Ein faires Smartphone für alle – Fairphone

Quelle: Fairphone.comQuelle: Fairphone.com

Was bei Bananen und Rosen durch Fair Trade schon Realität geworden ist, ist am Handymarkt noch Utopie: faire Produktionsbedingungen.

Rosen zählen mit einem Fair Trade-Anteil von rund 30 Prozent zu den am meisten fair gehandelten Produkten in Österreich. Bananen liegen mit einem Anteil von rund 20 Prozent nur knapp dahinter, auch Fair Trade Kleidung nimmt zu. Bei einer fairen Produktion werden den Herstellern Mindestpreise garantiert und zusätzliche Prämien, sogenannte Fairtrade-Prämien, ausgezahlt. Der faire Handel soll so am Massenmarkt gesichert werden.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Von einer solchen fairen Produktion ist der Mobilfunkmarkt weit entfernt. Hier ist fair noch nicht „In“ – ganz im Gegenteil: die großen Hersteller von namhaften Handymarken machen mehr Negativschlagzeilen mit ihren Produktionsbedingungen als es gut wäre. Auch ein unlängst veröffentlichter Test über Ethik-Smartphones des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation bestätigt dieses Negativbild der Hersteller. Kurzum, alle gängigen Smartphones haben in Sachen faire Produktionsbedingungen Aufholbedarf. Betrachtet man nun den österreichischen Handymarkt, so scheint es fast, als würde es keine faire Alternative geben. Das ist aber ein Irrglaube. Denn es gibt sie doch, die faire (niederländische) Alternative, nämlich „Fairphone“.

Quelle: Fairphone.com

Fairphone produziert Smartphones nach ökologischen und sozialen Prinzipien mit konfliktfreien Rohstoffen und fairen Arbeitsbedingungen. Wie funktioniert das?

 

Fair über die ganze Produktionskette

Das Ziel hinter Fairphone ist es, ein Handy zu produzieren, das in allen Produktionsphasen „fairer“ ist als andere Smartphones. Das fängt beispielsweise bei den Rohstoffen an. Das bei der Herstellung eingesetzte Material stammt zwar aus der Republik Kongo, wird aber dort unter fairen Bedingungen abgebaut – in Mienen, die nach OECD-Richtlinien als konfliktfrei gelten. Dort wo es keine konfliktfreie Rohstoffe gibt, (wie etwa bei Kobalt, Wolfram und Gold) setzt das Fairphone auf faire „Partner“ wie beispielsweise Fair Trade- bzw. Fairmined Gold. Aber auch die Arbeitsbedingungen in der chinesischen Fabrik, wo das ethisch korrekte Smartphone gefertigt wird, werden überwacht.

Dem nicht genug. Die faire Herangehensweise setzt sich auch beim Design fort. So ist das Fairphone sehr reparaturfreundlich, langlebig und erweiterbar. Beim Fairphone können problemlos alle Einzelteile ausgetauscht werden. Die Leistung unterscheidet sich zudem kaum von anderen Smartphones. Einen deutlichen Unterschied gibt es zu den meisten üblichen Geräten: es lassen sich zwei Sim-Karten einlegen. Das ist nicht nur für jene praktisch, die viel Reisen, sondern vor allem für Schwellenländer von Vorteil. Denn dort gibt es viele Personen, die mehrere Mobilfunkanbieter nutzen, da die Netzabdeckung sehr schlecht ist.

Das niederländische Fairphone ist sozusagen ein Multitalent in Sachen fairer Umgang mit Ressourcen und Menschen. Aber vor allem auch ein erster wichtiger Schritt in eine nachhaltige Smartphone-Herstellung. Somit ist eine faire Produktion nicht nur bei Rosen oder Bananen, sondern eben auch bei IT-Geräten möglich und realistisch. Fairphone zeigt, dass faire Produktion und Nachhaltigkeit mit den Anforderungen der Kunden in Einklang gebracht werden können.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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