BPA – Gesundheitsgefährdende Weichmacher in Plastik

Säugling wird mit Fläschchen gefüttert

Wie Studien immer wieder bestätigen, wirkt sich BPA (Bisphenol-A), ein Weichmacher, der in vielen Plastikprodukten zum Einsatz kommt, schlecht auf die Gesundheit aus. Die chemische Verbindung soll erbgutschädigend, hormonell wirksam und sogar krebserregend wirken.

Einsatz von BPA in Babyflaschen verboten

Bis vor kurzem wurde Bisphenol-A sogar noch in Säuglingsprodukten wie Schnullern und Babyflaschen verwendet. Und das, obwohl BPA gerade unter Einfluss von Hitze und Flüssigkeit (warme Getränke, Speichel) noch stärker freigesetzt wird. Erst im März 2011 wurde der Einsatz des schädlichen Weichmachers in Babyflaschen EU-weit verboten.

BPA meiden gestaltet sich schwierig

Bisphenol-A zu meiden ist schier unmöglich. In fast allen Alltagsprodukten ist es zu finden, besonders z.B. in Plastikbehältern aus Polycarbonat, welche oft zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet werden. Ein „Trübwerden“ des Materials ist ein klares Zeichen, dass Inhaltsstoffe ausgeschwemmt wurden. Behälter aus Polycarbonat (Mixbecher, Aufbewahrungsdosen, etc.) sollten deshalb auch nicht im Geschirrspüler gewaschen werden. Das warme Wasser erhöht die Herauslösung von BPA und verunreinigt so auch alles andere Geschirr, welches gleichzeitig in der Spülmaschine gereinigt wird.

Weitere Verwendungsgebiete: Konservendosen, Farben und Lacke, oder auch Thermopapier. Kassenbons bescheren KassiererInnen im Supermarkt beispielsweise eine deutlich erhöhte Belastung an BPA im Blut.

BPA und Unfruchtbarkeit

Einer Studie an 190 Männern mit Fruchtbarkeitsproblemen zufolge findet sich in 89 Prozent der Urinproben BPA. Hohe Konzentrationen von Bisphenol-A kamen auch Hand in Hand mit geringerer Samenkonzentration und mehr DNA-Schäden.

Bisphenol-A zählt zu den „endokrinen Disruptoren“ was bedeutet, dass es Schilddrüsenhormone und männliche Sexualhormone hemmen kann, während es weibliche Östrogene verstärkt, was zu einer früher einsetzenden Pubertät bei Mädchen führen kann.

Plastik und Umwelt

Landschaft übersät mit PlastikmüllWie der Film „Plastic Planet“ des österreichischen Autors Werner Boote sehr eindrucksvoll zeigt, ist es aufgrund der allgegenwärtigen Präsenz von BPA nicht möglich weltweit Menschen zu finden, deren Blut frei von Bisphenol-A ist. Sogar die entlegensten Völker werden durch das im Meer über Plastikmüll freigesetzte BPA beeinträchtigt.

Familie Krautwaschl aus Graz möchte mit ihrer Aktion „Kein Heim für Plastik“ zeigen, dass man auch oder gerade eben ohne Plastik sehr gut leben kann und verbannte zusehends immer mehr Plastik aus ihrem Heim. Um Verzicht soll es hier aber nicht gehen, denn vieles kann oder will man nicht entbehren. Computer, Kühlschrank, Staubsauger, Handy… Dinge die aus dem Alltag kaum wegzudenken sind, doch es gibt viele andere Produkte des täglichen Gebrauchs, die sehr wohl durch Alternativen aus Glas, Holz, Metall oder Keramik ersetzt bzw. überhaupt weggelassen werden können.

Zeit sich Gedanken zu machen…!

Über BioBella Stranzl
Mein Name ist Isabella Stranzl und mit www.biokontakte.com betreibe ich eine Website für gesundheits- und umweltbewusste Menschen. Als Mutter von drei Kindern war es mir schon sehr früh wichtig, um die Qualität und Unbedenklichkeit von Nahrungsmitteln, Kleidung oder Kosmetikprodukten und anderen Erzeugnissen des täglichen Lebens Bescheid zu wissen. Sowohl die Wirkung auf den Menschen als auch die Auswirkung von Produktion oder Gebrauch der Produkte auf die Umwelt sind bedeutend. Mit jeder Kaufentscheidung treffen wir eine Wahl. Und wie Gandhi schon sagte: „Be the change you want to see in the world“
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