Holz ist Klimaschutz… oder: warum ich als Architekt vorwiegend mit Holz baue!

Holzhaus

Holz ist Biomasse und sicherlich der lebendigste Baustoff. Holz ist die Hauptsubstanz der Stämme, Äste und Wurzeln der Holzpflanzen, ein natürlich nachwachsendes, lebendiges und emotionsgeladenes Material mit Tradition. Beim Holz erkennen wir den organischen Zusammenhang zwischen dem Bauen und der Natur.

Holz als Biotektur ist die Urform des Gestaltens. Unser Ziel beim Bauen mit Holz ist die Suche nach Lösungen mit geringem Aufwand für optimale Leistungen bei möglichst geringer Belastung der Umwelt, verbunden mit dem Gestalten einer sinnlichen Atmosphäre.

1 Tonne CO2 wird in jedem Kubikmeter Holz gespeichert

Holz wird aus Kohlendioxid und Wasser unter Einwirkung von Sonnenenergie aufgebaut. Das bei der Fotosynthese aufgenommene und umgewandelte Kohlendioxid bleibt in der Biomasse über Nutzungsdauer des Baustoffes gebunden. Erst durch natürlichen Abbau oder Verbrennung werden unter Energiefreisetzung die gleichen Mengen an Kohlendioxid und Wasser freigesetzt, welche in der Biomasse gebunden waren, darum ist Holz CO2 neutral.

Holz ist ein inhomogener, anisotroper Baustoff, sein Aufbau ist nicht gleichmäßig. Holz hat eine sehr komplexe, artspezifische Anatomie, es besteht aus Cellulose und Lignin, sowie in geringem Umfang sogenannte Extraktstoffe und Mineralien. Holz ist umso steifer, je mehr Lignin in der Zellwand vorhanden ist. Holz ist somit ein natürlicher Verbundwerkstoff. Bezogen auf sein Eigengewicht trägt Holz 14 mal so viel wie Stahl, seine Druckfestigkeit entspricht der des Stahlbetons.

Holz als Werkstoff: Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz

Holz und Holzwerkstoffe werden aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt, der aus Sonnenenergie entstanden ist. Der zusätzliche energetische Aufwand während ihrer Produktion ist im Vergleich zu anderen Baustoffen gering.

Holzwerkstoffe stellen mittlerweile Produkte dar, die aufgrund der technischen Eigenschaften in vielen Anwendungsbereichen andere Baustoffe ersetzen können. Nachhaltiges Denken und Handeln bedeutet nicht nur, dass die technologischen Prozesse und Baustoffwirkungsgrade optimiert werden müssen, sondern auch eine Entscheidung für dauerhaft verfügbare Rohstoffe. Durch die positive Ökobilanzierung sind Holz und Holzwerkstoffe anderen Materialien weit überlegen.

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Das beste Haus

 

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Über Günter Pichler
Günter Pichler ist im waldreichsten Bundesland Österreichs aufgewachsen und ist als Kind geprägt von der ersten Energiekrise 1972. Als Architekt führt er ein Architekturbüro in Wien, als Senior Scientist lehrt und forscht er an der technischen Universität.
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  • Bademeister

    Und wie geht das genau? Welche Masse hat ungefähr 1 Kubikmeter Holz? Wie wollen sie da 1 Tonne CO2 drin speichern?

    • wlb_Riedl

      UNGLAUBLICH, ABER WAHR! :)
      (C)auberformel: Wie berechnet man den C-Speicherwert von Holz?

      250 kg C/m3 Holz x 3,667 kg CO2 = 916 kg CO2
      In 1 m3 Holz wird Kohlenstoff aus 1 Tonne CO2 gespeichert, Holz besteht zu 50 % aus Kohlenstoff (C). Geht man von einem Mittelwert von 500 kg (Darrgewicht) pro Kubikmeter Holz aus, bedeutet das, dass 1 m3 Holz 250 kg C enthält. Wenn C nun in CO2 umgewandelt (oxidiert) wird, entstehen aus 0,9 kg Kohlenstoff ca. 3,6 kg Kohlenstoffdioxid.
      Das heißt: 250 kg C/m3 Holz x 3,667 kg CO2 ergeben 916 kg, also ca. 1 Tonne CO2 je 1 m3 Holz. (1)

      (1) Quelle: Arno Frühwald, Universität Hamburg
      http://www.proholz.at/holz-ist-genial/co2-neutral/