Guter Konsum für ein gutes Leben: Der Meyer&Meyer Selbstversuch und die Nachhaltigkeitschallenge 2014

2 junge Frauen lächeln fröhlich

„Man müsste doch etwas verändern! Am besten gleich die ganze Welt! Das geht doch so nicht weiter mit unserem Ressourcenverbrauch. Diese schreckliche Unachtsamkeit.“ Ja, so reden wir manchmal, im Freundes- und Kollegenkreis, aber auch im Think Tank 30, dem jungen Club of Rome, Deutschland. Wir sind eine Gruppe von knapp 30 jungen Leuten – mit Ambitionen. Und vielen, vielen Ideen. Besonders gerne schreiben wir Papiere! Ein Think Tank eben… Santa Meyer-Nandi und Anna Meyer sind Mitglieder und haben Anfang 2014 entschieden, sich der großen, weiten Nachhaltigkeitstheorie ganz besonders praktisch zu nähern! Und da stehen sie nun: sechs Monate später – und um viele, viele Erfahrungen reicher, siehe hier!

Wir, Santa und Anna, möchten ein wenig erzählen von unserem Projekt, das wir den Meyer&Meyer Selbstversuch nennen. Und vielleicht finden wir ja auch unter den Anhängern Werner Lamperts neue Mitstreiter. Denn was als Selbstversuch begann, ist mittlerweile um die Nachhaltigkeitschallenge 2014 ergänzt worden. Ja, nicht nur der Think Tank 30 als Ganzes ist nun mit im Boot, sondern viele nette interessante Leute, die aufgesprungen sind und es wie wir lieben, uns selbst herauszufordern und viel zu lernen. Wir möchten auch Euch ganz herzlich einladen bei uns mitzumachen! Santa ist eine auf EU-Umweltrecht spezialisierten Juristin, Anna ist Politologin und Betriebswirtin mit Energiefokus – aber vor allem sind wir zwei ganz normalen Frauen mit dem wunderbaren Allerweltsnamen Meyer. Und genau so sind unsere sogenannten Challenges „allerweltstauglich“. Also, los geht’s:

Der Januar stand unter dem Motto: Bilanzieren unseres normalen Lebens. In der Januar Challenge könnt ihr lesen, was wir dabei über uns erfuhren. Anna war auch schon damals Vegetarierin, kaufte aber beim Rewe und nur teilweise Bio ein und achtete nur bedingt auf Verpackung. Santa kaufte zwar nur im Bioladen ein und achtete auf Verpackung, aber ging sehr oft Essen. 1-2 Mal in der Woche gab es bei ihr Fleisch und im Urlaub sogar öfter. In Sachen Konsum achtete Anna zwar schon darauf, möglichst ordentlich produzierte Waren zu erwerben, ob jede Konsumentscheidung jedoch tatsächlich notwendig war – no idea.

Erst im Februar, als wir uns von der Initiative good matters: goods don’t herausfordern ließen merkten wir, warum es so wichtig ist, auf Zeug einfach auch mal zu verzichten (Februar Challenge). Santa kaufte zwar auch vor unserem Selbstversuch vor allem Vintage und wenn neu, dann bio und fairtrade, aber auch sie kaufte einfach viel zu viele Kleider. Weil der Konsumverzicht so spannend war, fand die Übung im Rahmen der Nachhaltigkeitschallenge 2014 im Juni noch einmal statt, ergänzt um den Aspekt Minimalismus.

Beide waren wir allgemein durchaus gewillt, ethisch zu leben, aber unsere hektischen Lebenswandel durch Beruf und Familie, sowie durch Santas diverse Ortswechsel, führten doch immer wieder dazu, dass wir uns schnell mal etwas auf die Hand kauften oder einen Coffee to go im Wegwerfbecher, ohne die Herkunft zu kennen.

Im März starteten wir unsere Plastikdiät. Gründe dafür gibt’s jede Menge. Lest am Besten nach, warum, wieso, weshalb wir dieses Thema für besonders wichtig erhalten. Erst wenn man den Fokus auf etwas richtet, erkennt man es wirklich! Diese Erfahrung haben wir sehr intensiv, eigentlich jeden Monat, gemacht. Supermärkte bestehen zu einem sehr großen Anteil aus Verpackung. Ein Wochenmarkt kommt dagegen ganz anders daher… Viele unserer Erkenntnisse sind für sich genommen nicht weltbewegend, aber die Summe unserer Erfahrungen nach nur sechs Monaten hat unser Leben tatsächlich verändert!

Auf tierische Produkte verzichten wir seit unserem veganen Monat mit Kusshand, nicht immer, aber immer öfter. Es gibt einfach so unglaublich viele großartige Alternativen! Zeit statt Zeug! Und dabei meinen wir keine eingeschweißten Tofuwürstchen sondern die große weite Welt an Gemüse, Obst und Getreide. Auch Kräuter haben seither einen neuen Stellenwert (mehr zum veganen Monat)! Einen gewissen Boykott der konventionellen Fleischproduktion halten wir schon lange für notwendig, aber all die positiven Seiten der veganen Ernährung haben wir erst erfassen können, nachdem wir uns „künstlich“ zu mehr Konsequenz gezwungen haben. Tja, und nun sind wir voll und ganz überzeugt. Ach ja, besonders interessant wahrscheinlich für die Leser dieses Blogs: Bio-Produkte!

Eine Diskussion für die finanziell Bessergestellten? Nicht unbedingt. Wir haben uns für fünf Euro am Tag bio ernährt (Mai Challenge). Gewagt, und gewonnen! Auch wenn es unsere volle Kreativität erfordert hat und eine intensive Resteverwertung. Aber auch hier: Wir wollen gar nicht mehr anders leben!

Junge Frauen stehen in einem blauen Zelt und strecken sichLetzten Monat haben wir den Fokus auf regionale Produkte gelegt (Juli Challenge). Es ist unheimlich spannend, was man alles an Würze aus seiner Region holen kann, wie ihr z.B. hier sehen könnt.Unsere Bilanz mit vielen Tipps, Erfahrungen und Eindrücken wird auch auf dieser Seite veröffentlicht werden. Uns geht es nicht um das perfekte nachhaltige Leben, sondern das Design unseres individuellen nachhaltigen Lifestyles. Wohlbefinden und Entschleunigung sind für uns wichtige Themen –oder: innere Nachhaltigkeit. Wir lieben es, Nachhaltigkeit positiv anzugehen, ohne schlechtes Gewissen!

Ab heute sind wir also auch auf diesem Blog nachverfolgbar. Ansonsten natürlich gerne über www.findingsustainia.com und bei Twitter unter FindingS (https://twitter.com/Finding_S )! Wir freuen uns auf den Erfahrungsaustausch, Anregungen und natürlich sind wir auch offen für Kritik. Das Internet hat unser Tun in den letzten Monaten unheimlich bereichert – oder sagen wir so: all die spannenden Menschen, die wir über das Instrument der sozialen Medien kennengelernt haben und die sich teilweise schon viel länger mit dem jeweiligen Thema beschäftigen. Auf geht’s! Allez! Vernetzung für das gute, nachhaltige, genussvolle Leben…

Eure Meyer Santa und Anna

grafisch bearbeitete Fotos von 2 jungen Frauen

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