Wasser ist Leben

Werner Lampert

In Österreich gehört sauberes Trinkwasser zur Normalität. Hände waschen, Garten gießen, duschen, WC-Spülung betätigen…  der Österreicher verbraucht rund 150 Liter hochqualitatives Wasser – an einem Tag.

Pro Person werden in Österreich rund 45 Liter Trinkwasser alleine für die Toilettenspülung aufgewendet. In vielen anderen Teilen der Welt ist Trinkwasser dagegen purer Luxus. Millionen von Menschen haben keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. Vor allem viele Frauen müssen in wasserarmen Regionen Stunden aufwenden, um Wasser zu holen. Junge Mädchen, die Wasser transportieren müssen, können häufig keine Schule besuchen und werden zu Analphabetinnen.

Jeder sechste Mensch auf der Welt hat keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser, obwohl dies ein Menschenrecht ist. 300 Millionen Menschen leiden an Wassermangel. Laut dem „Roten Kreuz“ sterben jährlich vier Millionen Menschen an Wassermangel. Hinzu kommt, dass die Erdbevölkerung stark anwächst – und damit auch der weltweite Pro-Kopf-Wasserverbrauch. Auf der Erde wird Wasser zwar nicht weniger, aber die Süßwasservorräte müssen geteilt werden. Und: Wasser gerät zunehmend ins Visier wirtschaftlicher und politischer Interessen. Wer die emotionale Diskussion rund um die Wasser-Privatisierung in Europa beobachtet, kann sich vorstellen, wie sich der „Verteilungskampf“ um das Wasser in Krisengebieten der zweiten und dritten Welt zuspitzen wird.

Petition gegen Wasserprivatisierung unterschreiben

Bereits eine geringe Menge Wasser genügt, um das Überleben in Extremsituationen zu sichern. Ohne Flüssigkeit stirbt ein Mensch nach spätestens vier Tagen, da der Stoffwechsel ohne Wasserzufuhr nicht funktioniert. Etwa zwei bis zweieinhalb Liter Wasser benötigt ein Mensch jeden Tag. Dieselbe Menge scheidet der menschliche Körper wieder aus. Hilfsorganisationen beziffern die tägliche Mindestmenge in Krisengebieten mit 15 Liter Wasser pro Tag für Nahrung und Hygiene. Trotzdem sterben jeden Tag rund 4.000 Kinder(!) unter fünf Jahren an Krankheiten. Grund: Mangel an sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen.

Obwohl in Österreich heute jede Person dreimal soviel Wasser verbraucht wie im Jahr 1950, wird Wasser weit weniger zum Trinken als zum Essen gebraucht. Als größter Wasserverbraucher gilt nämlich die Landwirtschaft. Mehr als zwei Drittel des menschlichen Süßwasserverbrauchs geht auf das Konto der Bauern. Um beispielsweise ein Kilo Getreide zu säen, zum Wachsen und zum Ernten zu bringen, müssen rund 1.000 Liter Wasser fließen. Gar 15.000 Liter Wasser braucht es, belegen Studien, um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren. Dagegen entfallen nur rund acht Prozent des Süßwasserverbrauchs auf die privaten Haushalte. Dazu aber mehr in meinem nächsten Artikel über virtuelles Wasser.

Große Teile der Erde sind von Wasser bedeckt, jedoch nur 2,7 Prozent davon mit Süßwasser. Zwei Drittel des Süßwassers sind als Eis in Polen und Gletschern „geparkt“, ebenso kann Wasser in Böden oder in der Atmosphäre nicht genutzt werden. Das heißt: für uns Menschen bleibt nur ein geringer Anteil als Trinkwasser übrig. Experten gehen von etwa nur 0,14 Promille erschließbaren Süßwassers aus. All diese Zahlen belegen, wie wichtig und lebensnotwendig der richtige Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser auf unserer Erde ist.

Wasser ist Leben. Ohne Wasser ist nichts. Bereits der griechische Philosoph Thales bezeichnete das Wasser einst als „Anfang und Ursprung aller Dinge“. Selbst das Universum, so Thales, ruhe auf Wasser. Der Wechsel der Winde, Erdbeben und die Bewegungen der Gestirne, „alles ist in Schwebe und im Fluss“. Wir Menschen sollten gemeinsam dafür sorgen, dass dieser Fluss des Lebens auch in Zukunft fließen kann…

Web-Tipp: www.waterlife.nfb.ca

Quellen: Rotes Kreuz, WWF, Wikipedia

In meinem nächsten Beitrag finden Sie alles über den Begriff „virtuelles Wasser“ und was sich dahinter verbirgt.

Über Helmut Wolf
Rund 10 Jahre Chefredakteur des Magazins „pool – life & culture“. Ausgebildeter Corporate Social Responsibility (CSR)-Manager. Journalist und Autor im Bereich nachhaltiger Lebenskultur.
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  • robert

    Mittlerweile müssten die Entscheider ja schon mitbekommen haben, dass viele Menschen gegen eine Privatisierung von Wasser ist. Man liest ja nur über bereits gescheiterte Versuche. Über positive Auswirkungen und längerfristige Verbesserungen hab ich noch kein einziges Wort gelesen..

    Studie zu den folgen der Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen:

    http://wien.arbeiterkammer.at/bilder/d97/Oeffentliche_Dienstleistungen_7.pdf

    Sehr seltsam. Aber gut, machen wir trotzdem was dagegen und zeigen denen noch deutlicher, dass wir keine Privatisierung wollen:

    http://www.right2water.eu/de