Fair Trade – Was ist Fairer Handel?

Eine Banane mit einem FairTrade Sticker© pixabay

Definition: Der Faire Handel tritt vor allem für die Produzenten ein. Für ihre Arbeit sollen sie auf jeden Fall so viel Geld bekommen, dass sie davon Leben und ihre Kinder zur Schule schicken können. Dabei sind auch gute und sichere Arbeitsbedingungen wichtig (zu dem Problem der Billigware: http://blog.wernerlampert.com/2013/09/fashion-blog/).

Es geht hierbei nicht nur um den Warenhandel. Produkte werden unter fairen Bedingungen produziert und importiert. Die Definition für Fairen Handel lautet wie folgt:

„Fairer Handel heißt für uns, dass wir Arbeit und Verdienstmöglichkeiten haben, so dass wir unsere Kinder zur Schule schicken können. Von unserem Verdienst haben wir in der Gruppe ein gemeinsames Konto angelegt, und wir alle entscheiden, wer davon einen Kredit bekommen kann. Wir wollen kein Mitleid, sondern Arbeit, die wir in Würde verrichten können. Wir haben nun auch eigene Arbeitsräume, wo die Arbeitsbedingungen gut sind.“  (Sunita, Schatzmeisterin der Gruppe Taja16, TARA Projects, Indien. Aus: Die Wirkungen des Fairen Handels, S. 5, http://www.fairtrade.de/index.php/mID/1.1/lan/de)

Prinzipien

Das schafft der Fair Trade unter anderem durch einen Fair Trade Mindestpreis, der unabhängig vom momentanen Weltmarktpreis garantiert wird. Für einige Produkte werden den Genossenschaften auch Prämien ausgezahlt, über die sie frei verfügen können. Das Geld kann zum Beispiel für den Bau neuer Trinkwasserbrunnen verwendet werden, oder für die Renovierung von Straßen und Schulen. Andere investieren in die medizinische Versorgung oder Fortbildungen ihrer Mitglieder. Weitere Prinzipien des Fairen Handels betreffen die Handelsbeziehungen. Dabei wird angestrebt langfristige und möglichst direkte Handelsbeziehungen zu unterhalten. Darunter fallen auch mögliche Vorfinanzierungen der Genossenschaften und auch die Förderung der biologischen Landwirtschaft.

Zwei Kühe vor einer kleinen Hütte in einem tropischen Land

©Colourbox.com

Um die Arbeitsbedingungen der Bauern und Fabrikangestellten zu verbessern und sicherer zu machen wird den Arbeitern Schutzkleidung zur Verfügung gestellt, sie bekommen bezahlten Urlaub und eine soziale Vorsorge. Dies sind alles Dinge, die in den Industrienationen schon lange selbstverständlich sind und zum Standard gehören. Das sind nur einige Punkte, die rechtfertigen, warum Fair Trade Produkte nicht zu Billigpreisen im Supermarkt angeboten werden können. (siehe dazu auch: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/fair-trade-kaffee-hamburger-spd-fordert-steuerbefreiung-a-967476.html)

Fair Trade Firmen

Es bestehen zwei unterschiedliche Arten von Fair Trade Firmen. Zum einen Firmen, deren gesamtes Sortiment aus Fair Trade Produkten besteht. Diese werden auch 100 % Fair-Händler genannt. Darunter fällt zum Beispiel GEPA: Hier werden die Produkte überwiegend im Ursprungsland verarbeitet. Wenn dies nicht sinnvoll erscheint, werden aber auch Teile der Weiterverarbeitung in europäischen Ländern vollzogen. GEPA kauft zu 100% seine Produkte von Genossenschaften und Unternehmen, die sich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst sind und die Standards einhalten.
Andere Firmen (zum Beispiel: http://www.textil-one.de/bio-fairtrade) beziehen nur einen Teil oder nur einzelne Produkte aus dem Fairen Handel. Diese Produkte dürfen dann mit dem FairTrade-Siegel ausgestattet werden, da diese Importfirmen TransFair-Lizenznehmer sind.

Das FairTrade-Siegel

Fairtrade Logo

©FairTrade

Der Zweck von Gütesiegeln und Labels ist die Aufklärung des Konsumenten. Beim FairTrade-Siegel erkennt er sofort, dass er ein Produkt aus dem Fairen Handel kauft. Die größte Organisation, die zuständig ist für die Zertifizierung von Produkten und Produzenten sowie die Einhaltung der Kriterien überwacht, ist die Fairtrade Labelling Organization (FLO). Diese Dachorganisation beherbergt eine Vielzahl nationaler Fairhandelsorganisationen. Das international normierte FairTrade-Siegel ist das FLO-Gütesiegel. Daneben gibt es noch nationale Siegelinitiativen, wie Transfair in Deutschland und Fairtrade in Österreich. Außerdem existieren noch einige Labels, die sich auf bestimmte Organisationen, Länder oder Produkte beschränken. Da gibt es unter anderem BabaFair e.V. und Flowerlabel vom Flower Label Programm e.V.

Weiterlesen: Standards und Richtlinien der Fair Trade Kennzeichnung

 

Über Stefanie Brunold-Knop
Schon als Kind war ich ein Mensch, der Natur und Tiere liebte und versuchte, sie zu schützen. Ich bin Historikerin und habe mich während meines Studiums viel mit der Umweltgeschichte in Deutschland beschäftigt. Wo es geht, versuche ich der Umwelt und Tierwelt zu helfen.
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  • Ich finde es vor allem sinnvoll, den Produzenten zu zeigen, wie sie bessere Produkte herstellen können und ihnen bei der Umsetzung zu helfen. Warum es sinnvoll ist, den fairen Aufpreis über die gesamte Handelskette fließen zu lassen, bleibt mir auch nach diesem Artikel unklar. Eine direkte Spende wäre transparenter und es würde mehr ankommen. Ich wüsste gerne, wie viel von den 60 Cent/kg Aufpreis der Fair-Trade-Bananen bei den Plantagenarbeitern ankommt. Sogar der Finanzminister schneidet an dem Aufpreis mit – eine Spende wäre hingegen u. U. sogar von der Steuer absetzbar.