Social Entrepreneurs als Nachhaltigkeitstreiber

Gruppe von Menschen auf einer Bühne in einem großen Veranstaltungssaal

Umweltverschmutzung, Bildungsdiskrepanz, Diversity: Soziale Unternehmen beschäftigen sich mit aktuellen Problemstellungen unserer Gesellschaft und versuchen Antworten auf offene Fragen zu finden. Die Anzahl von Social Entrepreneurs ist klein, wächst aber kontinuierlich.

UnternehmerInnen, die nicht nur auf Profit achten, sondern auch nachhaltige Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme entwickeln, werden auch Social Entrepreneurs oder Sozialunternehmen genannt. Sie versuchen beispielsweise dem Klimawandel Einhalt zu bieten, Bildung für alle zu ermöglichen oder kämpfen gegen soziale Ungerechtigkeit an. Auf diese Art kommen die Unternehmen nicht nur ökonomischen Zielen, sondern vermehrt sozialer und ökologischer Verantwortung nach.

Derzeit gibt es noch eine geringe Anzahl an Social Businesses in Europa, aber die Szene wächst kontinuierlich. Laut einer Erhebung der Wirtschaftsuniversität Wien aus dem Jahr 2013 gibt es in Österreich rund 270 Sozialunternehmen. Vor allem viele Start Ups beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Problemstellungen. Gerade die junge Generation ist daran interessiert, sinnvolle und nachhaltige Projekte mit Geschäftsmodellen zu verknüpfen, mit dem Ziel die Welt und ihre Menschen positiv zu beeinflussen. Österreichische Jungunternehmen beschäftigen sich intensiv mit der Bildungsthematik. Das Schulungs- und Beratungsinstitut „equalizent“ fördert z.B. die Chancengleichheit von gehörlosen und schwerhörenden Menschen und verbindet auf diese Weise Bildung mit Diversity Management.

Ein weiteres Start Up namens „whatchado“ unterstützt vor allem Jugendliche bei ihrer Berufswahl. Das Onlineportal interviewt Berufstätige zu ihrem Karriere- und Aufgabengebiet, stellt potenzielle Arbeitgeber vor und versucht mittels Job Dating so die passende Berufsmöglichkeit für Arbeitssuchende zu finden.

Einen anderen Zugang hat das Start Up „Conda“ für sich selbst gewählt – hierbei handelt es sich um eine Plattform im Internet, die neue Geschäftsideen unterstützen möchte. Investoren können so neue Geschäftsideen finanzieren und dadurch die Umsetzung innovativer Ideen unterstützen.

Auch in Deutschland gibt es ein ähnliches soziales Unternehmen. Die gemeinnützige Online-Spendenplattform „Betterplace“ generiert Spendengelder für sinnvolle Projekte.

In Köln wurde ein Zentrum für Sozialunternehmer gegründet, das sich stark im Bildungsbereich engagiert. Das „Social Lab“ will gewaltfreies Lernen und eine Verbesserung der Lernatmosphäre in Schulen ermöglichen; zudem soll der Unternehmergeist unter Jugendlichen mithilfe eines Netzwerks, dem „Network for Teaching Entrepreneurship“, geschärft werden.

Die neuen Geschäftsmodelle in Europa verbinden so Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Sie schaffen Raum für Denken, Gestalten, und Umsetzen. Durch ihre Herangehensweise wird Nachhaltigkeit alltagstauglich gemacht und erhält neue Antriebskraft für die Gesellschaft.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
Dieser Beitrag wurde unter Junge Stimmen, Kultur&Soziales, Ökonomie, Zukunft abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.