Menstruationstasse, Bio-Tampon & Co – gesund für Frau und Umwelt

Junge Frau hält ihre Haare hoch und trägt ein T-Shirt mit der Aufstruft Bloody Woman

Von Bio-Apfel bis Bio-T-Shirt gibt es eigentlich schon in fast jedem Bereich eine nachhaltige Alternative. Wer denkt aber schon an die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Frauenhygieneprodukten? Das haben wir, Annemarie und Bettina, uns vor knapp drei Jahren gefragt. Nach intensiven Recherchen wurde uns schnell bewusst: Die Auswirkungen konventioneller Tampons und Binden sowohl auf die Umwelt als auch auf die Gesundheit von Frauen sind enorm!

Fakten zu Frauenhygieneartikel

  • Eine Frau verbraucht in ihrem Leben zwischen 10.000 und 17.000 Tampons bzw. Binden und verursacht damit einen riesigen Müllberg aus Zellulose und Plastik, da die meisten konventionellen Produkte aus diesen Materialien bestehen.
  • Weltweit werden jährlich rund 45 Milliarden Frauenhygieneprodukte gekauft, einmal benutzt und dann – weggeworfen.
  • Tampons und Binden machen einen Großteil des Mülls an Stränden aus.
  • Aufgrund des Kunststoffanteils in vielen herkömmlichen Tampons benötigen diese bis zu 500 Jahre, um zu verrotten
  • „Öko-Test“ hat bei einem Test verschiedener Tamponmarken 2007 herausgefunden, dass von insgesamt 16 Marken 14 mit allergieauslösenden halogenorganischen Verbindungen versetzt sind, die als Rückstände des Bleichprozesses gelten.

Diese schockierenden Fakten haben uns dazu bewogen, eine neue Generation der Frauenhygiene zu gründen. Eine Generation, die sich der Macht ihrer Konsumentscheidungen bewusst ist und nachhaltige Alternativen bevorzugt. Die erdbeerwoche GesbR war geboren!

Unser Motto: Es ist deine Regel und dein Planet!

Rotes T-Shirt mit Aufschrift von erdbeerwocheZiel der erdbeerwoche ist es, Frauen mit Fakten und Humor über die Auswirkungen konventioneller Hygieneprodukte während der Menstrutation zu informieren und Alternativen anzubieten. Ganz nebenbei möchte die erdbeerwoche dabei eines der letzten Tabus unserer Zeit brechen, denn die weibliche Periode ist im öffentlichen Diskurs nach wie vor unterrepräsentiert. Seit 2011 betreiben wir also im deutschsprachigen Raum Bewusstseinsbildung zum Thema und haben auch seit kurzem einen Onlineshop, über den wir nachhaltige Alternativen vertreiben. Diese reichen von kompostierbaren Binden und Tampons aus 100% biologischer Baumwolle bis hin zu Menstruationskappen. Das sind kleine Becher aus Silikon oder TPE, die die Blutung auffangen und ähnlich wie ein Tampon verwendet werden, aber im Gegensatz dazu bis zu 10 Jahre wiederverwendbar sind. Denn wir sind überzeugt: So weit muss bio gehen – auch im Frauenhygienebereich!

Du bist skeptisch, ob nachhaltige Frauenhygiene wirklich so viel besser ist als konventionelle Produkte?

Diese Fakten sprechen für sich:

  • Laut einer Studie der New York University School of Medicine aus dem Jahr 1994 können Biotampons das Risiko eines Toxischen Schocksyndroms (TSS) mindern, da sie aus natürlichen und keinen Plastik-Fasern bestehen.
  • Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician (CFP)“ publizierten Studie über Menstruationstassen aus dem Jahr 2011, können sich Rote Menstruationstassedie Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationstasse nicht in dem Maße bilden wie auf konventionellen Tampons.
  • Laut Ergebnissen des deutschen „Test-Magazins“ aus dem Jahr 2011 wurden in zwei Slipeinlagen-Marken im Klebestreifen gefährliche Weichmacher gefunden. (Quelle: Test 2/2011)
  • Laut des Oberarztes Dr. Thomas Duscha von der gynäkologischen Abteilung des allgemein öffentlichen Krankenhauses der Elisabethinen in Linz können synthetische und zu enge Unterhosen oder chemisch behandelte Binden die Vaginalflora zerstören und zu Scheidenpilz und –infektionen führen.
    Tampons tragen zudem zu einem feucht-warmen Klima in der Vagina bei, die das Scheidenmilieu beeinträchtigen kann
  • Konventionelle Baumwolle, welche für handelsübliche Tampons verwendet wird, gilt als die am meisten mit Pestiziden versetzte Pflanze weltweit. Laut Greenpeace werden in der Baumwollproduktion 10% der weltweiten Pestizide und 25% der weltweiten Insektizide eingesetzt. Das stellt nicht nur für unseren Körper ein großes Problem dar, sondern ist für die Frauen in den Anbaugebieten eine noch größere Gefahr. Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO sterben jährlich 20.000 Menschen durch Pestizide – Millionen erleiden Vergiftungen. Bio Baumwolle kommt hingegen ohne Pestizide aus und benötigt nur halb so viel Wasser wie konventionell angebaute Baumwolle.

Veranstaltungstipp:
Die erdbeerwoche bei den Aktionstagen Nachhaltigkeit

Wenn du wissen möchtest, wie sich so ein Biotampon anfühlt oder wie eine Menstruationskappe funktioniert, dann schau am 9. Oktober bei der erdbeerwoche-Aktion im artup in Wien vorbei!

Im Rahmen der österreichweiten Aktionstage Nachhaltigkeit laden die erdbeerwoche und der Designshop artup am 9. Oktober 2013 zu einer Reise „vom Bio-Shirt zum Bio-Tampon“. Von 16h bis 20h erhalten interessierte Frauen im art up (Bauernmarkt 8, 1010 Wien) alle Informationen zum Thema nachhaltige Frauenhygiene und nachhaltige Kleidung – kostenlose Proben und Gewinnspiel inklusive! Außerdem können Frauen das volle Sortiment der nachhaltigen Frauenhygiene kennenlernen. Nähere Infos findest du auf unserem Blog: http://meineregelmeinplanet.wordpress.com/

Autorinnen: Bettina Steinbrugger und Annemarie Harant

Zwei Jungunternehmerinnen

Bettina Steinbrugger, geboren 1984 in Klagenfurt, studierte Romanistik an der Karl-Franzens-Universität-Graz. Seit 2007 arbeitet Bettina Steinbrugger bei respACT, der österreichischen Unternehmensplattform für Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltige Entwicklung und gründete 2011 gemeinsam mit Annemarie Harant die „erdbeerwoche“.

Annemarie Harant, geboren 1984 in München, studierte Internationale Entwicklung und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Wien. Seit 2010 arbeitet sie bei einer Unternehmensberatung im Bereich Nachhaltigkeit und gründete 2011 gemeinsam mit Bettina Steinbrugger die „erdbeerwoche“.

Über Aktionstage Nachhaltigkeit
Im Rahmen der „Aktionstage Nachhaltigkeit“ der NachhaltigkeitskoordinatorInnen aller Bundesländer und des Lebensministeriums bietet der Werner Lampert Blog eine Öffentlichkeits-Plattform für Nachhaltigkeitsprojekte. 2014 widmet sich der Blog von 4.-14.10.2014 dem außergewöhnlichen Projekt jedesK!ND.
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