, sowie an etwas Fachwissen fehlt es uns nicht.

    Manchmal hilft auch der ganz normale Menschenverstand, das Gefühl sagt dann jedem, es kann nicht gut sein 12.000 Hühner auf einmal zu halten und in den Bioland-Erdbeerjoghurt gehören keine Erdbeeren aus der Türkei rein und chinesische Sonnenblumenkerne haben in meinem Demeter-Brot nichts verloren…