Also „Rechts“ tanzt! „Links“ demonstriert oder eher mehr demoliert!

Großer Ballsaal mit tanzenden Leuten

Ich bin mir unschlüssig. Unschlüssig darüber was ich befürworten und als Demokrat noch gutheißen kann oder nicht?! Es ist nicht einfach, Geschehnisse dieser Art, richtig zu sondieren zumal auch die eine oder andere Berichterstattung nicht umhin kommt „Partei“ zu ergreifen, und wenn auch des Öfteren unterschwellig, aber doch klar im Ansatz die Gesinnung des Berichterstatters erkennen lässt.

Fest steht aber, das Recht auf Demonstration und Versammlungsfreiheit!
Fest steht aber auch das Recht auf veranstalten eines Balles. Soweit gut und geklärt. Beinhaltet beides auch Gleichzeitig das Recht tätlicher Angriffe auf Ballbesucher und Randale mit Sachbeschädigung? Macht man da nicht eher die Anliegen der Demonstranten zu Nichte?
Entsetzen? Nein! Entsetzt bin ich nicht darüber, da es den Anschein hat, dass es friedliche Bewegungen sind! Entsetzt bin ich eher darüber, dass man diese Rechte mit Füßen tritt und gerade jene die, ach so Human, einfordern, dass die anderen – also die Tanzenden – „raus“ müssen. Genau diese betreiben, aber auch um kein Haar besser, als Rassismus und Intoleranz ihre Forderungen.

Was soll das? Sind die Linken in Europa schon wahrlich so am Ende, dass ihnen nur mehr demolieren und argumentationsloses Gegröle bleibt? Dann sind sie wahrlich auch nicht besser, als jene „Rechten“ die mit Gewaltakten versuchen sich mit ihrem Gedankengut in politische Ämter zu drängen; und das schlimme ist – mit derartiger sinnloser Pöbelei, werden die das eines Tages auch mühelos schaffen – denn solche Krawalle sind vielleicht vieles, aber niemals eine politische Alternative! Und Dialog sind sie schon gar nicht – Auch jene die meinen, auf Facebook Bilder von Vermummung zu posten, weil es gar so lustig ist, gegen den Rechtsstaat und seine Bedingungen vorzugehen – was wollen die? Anarchie des kleinen Mannes?

4 vermummte Männer„Buhu, seht her ich stehe mit einem Schal umwickelt vor der Hofburg!“ Like me! Wie vertrottelt ist denn so etwas?! Nein, schrecklich ist, dass sich zur Zeit zwei Lager bilden. Wie einst in der Geschichte. Schrecklich ist, dass hier erneut es nicht um Argumente sondern um Ausrottung von Ansichten geht!

Und genau damit habe ich als Demokrat ein Problem! Alle können sich politisch in einer Demokratie, um diese zu verbessern, für politische Ämter zur Verfügung stellen. Jeder hat das Recht sich aktiv daran zu beteiligen, aber ohne dem Anderen körperliche Gewalt angedeihen zu lassen oder Autos, Fensterscheiben und Mistkübel zu demolieren! Das wäre gelebte Demokratie und Demonstrationswesen.
Die Linken machen ihre Forderungen nur klein und unglaubwürdig im Zusammenhang mit solchen Taten und das ist Schade. Da dürfen einige beruhigt tanzen, denn es dient ihrer Sache, wenn Dritte sich so aufführen. Das ist erschreckend! Und erschreckend ist dann – auch das gab es in der Geschichte zuhauf – die Rache der „Verfolgten“. Die dann, wenn an der Macht, Grundgesetze außer Kraft setzen und später auf „legalem“ Weg ihre Widersacher aus der Welt schaffen.

Es ist ein Appell: Straße ja – aber friedlich!

Zeigt ihnen – wir sind da und passen auf – aber friedlich! Wir schützen mit dem Rechtsstaat und ihren Vertreter – also den Beamten unsere Demokratie – aber friedlich! Dann werden wir mehr erreichen, viel mehr als jetzt, wo sich viele in Österreich über die Notwendigkeit über derlei Ausschreitungen fragen.

Dann noch die zu erlesenden Mythen!
Der „schwarze Block“ der Demonstranten ausgesperrt vom „schwarzen Block der Polizei und damit der schwarzen Innenministerin“! Es wird wahrlich immer Blöder – Harry Potter vereint mit Agatha Christie und Graf Dracula… nur Szenarien erfinden um die Leute zu überrumpeln, da geht einem der Hut hoch. Ich erwarte mir Dialog und Antworten nicht Politgehetze, welches nebenbei noch völlig ohne Intelligenz daherkommt.

Interessant ist auch, was man mit der Summe der Kosten so eines Großaufgebots an Beamten eigentlich hätte bewirken können. Wo sich doch alle – gerade im linken Bereich – rühmen, wie wir zu besserer Verteilung kommen! Nun, mit diesem Geld hätte man wohl so einiges „Gutes“ bewegen können. Natürlich ist klar, dass solche Summen nicht eins zu eins umgerechnet werden können, aber der Gedanke daran ist wichtig, da viele so denken.

Alles in Allem – ein bedauerliches Szenario links linker Hitzköpfigkeit – und das ist Schade!

Kommentar von Werner Lampert zu diesem Artikel

Der Inhalt entspricht selbstverständlich der Meinung des Autors.

