Auf den Spuren von „Collective Energy“

Solarzellen

Studenten und Mitarbeiter der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) starten eine Initiative für mehr Nachhaltigkeit: sie möchten eine Photovoltaik-Anlage auf dem BOKU-Gelände errichten lassen. Mit einem speziellen Finanzierungs- und Beteiligungsmodell soll nun die Errichtung der Anlage noch attraktiver gestaltet werden.

Eine Photovoltaik-Anlage für die BOKU

Seit über einem Jahr möchte die Vereinigung „Collective Energy“, gegründet von drei engagierten BOKU-Studenten und einem Mitarbeiter, die BOKU dazu bringen, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Oskar Simony-Haus am BOKU-Gelände zu errichten. Um die BOKU vom Mehrwert dieser Anlage zu überzeugen, hat die Collective Energy Gruppe ein neuartiges Finanzierungs- und Beteiligungsmodell entwickelt: die Anlage soll gemeinschaftlich und somit unabhängig von einer Bank finanziert werden. Alles was es dazu braucht ist ein gewinnorientierter Verein und Mitglieder, die sich daran beteiligen. Der spezielle Anreiz für die Mitglieder: sie können Anteile zu je 200 bis 1000 Euro kaufen und bekommen das Geld mit einer Rendite von 3% nach einigen Jahren wieder zurück. Die BOKU erhält wiederum finanzielle Unterstützung ohne dafür Kreditzinsen zahlen zu müssen.

Weiterer Vorteil für die BOKU: nach Ablauf der Amortisationszeit der PV-Anlage kann die BOKU Strom zum Nulltarif produzieren. Fazit: Ein Vorhaben mit Vorteilen für alle Beteiligten. „Nebenbei“ liefern alle einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltigere Welt.

Luftaufnahme Oskar Simony-HausAber dieses Finanzierungsmodell lässt sich nicht nur bei diesem Projekt anwenden, im Gegenteil: auch Unternehmen können dieses Modell für sich nutzen. So kann es neben Finanzierungsmodell beispielsweise auch als CRM-System (Kundenbeziehungsmanagement) oder zum Beziehungsaufbau der Mitarbeiter zum Unternehmen eingesetzt werden. Mitarbeiter und Kunden können sich beteiligen und sich aktiv für Nachhaltigkeit (Definition Nachhaltigkeit) einsetzen.

Collective Energy und eine niederösterreichische Brauerei

Wie das konkret aussehen kann zeigt Collective Energy gemeinsam mit einer Brauerei aus Niederösterreich. Sie haben ein Konzept entwickelt, indem eine PV-Anlage über die Kunden finanziert wird. Die Kunden können über den Kauf von „Sonnengutscheinen“ einen Teil der PV-Anlage mitfinanzieren und bekommen ihren Anteil plus Zinsen über Warengutscheine zurück. Eine Win-Win-Situation für alle. Zusätzlich ist für die Brauerei auch vorstellbar, die Kunden bei der Investitionsplanung einzubinden.

Die Collective Energy Gruppe zeigt eines klar auf: Es kann einfach sein, sich für eine nachhaltigere, grünere Zukunft einzusetzen.

Collective Energy Logo

Dieses Projekt ist aber eines von vielen.Für uns tun sich tagtäglich zahlreiche Möglichkeiten auf, etwas zu bewirken. Alles was es dazu braucht: unsere Unterstützung. Nur wenn wir selbst etwas unternehmen, passiert es auch. Es liegt an uns etwas zu tun.

Doch nach meinen eigenen Erfahrungen scheitern viele Projekte an uns selbst, an unserer „tatkräftigen“ Unterstützung. Wir sind von guten Ideen „angetan“, bekunden unser Interesse, doch an der konkreten Umsetzung mangelt es. Sogar dann, wenn es uns selbst Vorteile bringt.

Was muss denn noch gemacht werden? Was muss passieren, damit soziale und nachhaltige Projekte „massentauglich“ werden? Wie können unsere Ideen zu konkreten Taten werden?

Zum Beispiel indem wir selbst etwas unternehmen und die Verantwortung nicht anderen zuschieben. Collective Energy macht es uns vor – es ist ein Projekt bei dem wir selbst etwas aktiv werden können.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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