Nachhaltigkeit als zwingendes Verkaufsargument?

Transparenz Qualitätszeichen

Die Headline klingt nicht gerade überraschend. Seit langer Zeit wissen wir, dass der Faktor „Green“ im Verkauf eine nicht unwesentliche Bestandsgröße darstellt und aus moderner Markt- und Kundenkommunikation schon längst nicht mehr wegzudenken ist. Das sich hinter diesen Marketingfloskeln oftmals keine echte Wirkung entfaltet dürfte ebenfalls keine Neuigkeit sein. Jüngste Transparenzinitiativen könnten Unternehmen aber zu einem tatsächlichen Umdenken bewegen. Wie das?

Der Gang  durch die heimischen Einkaufszentren ist nicht immer ein pures Vergnügen. Vielfältige Angebote, Rabatte und Sonderkonditionen zwingen uns permanent die Balance zwischen eigner Rationalität und Emotionalität zu bewahren. Berücksichtigt man an dieser Stelle auch noch den Faktor der Nachhaltigkeit (Definition Nachhaltigkeit) in der Produktentscheidung, so kann das Shoppingerlebnis schon einmal erhebliche intellektuelle Gedankenleistung erfordern. Komplexität und Intransparenz (z.B. genaue Herkunft der Produkte) sind demnach die entscheidenden Herausforderungen einer intelligenten und ethischen Kaufentscheidung. Die Digitalisierung des Handels und der Vormarsch noch nie dagewesener Transparenzinitiativen werden nun erstmals unethisch agierende Konzerne vor enorme Herausforderungen stellen.

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Neu entstehende Initiativen (z.B. „buycott“) sorgen für eine noch nie dagewesene Macht der Konsumenten. Dank einer zentralen App können sich Kunden nicht nur auf einfachste Art und Weise über das zu Grunde liegende Produkt informieren (z.B. exakte Herkunft), sondern bei unethischem Verhalten auch wirkungsvolle Sanktionen gegen das Unternehmen ad-hoc und per Knopfdruck  starten. So räumt die aus den USA stammende App „buycott“ Usern etwa die Möglichkeit ein, via Internet zu einem digitalen Proteststurm aufzurufen, sollte ein Konzern gegen ethische Standards verstoßen. Das Einscannen des Barcodes reicht dabei völlig aus alle relevanten Hintergrundinformationen über ein Produkt bzw. Unternehmen in Erfahrung zu bringen.

Konsumenten werden zu „Aktivisten“

Die neue Macht der Konsumenten

Was vor ein paar Jahren noch undenkbar war, scheint sich zunehmend als knallharte Realität für Konzerne herauszustellen. Kunden haben dank moderner Technologien mehr und mehr die Möglichkeiten weltweite Kampagnen gegen ein Produkt ins Leben zu rufen. Dabei braucht es keine teuren „Kommunikationsprofis“ mehr wie etwa Werbeagenturen. Ein Smartphone bietet mittlerweile alle modernen Instrumente, die es benötigt, unmittelbar Erlebtes global zu teilen. Unternehmen, die hohe unethische Verhaltensweise an den Tag legen, werden somit zunehmend zu einem Umdenken gezwungen, da sich dieses Verhalten in Zukunft direkt auf die Nachfrage der angebotenen Güter und Dienstleistungen auswirken kann. Ob wir damit unethisches Verhalten völlig ausmerzen werden können, bleibt freilich kritisch zu hinterfragen. Klar scheint jedoch, dass wir dank dieser Entwicklungen Wertschöpfungsketten von Konsumgütern so transparent wie noch nie nachvollziehen werden können und in unsere Verkaufsentscheidungen berücksichtigen werden.

Weiterführende Links:

Buycott App

Forbes Artikel

Nachhaltigkeit als Verkaufsargument

 

 

Über Sebastian Naderer
Sebastian Naderer ist Co-Initiator von financeNEXT und begleitet nationale wie internationale Unternehmen und Organisationen im strategischen Umgang mit Schlüsseltrends (z.B. Crowdfinance, E-Payment) der Veränderung. Naderer studierte in Österreich, Deutschland und den USA und hat neben seinem Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Johannes Kepler Universität die Berufsausbildung zum diplomierten Börsenhändler sowie zum EUREX-Clearer an den Börsen Wien, Frankfurt und Zürich absolviert. Er hält einen Master in Public-Relations und integrierter Kommunikation sowie einen MBA in Communication & Leadership.
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