Werner Lampert im GesprächEr stößt auf meine Zustimmung, da Gewalt und Zerstörung nichts mit einem nachhaltigen Lebensstil zu tun hat. Für das Opfer ist Gewalt von links und rechts das Selbe. Sie bedeutet Elend und Zerstörung.
Levinas sagt, nur im Auge des anderen existieren wird, der andere schenkt uns das Leben, gibt uns Größe, Liebe.
Und das sind die Aspekte des Lebens, die mich interessieren.

Also zerstöre nicht das Antlitz des anderen, du löschst dich damit aus!

Über Gerald Pichowetz
Geboren: Ja, in Wien ———– Am liebsten: in der Steiermark ———– Schulen: Zwangsläufig———– Ausbildung: Mehrere ———– Beruf: Schauspieler und Theaterdirektor ———– Hobby: Modelleisenbahn
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  • Ich bin auch unschlüssig – nämlich was ich von diesem Artikel halten soll. Einige Kritikpunkte teile ich, aber „die Linken“ oder „die Demonstranten“ kann man nicht mit den gewaltbereiten Randalierern in einen Topf werfen! Außerdem hätte ich mir erwartet, dass in dem Artikel irgendein Bezug zu Nachhaltigkeit hergestellt wird (außer durch den angefügten Kommentar von Werner Lampert). Links, mit denen man die Vorwürfe nachvollziehen könnte, fehlen leider auch.

    • Ich sehe das ein wenig anders, denn es gibt auch eine soziale Nachhaltigkeit. Und dazu gehören auch Menschenrechte und Demokratie. Thematisch passt es also aus meiner Sicht.

  • Werner Schuster

    die Frage ist doch eher, wie sich Demonstranten (welcher politischen Einstellung auch immer) und Staaten (oder Städte) vor dem Schwarzen Block schützen können.

  • Stefan Grünert

    Nur damit das schon mal klar ist, meine persönliche Meinung vorab: Die Rechten sollen tanzen wo sie wollen, aber nicht in der Hofburg, und schon gar nicht zum Termin des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus anlässlich der Befreiung von Auschwitz. Das ist eine Provokation und stellt eine Normalität dar, die es nicht geben darf.

    Ich finde es wichtig, dass es Proteste gegen den WKR BAll in der Hofburg und zu diesem Termin gibt, und dass mehrere Tausend Menschen dagegen protestieren. Die Tatsache, dass eine Minderheit Randalierer diesen Protest für sich nutzen ist ein sekundäres Problem, vor allem weil esim Umfang tatsächlich nicht den gleichen Stellenwert hatte. Die Medien stürzen sich auf die Bilder, die Effen gerieren sich als Opfer und niemand redet mehr von dem berechtigten Protest. Was ich an dem Blog-Eintrag vermisse, ist die Einordnung der Randale als einen relativ kurzen und zetlich begrenzten Aspekt der Proteste.
    Sicherlich kann man diskutieren, wie der schwarze Block besser von Seiten der Demonstranten isoliert werden kann. DIe Strategien sich bunt zu kleiden und Volksfestcharakter zu verbreiten ist eine gangbare Lösung.
    Dass sich grüne Politiker offen vor den Zug VErmummter stellen um angeblich zu vermitteln nicht.Letztlich ist es aber auch an der Polizei eine Strategie zu wählen, die es ermöglicht mit den Randalierern umzugehen.

    Aber: Eine Polizeistrategie, die es dem Mauthausenkommittee nicht erlaubt ihre traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an die Naziopfer durchzuführen setzt deutlich falsche Prioritäten. Den Vorschlag zum Maria-Theresien-Platz auszuweichen, wo die FPÖ eine polizeilich genehmigte Gegenveranstaltung zu den WKR-Protesten abhielt ist ein Affront. Deshalb führen sie hier das Wort der Blauen, in dem sie zwar eine Debatte einfordern, aber die Randalierer als Hindernis sehen. Tatsächlich haben viele Tausend eine Debatte darüber gefordert, ob die Hofburg ein geeignet Ort und zu diesem Termin einen Ball der Ewiggestrigen sein kann. Die Regierung, der Präsident und die Betriebsgesllschaft verweigern diese Debatte seit Jahren. Mit oder ohne Randale bei den Protesten.

  • Daniel Düsentrieb

    Prinzipiell kann ich dem Artikel viel abgewinnen, das „lasst sie doch tanzen“ Argument teile ich jedoch in keiner Weise. Dieser Ball in der symbolträchtigen Hofburg vermittelt in Europa genau das Bild, das wir seit dem Nationalsozialismus zu bekämpfen versuchen: „die Österreicher sind Nazis“. Rechtsextremismus hat nur in Facetten etwas mit freier Meinung und politischer Gesinnung zu tun. Die Meinungen und Aussagen einiger veranstaltenden Personen und Besucher drohen am schmalen Grat zur Wiederbetätigung zu scheitern. Sei es die relligiöse Hetze eines Herrn Strache in seinem damaligen Wahlprogramm, die Beleidigung eines Propheten einer anderen Religion der Frau Winter oder die Wiederbetätigung des Herrn Gudenus. Beispiele gibt es zuhauf. Der neue Faschismus richtet sich nicht mehr gegen Juden, sondern gegen Moslems. Ein Zitat einer Holocaust-Überlebenden fand ich da besonders treffend (sinngemäß): „Wer dem Totengräber demokratische Rechte erteilt, wird sich sein eigenes Grab schaufeln“.