Rückbesinnung der Architektur auf einen minimalen Energieverbrauch

Mann lehnt mit einem Arm an einem Baum im Wald

… oder: was ich von meinen Großeltern gelernt habe!

Der gebaute Raum ist das Umfeld in dem wir leben. Dieses Umfeld lebenswert zu gestalten, aber auch zu bewahren ist das Ziel meiner Bestrebungen als Architekt (http://www.pichlerarchitekten.at).

Aufgewachsen im waldreichsten Bundesland Österreichs und als Kind geprägt von der ersten Energiekrise 1972, beeinflusst rückblickend die einfache Lebensweise meiner Großeltern immer stärker mein architektonisches Handeln.
Als Selbstversorger lebten sie in einem funktionalen Gebäude, welches über Generationen die beste räumliche Lösung war. Menschen und Tiere, Arbeiten und Wohnen an einem Ort komprimiert. Sie pflanzten, was sie zum Leben benötigten, pflegten ihre Ressourcen und warfen nichts weg – alles hatte zumindest noch den Heizwert.

Ihr Energieverbrauch war minimal, sie lebten nicht über ihre Verhältnisse, die benötigte Energie kam hauptsächlich aus Tier- und Menschenkraft und nicht aus fossilen Quellen.

ÖsterreicherInnen verbrauchen die Ressourcen von 3 Planeten

Heutzutage leben wir energetisch weit über unsere Verhältnisse, werfen wertvolle Rohstoffe weg und geben die fossile Energie mit vollen Händen aus. Heute verbraucht die Menschheit in einem Jahr so viele Ressourcen, wie die Erde erst in einem Jahr und sechs Monaten nachproduzieren kann. Wir ÖsterreicherInnen leben auf noch grösserem Fuss und verbrauchen bereits die Ressourcen von 3 Planeten.
Als Architekt bin ich verantwortlich für unseren Planeten, denn das Bauwesen verbraucht mehr als 50% aller auf der Welt verarbeiteten Rohstoffe und Ressourcen und ist somit der größte Verbraucher an Endenergie. Dies betrifft sowohl den Primärenergieaufwand (Herstellung von Baumaterial und Gebäuden), als auch die Energie, die zum Betrieb und zur Nutzung derselben verbraucht wird. Die Rückbesinnung auf die einfache Lebensweise meiner Großeltern lehrt mich als Architekt den Ressourcenverbrauch in meinen geplanten und gebauten Bauwerken so gering wie möglich zu halten

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Über Günter Pichler
Günter Pichler ist im waldreichsten Bundesland Österreichs aufgewachsen und ist als Kind geprägt von der ersten Energiekrise 1972. Als Architekt führt er ein Architekturbüro in Wien, als Senior Scientist lehrt und forscht er an der technischen Universität.
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