Grünes Gold – Umweltfreundlicher Goldabbau durch sensationelle Zufallsentdeckung

Quecksilber ist ein wundersames Schwermetall, mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Es ist bei Zimmertemperatur flüssig, wobei auch geringe Mengen verdampfen, und dehnt sich bei Erwärmung ungewöhnlich stark aus. Seit unserer Kindheit wissen wir alle von den Fieberthermometern, dass Quecksilber hoch giftig ist.

In den letzten Jahren wurden die Gefahren durch Energiesparlampen wieder populär. Da Quecksilberdampf beim Anlegen einer Hochspannung Licht aussendet, findet das Schwermetall in diesen Verwendung. Abgesehen davon, dass es mittlerweile eine ungiftige Alternative, nämlich LEDs gibt, reduzieren Energiesparlampen interessanterweise in Deutschland sogar die Gesamt-Quecksilberbelastung.

Kohlekraftwerke sorgen weltweit für die größten Quecksilberemissionen. Pflanzen banden vor Jahrmillionen Quecksilber und andere Schadstoffe, die beim Verbrennen von Kohle nun freigesetzt werden. Durch den geringeren Stromverbrauch der neuen Lampen wird jedoch weniger verbrannt und die Emissionen sinken.

de.wikipedia.org/wiki/Goldpreis

Neben Kohlekraftwerken gibt es noch eine weitere Quelle von Quecksilber, die Menschen direkt und unkontrolliert betrifft. In den letzten 8 Jahren ist der Goldpreis kontinuierlich gestiegen und somit die Quecksilberemissionen. Wie das eine mit dem anderen zusammenhängt?

Wie der Ehering den Amazonas verschmutzt

Peru612War man schon einmal am Amazonas unterwegs, ist es einem bekannt- das Bild der Goldwäscher. Mit Idylle hat das jedoch nichts zu tun. Die Gewinnung von Gold aus Flusssand, wird mittels Quecksilber bewerkstelligt.

Die zuvor genannten besonderen Eigenschaften des Schwermetalls sind dafür verantwortlich. Quecksilber verbindet sich mit dem Goldstaub zu einer Legierung, wird diese erhitzt, verdampft das Quecksilber. Durch dieses Verfahren Peru752gelangen jährlich allein in den Amazonas schätzungsweise 100 Tonnen Quecksilber. Weltweit gelangen etwa 727 Tonnen Quecksilber in die Atmosphäre, etwa doppelt so viel, wie noch vor acht Jahren; das geht aus einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP hervor, der dieses Jahr veröffentlich wurde. Laut diesem Bericht sind vor allem in Entwicklungsländern Millionen von Menschen durch einen erhöhten Quecksilber-Gehalt in der Atmosphäre und in Gewässern bedroht.

Eine andere, mindestens genauso giftige Variante, des Goldschürfens funktioniert mittels Zyanid. Andere kennen diese Substanz unter dem Namen Blausäure, die nach Marzipan riecht und auch in geringen Mengen in Mandeln und anderen Samen enthalten ist. Zyanid ist hoch giftig und hat bereits viele Menschen auf dem Gewissen. Agatha Christie schrieb einen ganzen Roman namens Sparkling Cyanide.

Zyanid wird vor allem im Goldbergbau eingesetzt, das gesprengte und gemahlene Gestein wird tagelang beträufelt um Gold zu extrahieren. Das zurückbleibende Gestein ist hochgiftig und wird beispielsweise in Indonesien einfach ins Meer geleert. Aber auch die Lagerung ist höchst schwierig. Zyanid bildet an der Luft Schwefelsäure, die sich langsam durch den Boden ins Grundwasser frisst (Quelle: Öko-Blog).

Doch jetzt könnte ein glücklicher Zufall all diese Probleme lösen.

Umweltfreundlicher Goldabbau möglich

Ein Postdoktorand des Department of Chemistry, Northwestern University scheiterte bei seinem Versuch mittels einer chemischen Lösung einen mikroskopisch kleinen Würfel herzustellen, in dem man Gas und kleine Moleküle speichern kann. Die Lösung aus einem banalen Maisstärkederivat und einer Goldverbindung hatte anderes vor- elementares Gold löste sich heraus und bildete kleine Nadeln.

Die Enttäuschung des Postdoktoranden Zhichang Liu wurde bald von Aufregung abgelöst. Er vergaß sein ursprüngliches Ziel und untersuchte, welches Maisstärkederivat Gold am besten lösen kann. Der Goldmedaillengewinner, wie es der Leiter des Labors J. Fraser Stoddart passend betitelte, ist α-Cyclodextrin, ein zyklisches Stärkefragment aus sechs Glucosemolekülen.

Weiters beschreibt er diese Entdeckung mit diesen wunderschönen Worten:

„Nature decided otherwise. Zhichang stumbled on a piece of magic for isolating gold from anything in a green way.“ (Die Natur hat sich anders entschieden. Zhichang stolperte über ein Zaubermittel um Gold von jeglicher Substanz umweltfreundlich zu isolieren.)

Peru770Zhichang Liu wurde mit einer Online-Publikation bei Nature honoriert, der Wunsch vieler Wissenschaftler, Goldschürfer mit einer Chance auf Gesundheit und unsere Welt mit einer umweltschonenden Technik Gold abzubauen.

Hoffentlich lässt sich diese Entdeckung bald im großen Maße umsetzen, und erreicht auch den Amazonas und andere Gebiete um den Menschen und der Umwelt viele Tonnen Quecksilber und Zyanid zu ersparen.

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Über Isabell Riedl
Die Natur hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Spätestens als ich aufgrund der Schönheit eines Tieres zu Tränen gerührt war, wusste ich, dass es meine Aufgabe ist, diese Welt und ihre Schönheit zu bewahren. Im Zuge meines Ökologiestudiums lebte ich 2 Jahre in Costa Rica, wo ich dessen Vogelwelt erforschte. Seit Mai 2012 arbeite ich nun bei der Werner Lampert Beratungs GmbH im Bereich der Nachhaltigkeit und verwalte unter anderem diesen Blog. Seit 2016 versuche ich diese Welt für mein Kind Ruben noch mehr zu schützen.
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  • Kai Brinkmann

    Ein sehr Interessanter Artikel! Ich bin eigentlich nur durch Zufall darauf gestoßen da ich mehr Infos zum Privaten Hobby Goldabbau in Deutschland gesucht hatte. Ich habe auf der Seite http://www.goldabbau.de schon einiges darüber gelesen. Haben Sie dazu auch eine Meinung?

    • Lieber Kai,
      danke für dein Interesse. Ich denke gegen Goldsuchen im Rhein etc. ist nichts einzuwenden, wenn dabei keine Chemikalien verwendet werden.
      Viel Glück bei der Goldsuche!