Standards und Richtlinien der Fair Trade Kennzeichnung

Großes Containerschiff verlädt Container©Colourbox.com

Es gibt Standards und Richtlinien, die die Vergabe der Fair Trade Siegel regeln. Diese Standards sind jedoch nicht gesetzlich festgeschrieben, sondern beruhen auf freiwilliger Basis. Entwickelt werden die Standards von der Fairtrade International, der Dachorganisation der nationalen Fairtrade Organisationen (NOF).

Allgemein lässt sich sagen, dass sich die Fair Trade Richtlinien auf drei Bereiche beziehen: auf die soziale, ökonomische und ökologische Produktion und Vermarktung von Produkten:

Soziales:

Dieser Bereich betrifft die Arbeiter und Bauern und überprüft/ regelt die Arbeitsbedingungen, die Gemeinschaftsprojekte, die Versammlungsfreiheit, das Diskriminierungsverbot und das Verbot der illegalen Kinderarbeit.

Ökonomie:

Der wirtschaftliche Aspekt der Richtlinien umfasst die Beratung, stabile Mindestpreise, Fairtrade-Prämien, langfristige Handelsbeziehungen und mögliche Vorfinanzierungen.

Ökologie:

Auch die Umweltbedingungen werden geregelt. Vor allem die Bereiche der verbotenen Substanzen, ein umweltschonender Anbau, die Forderung des Bio-Anbaus, das Verbot gentechnisch veränderter Organismen und den Bioaufschlag.

Weinbau in Afrika

©Colourbox.com

Mittlerweile umfasst der Fair Trade Markt viele Produktbereiche. Er beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf Kaffee, Zucker oder Baumwolle. Auch Einrichtungsgegenstände, Kinderspielzeug, Blumen, Schuhe etc. werden angeboten. Doch es gibt noch sehr viele Bereiche, in denen die Arbeitsbedingungen miserabel sind. Vor allem in der Technikbranche, ist Fair Trade noch ein Fremdwort (siehe dazu http://blog.wernerlampert.com/2013/09/fair-trade-smartphone). Hier besteht noch ein großer Nachhol- und Aufklärungsbedarf.

Fair Trade Aktionen

Um auf die Bedeutung des Fair Trades aufmerksam und die Menschen dafür sensibel zu machen, werden immer wieder Aktionen von verschiedenen Organisationen ins Leben gerufen. Dass die Aufklärungsarbeit Früchte trägt, zeigt die Tatsache, dass bereits über 80% der Deutschen wissen, wie das internationale Fair Trade Siegel aussieht und der Verkauf von Fair Trade Produkten steigt. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fairer-handel-mit-entwicklungslaendern-deutsche-verbraucher-kaufen-fairtrade-produkte-fuer-millionen-euro-1.1652232)

Fairtrade- Towns

Das Ziel der Aktion Fairtrade- Towns ist die Förderung von Produkten mit dem FairTrade-Siegel. Diese Kampagne geht auf den Briten Bruce Crowther aus der Stadt Garstang zurück. Die Initiative war so erfolgreich und wurde mit einem so großen öffentlichen Interesse verfolgt, dass die Fairtrade Foundation versuchte auch andere Städte für Fair Trade zu gewinnen. Sie verfasste einen Leitfaden für den Status einer „Fair Trade-Stadt“ und zwischen 2001 und 2006 konnte sie den Titel der Fair Trade-Stadt an weitere 209 britische Städte verleihen. Seit Beginn des Jahres 2009 können sich auch deutsche Kommunen um den Titel Fairtrade-Stadt, Fairtrade-Kreis oder Fairtrade-Gemeinde bewerben. In Deutschland ist, für die Vergabe des Titels, TransFair zuständig. Es gibt bereits über 200 Fairtrade-Städte in Deutschland, wie Dortmund und Neuss. Im Oktober 2009 wurden alleine 448 britische Fairtrade-Städte gezählt und 312 Städte weltweit.

In den letzten Jahren erstellten verschiedene Fair Trade Initiativen Richtlinien für die Vergabe der Zertifizierung. Es gibt fünf Standards, die befolgt werden müssen.
In den Sitzungen, den Büros und Kantinen des Gemeinde- oder Stadtrats werden Fair-Trade-Tee/ Kaffee verwendet. Außerdem wird entschieden, als Stadt oder Gemeinde/ Landkreis, den Titel „Fairtrade Stadt“ anzustreben.

  • Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe, die die Aktivitäten in der Bewerbungszeit koordiniert.
  • In einer bestimmten Anzahl von Einzelhandelsgeschäften, Cafés und Restaurants werden mindestens jeweils zwei Fair Trade Produkte ausgeschenkt/angeboten.
  • In Schulen, Vereinen und anderen öffentlichen Einrichtungen werden Fair Trade Produkte verwendet und es werden Bildungsinitiativen zum Thema Fairer Handel veranstaltet.
  • Die lokalen Medien berichten über alle Aktionen auf dem Weg zur Fair Trade Stadt

Fairtrade- Schools

Auch Schulen in ganz Deutschland können sich um einen Titel bewerben: Fair Trade School. Bedeutend ist hierbei, dass hier bereits bei den Kindern Aufklärungsarbeit bezüglich Fair Trade geleistet wird. So werden sie schon früh sensibilisiert für die Probleme und Zustände in anderen Teilen der Welt. Auch diese Aktion wird von TransFair getragen.

Es müssen, wie bei der Fair Trade Stadt, auch hier 5 Kriterien erfüllt werden, damit sich die Schule als Fair Trade School bezeichnen kann.

  • Es muss ein Fairtrade- Schulteam gegründet werden. Darunter Lehrer, Schüler, Eltern und andere Interessenten
  • Ein vom Rektor unterzeichneter Fairtrade-Kompass wird erstellt
  • An der Schule werden Fair Trade Produkte verkauft und verzehrt
  • Das Thema Fairtrade muss in mindestens zwei verschiedenen Klassenstufen in mindestens zwei verschiedenen Fächern behandelt werden.
  • Einmal im Jahr, oder öfter, wird eine Schulaktion zum Thema Fair Trade organisiert
Über Stefanie Brunold-Knop
Schon als Kind war ich ein Mensch, der Natur und Tiere liebte und versuchte, sie zu schützen. Ich bin Historikerin und habe mich während meines Studiums viel mit der Umweltgeschichte in Deutschland beschäftigt. Wo es geht, versuche ich der Umwelt und Tierwelt zu helfen.
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