Größter Umweltprozess gegen US-Unternehmen beendet

Chevron gehört zu den größten Ölkonzernen der Welt seit er 2001 mit dem großen Ölkonzern Texaco fusionierte. Condoleezza Rice, die Sicherheitsberaterin und spätere Außenministerin der Vereinigten Staaten von Amerika, war seit 1991 Direktorin bei Chevron.

Der Konzern ist in mehr als 180 Ländern tätig und ist mit Krisen gut vertraut. So wurde 2007 Chevron wegen Menschenrechtsverletzungen in Nigeria in den Jahren 1998 und 1999 angeklagt. 1998 veranstalteten Jugendliche dort eine Demonstration gegen die Ausbeutung der Ölvorkommen in Nigeria und Chevron ordnete der Armee an diese gewaltsam niederzuschlagen. Damals kamen 2 Demonstranten ums Leben, elf weitere wurden festgenommen und gefoltert. Außerdem werden sie auch für die Zerstörung zweier Dörfer im nigerianischen Bundesstaat Delta State verantwortlich gemacht.

In Richmond, Kalifornien verschmutze Chevron 1998 das Grundwasser mit einer Unmenge an giftigen Stoffen, in New Hampshire 2003 wurden sie wegen eines ähnlichen Geschehnisses angeklagt.

Angola, Afrika hat Chevron auf zwei Millionen Dollar wegen mehrerer Ölspills verklagt. 2003 wurden sie in Kalifornien zu einer Zahlung von sechs Millionen Dollar wegen zu hoher Luftverschmutzung durch ihre Raffinerien verurteilt.

Die Causa- ChevronToxico im Amazonas

AmazonasgebietTexaco wurde 1993 angezeigt, weil es im Zeitraum von 1964 bis etwa 1992 den Amazonas durch unsaubere Erdölförderung verschmutzt haben soll. Als Chevron und Texaco 2001 fusionierten, erbte Chevron diese Klage. Jetzt gibt es endlich eine Entscheidung in dem Fall. Zu Beginn wurde Chevron auf eine Schadenersatzzahlung von 27 Milliarden Dollar verklagt, damit zählt es zu den größten Umweltschutzgerichtsverfahren der Welt (zu sehen in Crude, The Movie).

Texaco erhielt 1964 vom Staat Ecuador die Erlaubnis zu Bohrungen im ecuadorianischen Amazonas. Zusammen mit PetroEcuador formten sie ein Konsortium, Texaco hatte eine Beteiligung von etwa 40%. Texaco baute mehrere Förderanlagen und Pipelines. Ab 1990 übernahm PetroEcuador zu 100% diese Anlagen und ab 1992 sind sie hundertprozentiger Besitzer des Konsortiums.

Die indigene Bevölkerung im Norden des Amazonas von Ecuador klagte Texaco das erste Mal im Jahr 1993 in den USA. Im Jahr 1995 reinigte Texaco einige Arbeitsgruben, finanzierte soziale Projekte und medizinische Versorgung. 2001 fusionierten Chevron und Texaco (Quelle: Chevron, Amazon Watch).

2006 klagte die indigene Bevölkerung mit Hilfe von US-amerikanischen Anwälten Chevron wegen enormer Umweltverschmutzung. Sie erhielten Unterstützung von Umweltschutzorganisationen wie Amazon Watch und deren Kampagne ChevronToxico. Die Kläger beschuldigen Chevron bis zu 1000 verschmutze Gruben mit Erdölabfällen im Jahr 1990 zurückgelassen zu haben, als ihre Anlagen von PetroEcuador übernommen wurden. Durch diese Arbeitsgruben sollen immer noch viele Flüsse verschmutzt werden, von denen 30 000 Menschen abhängen. Durch die

http://chevrontoxico.com/about/health-impacts/

http://chevrontoxico.com/about/health-impacts/

Verschmutzung seien die Krebsrate und Hautinfektionen angestiegen. Amazon Watch arbeitete mit den betroffenen Gemeinden zusammen um das Gerichtsverfahren zu beobachten und den Druck auf Chevron zu erhöhen. Sie forderten, dass das Areal von Chevron gereinigt wird und Schadenersatz gezahlt wird.

Auf Wunsch von Chevron wurde das Verfahren von den USA nach Ecuador verlegt.

Am 16. Februar 2011 wurde Chevron vom ecuadorianischen Gericht zu 9 Milliarden Dollar Schadenersatzzahlung verurteil. Chevron legte Berufung ein, jedoch bestätigte im November 2013 der Gerichtshof die Verurteilung des US-Ölkonzerns Chevron wegen Umweltverschmutzung.

Somit ist es der größte Umweltprozess gegen ein US- amerikanisches Unternehmen aller Zeiten (ChevronToxico).

Über Isabell Riedl
Die Natur hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Spätestens als ich aufgrund der Schönheit eines Tieres zu Tränen gerührt war, wusste ich, dass es meine Aufgabe ist, diese Welt und ihre Schönheit zu bewahren. Im Zuge meines Ökologiestudiums lebte ich 2 Jahre in Costa Rica, wo ich dessen Vogelwelt erforschte. Seit Mai 2012 arbeite ich nun bei der Werner Lampert Beratungs GmbH im Bereich der Nachhaltigkeit und verwalte unter anderem diesen Blog. Seit 2016 versuche ich diese Welt für mein Kind Ruben noch mehr zu schützen.
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