Die Zeit schreitet voran… – November Bräuche

Dunkelblaues Eis zwischen braungefärbten kahlen Bäumen

Und der Kreislauf des Jahres geht seinem Ende entgegen. Die letzten Sonnenstrahlen eines angenehmen Herbsttages kann man noch genießen. Doch steht aber der Winter vor der Tür und in einigen höher gelegenen Gebieten fällt schon der erste Schnee. Der November ist jener Monat in dem es einen Vorgeschmack auf Kommende feudale Zeiten gibt. Der Advent steht uns ins Haus und in der dunklen Winterzeit erleuchten 4 helle Lichter unseren Weg zu Christi Geburt – sofern man zu den Gläubigen zählt.

Ich für meinen Teil halte es mit Traditionen – wenn diese eher nutzbringend sind – positiv. Aber das kann ja jeder für sich halten wie er möchte. Trotz allem oder gerade deshalb habe ich ein wenig gestöbert und mich über die Feste des November informiert. Einige sind uns ja sehr geläufig. Zum Beispiel der

1. – 2. November / Allerheiligen und Allerseelen

Anfänglich wurde für christliche Märtyrer ein Gedenktag innerhalb des Osterfestkreises abgehalten. Papst Gregor IV verlegte schließlich den Tag unter dem Namen „Fest aller Heiligen“ im Jahre 835 auf den 1. November. Rund 170 Jahre später ordnete Papst Johannes XVIII im Jahre 1006 offiziell einen Gedenktag für alle übrigen Toten an (Allerseelen). Das Totengedenken hat heute den eigentlichen Feiertag Allerheiligen nahezu überdeckt. In Österreich verbreitet ist der „Allerheiligenstriezel“. Taufpaten beschenken ihre Patenkinder mit diesem Festgebäck.

3. November heiliger Hubertus

Der Legende nach wurde der Hl. Hubertus von einem Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt. Daher ist der Hl. Hubertus auch der Schutzpatron der Jagd und Jagdschützen. Neben der traditionellen Hubertusjagd wird sein Gedenktag auch mit geweihtem Hubertusbrot entsprechend gefeiert.

11. November heiliger Martin (Martini)

Der Gedenktag an den heiligen Martin zählt zu jenen Tagen, wo ein besonders reichhaltiges Mahl eingenommen wird. Besonders Gänse sind gefragt.

Mehrere verkleidete Kinder mit Bart und Tracht

mauser.cc/blog/
© Andrea Kocher

Am Vorabend zu Martini gehen als „Kasmandln“ verkleidete Kinder von Haus zu Haus und wünschen den Hausleuten viel Glück, wofür sie kleine Gaben erhalten.

Die Kasmandln, sind geisterhafte Wesen, sie werden aber auch in einigen Regionen als „Almraunzl“ bezeichnet, oder als „Hüttenwaberl“ oder „Winterschwoagerin“.

Der rheinländische Brauch des Laternenfestes kam ebenso vor einigen Jahren zu uns und wird hauptsächlich in Kindergärten mit Liedern und einem Lichterumzug begangen.

MARTINUS (316-397),

Sohn eines römischen Tribuns, war zunächst im römischen Heer tätig, ließ sich im Alter von 18 Jahren taufen, wurde Missionar und gründete später eine Eremitensiedlung. 371 Graugansmutter mit zwei jungen Entleinrief ihn die Bevölkerung entgegen dem Einspruch mehrerer Bischöfe zum Bischof von Tours aus. Die Legende besagt nun, dass Martin – er fühlte sich nicht des Bischofsamtes würdig und wollte sich durch Verstecken (in einem Gänsestall) dieser Aufgabe entziehen – von den Gänsen verraten wurde.

Von den Gläubigen entdeckt, musste er sich zum Bischof weihen lassen. Der Hl. Martin wird dargestellt als römischer Soldat mit Bettler zu Füßen oder als Bischof mit Gans.

25. November St. Katharina

Der Kathreintag bzw. der darauf folgende Sonntag ist der Zeitpunkt für den letzten Tanz vor der stillen Adventzeit. Vielerorts werden „Kathreintänze“ veranstaltet. Im Volksmund ist der Merkspruch überliefert: „Kathrein stellt den Tanz ein“.

Die Bezeichnung geht auf die heilige Katharina von Alexandrien zurück, deren Gedenktag der 25. November ist, eines der letzten Heiligenfeste vor dem Advent. Der Advent dient (analog zur Fastenzeit vor Ostern) als Bußzeit und sogenannte geschlossene Zeit zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. In diesen geschlossenen Zeiten waren früher öffentliche Tanzveranstaltungen verboten.

Während nach diesem alten Brauch noch weit bis ins 20. Jahrhundert vom Kathreintag an bis einschließlich Erscheinung des Herrn „Bass und Geigen eingesperrt“ blieben, hat sich dies auch in ländlichen Gegenden geändert.

Das sind die Traditionsfeiertage des November. „Der Kathreintanz“ ist wohl schon bei vielen in Vergessenheit geraten, obwohl die Ausgelassenheit eines schönen Tanzabends mit Sicherheit viel Freude bereiten kann.

Bräuche zu Weihnachten

Bräuche zu Silvester

Über Gerald Pichowetz
Geboren: Ja, in Wien ———– Am liebsten: in der Steiermark ———– Schulen: Zwangsläufig———– Ausbildung: Mehrere ———– Beruf: Schauspieler und Theaterdirektor ———– Hobby: Modelleisenbahn
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