Lebensmittel für den Müll

Abgepacktes Brot im Müll

Im Durchschnitt wirft jeder Österreicher pro Jahr 200 Kilogramm genießbare Lebensmittel im Wert von mehr als 500 Euro weg. Dazu kommt, dass noch rund ein Drittel jeder Ernte als Ausschuss behandelt wird, das heißt die Kosten dafür werden auf den Preis der anderen Waren aufgeschlagen. Der Konsument zahlt also auch noch das, was er nicht bekommt.

Jährlich wird weltweit eine Fläche größer als Kanada für den Anbau von Nahrungsmitteln verbraucht, die wir wegwerfen. Solche Vergeudung bedeutet zugleich den unnötigen Einsatz ungeheurer Mengen von nicht erneuerbarer Energie, Dünger, Schädlingsbekämpfungsmitteln, Wasser, Land und Arbeitskraft. Die Lebensmittel, welche weggeworfen werden, tragen kräftig zur globalen Erwärmung bei. Beim Verrotten der Lebensmittel wird Methan freigesetzt, ein 24mal stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid. Wäre die weltweite Nahrungsverschwendung ein Land, es wäre der drittgrößte Produzent von Treibhausgasen auf der Erde, gleich nach China und den Vereinigten Staaten.

Das größte Problem, beim Versuch gegenzusteuern, ist immer noch die alltägliche
Verdrängung. Kaum einer will sich damit befassen. Es gibt doch immer alles frisch und billig im Supermarkt. Wir heben keine Reste auf, um sie aufzuwärmen oder anders zu verkochen. Auch die zu große Portion im Restaurant einzupacken ist ziemlich uncool geworden. Nur langsam ändert sich das Bewusstsein, das hier etwas grundlegend falsch läuft.

Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass wir uns den Luxus der Verschwendung nicht unbegrenzt erlauben können. Lebensmittel für den Müll zu erzeugen ist kein nachhaltiges Rezept, auch wenn unsere Wirtschaft davon profitiert.

Über Günter Pichler
Günter Pichler ist im waldreichsten Bundesland Österreichs aufgewachsen und ist als Kind geprägt von der ersten Energiekrise 1972. Als Architekt führt er ein Architekturbüro in Wien, als Senior Scientist lehrt und forscht er an der technischen Universität.
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