Wie retten wir das Meer? Überfischung, Plastik & Co

Walkuh mit Kalb

Das Meer – Der Lebensraum aus dem wir alle laut heutiger Meinung der Wissenschaftler entstammen, wo sich das Leben vor 3,5 Milliarden Jahren entwickelt hat, und welcher geschätzt an die 1 Million Tier- und Pflanzenarten beheimatet.

Heute kennt man laut einer aktuellen Studie von World Register of Marine Species (WoRMS) 226.000 maritime Lebensformen, somit bloß ein Drittel, und jährlich werden wegen des Fortschritts in der Technik 2000 weitere entdeckt.

Diese unsagbare Vielfalt wird aber von genauso vielfältigen Gefahren bedroht.

Das Plastik

Heutzutage weiß jeder von dem Müllteppich in der Größe Zentraleuropas, der einen Teil des Pazifiks überzieht. Wie im Pazifik gibt es auch im Atlantik eine Region, in der sich Müll aufgrund der Oberflächenströmungen vermehrt ansammelt. Er stellt eine tödliche Gefahr für Meerestiere dar. Vögel, Fische, Schildkröten, Robben und Wale fressen Plastikteile oder strangulieren sich mit abgerissenen Leinen, Netzteilen oder Verpackungen.

Neben den für das menschliche Auge sichtbaren Plastikteilen, gibt es noch mikroskopisch kleine Partikel, welche Sonne, Wind und Wellen zerkleinert haben. Diese werden sogar von Zooplankton aufgenommen, und gelangen in Folge in den Verdauungstrakt von Fischen und Walen.

Der Klimawandel

Durch den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre nehmen die Ozeane diesen immer mehr auf und versauern dadurch zusehends. Besonders betroffen sind die kalten Polarmeere auf der Nordhalbkugel. Das vermindert zwar den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre und dadurch die Klimaerwärmung, auf der anderen Seite steigt aber der Säuregehalt des Meereswassers. Die negativen Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften im Meer sind heute noch nicht vollständig abschätzbar.

Außerdem erwärmen sich durch den Klimawandel die Ozeane, was mehrere maritime Lebensräume aus dem Gleichgewicht bringen könnte.

Ein Beispiel dafür ist die weltweit auftretende Korallenkrankheit Coral Bleaching, welche massiv unsere Riffe und somit alle tropischen Meeresorganismen bedroht.

Die Überfischung

Fisch zählt zu einer ausgewogenen gesunden Ernährung und ist für viele Länder ein Hauptnahrungsmittel. Diese Tatsache hat in den letzten Jahrzehnten jedoch zu einer massiven Überfischung der Weltmeere geführt, was durch dieses Video sehr plakativ und verständlich dargestellt wird:

FischregalDas Regulativ EU hat bisher versagt. Beispielsweise die beliebte Scholle: Die Männchen werden nach 3-4 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen erst mit 6-9 Jahren und einer Größe von 30 bis 40 cm. Die gestattete Fanggröße durch die EU beträgt jedoch 25 bis 40 cm! Somit wird ein Großteil der Fische noch vor der Geschlechtsreife getötet und der Bestand kann sich nicht erholen.

Sieht man dann die Preise im Supermarktregal für Schollen, wird einem schwindlig. Ist Ausrottung wirklich so günstig?

Wir tun etwas

Auf der ganzen Welt schreiten Menschen zu Taten.

Ein 19-jähriger Niederländer Boyan Slat möchte mit Sieben an Strömungspunkten der Ozeane, den Müll aus dem Meer fischen – ohne dabei der Tierwelt Schaden zuzufügen. Lesen Sie hier mehr dazu: Wasser: ein kostbares Gut – Innovation zur Reinigung des Meeres

Die Initiative „The Healthy Seas, a Journey from Waste to Wear“ entnimmt Müllreste und insbesondere Fischernetze aus dem Meer aus diesen Strumpfwaren, Badebekleidung, Unterwäsche, Teppiche, usw. zu entwickeln.

In Deutschland gibt es gute Patente – und in Erding bei München auch bereits eine Versuchsanlage um Plastik in Öl umzuwandeln. Aus einer Tonne Plastik lassen sich 800 bis 900 Liter Öl gewinnen. Das Ziel der Initiatoren von „One Earth – One Ocean“ ist, derartige Anlagen auf großen Energieschiffen zu installieren. Diese könnten direkt auf hoher See den eingesammelten Plastikmüll verwerten.

Im Februar beschlossen die EU-Staaten, dass die Fischereipolitik reformiert werden muss.

Geplante Reformen:

  • Einschränken des Über-Bord-Werfens ungewollt gefangener Fische auf höchstens fünf Prozent der Fänge. Denn die verletzten, sterbenden Tiere nützen niemandem
  • Fangobergrenzen (Quoten) so festsetzen, dass Fischbestände langfristig stabil sind

Was können Sie tun?

  • Plastik vermeiden
  • Am besten auf Meeresfisch verzichten und wenn auf Fisch zurückgreifen, der noch nicht überfischt und unbedenklich ist: Greenpeace Ratgeber
  • Auf biologischen Süßwasserfisch zurückgreifen, der somit auch nicht mit Meeresfischen gefüttert wurde
  • Druck auf die EU ausüben, damit die Reform für schonenderen Fischfang wirklich kommt:

Erste Erfolge, 25.3.2014

Über Isabell Riedl
Die Natur hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Spätestens als ich aufgrund der Schönheit eines Tieres zu Tränen gerührt war, wusste ich, dass es meine Aufgabe ist, diese Welt und ihre Schönheit zu bewahren. Im Zuge meines Ökologiestudiums lebte ich 2 Jahre in Costa Rica, wo ich dessen Vogelwelt erforschte. Seit Mai 2012 arbeite ich nun bei der Werner Lampert Beratungs GmbH im Bereich der Nachhaltigkeit und verwalte unter anderem diesen Blog. Seit 2016 versuche ich diese Welt für mein Kind Ruben noch mehr zu schützen.
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