FAST FASHION: Kleider-Kauf-Wahn

Bunte Highheels

In Westeuropa und den USA sind Angebot und Nachfrage in Sachen Kleidung extrem gestiegen. Das Wort „Nachhaltigkeit“ scheint im Fashionalltag überhaupt aus dem Vokabular gestrichen worden zu sein. Unvorstellbare sechs MILLIARDEN Kleidungsstücke wurden allein in Deutschland jedes Jahr verkauft.

Das sind nicht weniger als 70 Kleidungsstücke pro Kopf und Nase. Und geht man davon aus, dass bei dem Kaufrausch nicht alle mitspielen und sich mit vielleicht nur 20 neuen Teilen jährlich begnügen, dann muss es wohl genügend Menschen geben, die mehr als 100 neue Errungenschaften in Sachen Mode nach Hause tragen. Völlig absurd in meinen Augen. In diesem Fashion Blog-Beitrag möchte ich diesen Trend unter die Lupe nehmen.

Was bedeutet „Fast Fashion“?

Unter dem Begriff „Fast Fashion“ versteht man eine hohe Anzahl an Kollektionen pro Jahr und das schnelle Kopieren von Designermode. Gab es früher noch die Jahreszeiten entsprechenden Frühjahrs/Sommer- bzw. Herbst/Winter-Kollektionen, so fluten Moderiesen wie H&M, Zara oder Primark heutzutage mit acht bis zehn Kollektionen pro Jahr den Markt. Ziel ist es dabei, den Konsumenten alle paar Wochen etwas Neues bieten zu können und so den Kaufdrang bzw. -zwang zu fördern.

Fast Fashion – Menschenverachtend und umweltschädlich

Die Nachfrage nach Baumwolle steigt weltweite ständig an, was einen massiven Pestizideinsatz nach sich zieht, denn ein Viertel aller Pestizide landet auf Baumwollpflanzen.

Auch die sozialen Auswirkungen sind drastisch. Durch die immer knapper bemessenen Lieferzeiten entsteht ein enormer Produktionsdruck in den Billiglohnländern, Auslöser für die Verschärfung der ohnehin schon sklavenähnlichen Bedingungen bei den Arbeitern und vermehrten Einsatz ökologisch unverantwortlicher Praktiken.

Die Müllberge aus Stoff waren noch nie so groß wie heute. Jedes Jahr landet allein in Deutschland zwischen 600.000 und 1 Mio. Tonnen Kleidung auf der Mülldeponie, wo sie Giftstoffe wie z.B. Phtalate abgeben, die so ins Grundwasser gelangen.

Auch beim Waschen der Kleidung werden Chemikalien freigesetzt und verunreinigen Flüsse und Seen.

Was man dagegen tun kann?

  • Weniger Neuanschaffungen! Qualität statt Quantität
  • Secondhand-Läden oder Kleidertauschparties (Fashion Blog-Beitrag) besuchen
  • Öko-korrekte Kleidung kaufen (Bio-Baumwolle, Fairtrade)
  • Ausgemusterte Kleidung weitergeben statt wegwerfen
  • „Upcycling“ von Kleidungsstücken (umnähen, reparieren, verschönern…)
Über BioBella Stranzl
Mein Name ist Isabella Stranzl und mit www.biokontakte.com betreibe ich eine Website für gesundheits- und umweltbewusste Menschen. Als Mutter von drei Kindern war es mir schon sehr früh wichtig, um die Qualität und Unbedenklichkeit von Nahrungsmitteln, Kleidung oder Kosmetikprodukten und anderen Erzeugnissen des täglichen Lebens Bescheid zu wissen. Sowohl die Wirkung auf den Menschen als auch die Auswirkung von Produktion oder Gebrauch der Produkte auf die Umwelt sind bedeutend. Mit jeder Kaufentscheidung treffen wir eine Wahl. Und wie Gandhi schon sagte: „Be the change you want to see in the world“
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