Wasser: ein kostbares Gut – Innovation zur Reinigung des Meeres

Landschaft übersät mit Plastikmüll

Wasser ist die Grundlage für Leben. Doch dieses wertvolle Gut erhält oft nicht die Wertschätzung, die es verdient hat. Milliarden Kilogramm Müll schwimmen in den Weltmeeren und richten große Schäden an. Nun gibt es eine Erfindung, die Wasser langfristig und effizient von dem Müll befreien kann.

Wenn man die Erde aus dem Weltall betrachtet, wird klar, warum sie der „Blaue Planet“ genannt wird. Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Wasser ist damit nicht nur Hauptbestandteil des Kontinents, sondern ein kostbares Allgemeingut und Menschenrecht. Da sollte man meinen, dass wir Wasser mehr schätzen. Betrachtet man die Müllberge, die sich in den Gewässern befinden, trügt der Schein. In jedem Quadratkilometer der Meere schwimmen zehntausende Teile Müll – alleine in den Weltmeeren befinden sich insgesamt 142 Milliarden Kilogramm Müll. Im Nordpazifik hat sich ein Müllstrudel entwickelt, der mittlerweile so groß ist wie Zentraleuropa.

Diese Ansammlungen an Müll beschäftigten auch den 19-jährigen Niederländer Boyan Slat. Er stellte sich die Frage, wie Gewässer von den Müllansammlungen befreit werden können. Die Antwort: seine Erfindung namens „Ocean Cleanup Array. Das sind V-förmige Trichterinseln, verankert an Strömungspunkten der Ozeane, die den Müll mit Hilfe der natürlichen Strömung aus dem Wasser herausfiltern sollen. Die dafür eingesetzten Trichter sind selbst für Tiere nicht gefährlich. Anders als bei den herkömmlichen Netzen, können sie aus den Trichtern wieder entfliehen. Neben einer umweltfreundlichen Entsorgung, überzeugt das Projekt auch mit Effizienz: in nur fünf Jahren soll der Ozean von den Müllbergen befreit sein. Laut Slat könnten so insgesamt 7,25 Milliarden Kilogramm Plastikmüll in diesem Zeitraum gefiltert werden.

Ob das Projekt tatsächlich realisiert werden kann, wird derzeit geprüft. Doch eine Vorab-Studie zeigt, dass das Vorhaben nicht nur realisierbar, sondern auch sehr rentabel ist. Beispielsweise kann durch die Verwertung des Plastiks eine Einnahmequelle geschaffen werden. Auf der Crowdfunding-Seite „Indiegogo“ hat der 19-Jährige knapp 90.000 Euro gesammelt, um eine Studie über „Ocean Cleanup Array“ umsetzen zu können, die Ende des Jahres erscheinen wird.

Eines darf aber nicht verwechselt werden, „Ocean Cleanup Array“ ist keine Allround-Lösung: „We need to stress the importance of recycling, and reducing our consumption of plastic packaging”, so Slat. Er fordert damit, dass Recycling einen höheren Stellenwert erhalten und dass die Verwendung von Plastikverpackung eingeschränkt werden soll. Nur so können wir dazu beitragen, dass die Müllberge aus den Ozeanen langfristig verschwinden und Wasser jenen Stellenwert bekommt, den es auch verdient hat.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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