Mit Verzicht auf Fleisch das Klima retten!

Hübsch angerichteter Teller mit Polenta, Pilzen und SalatGebratene Pilz-Polenta © Frau Schulz

Dass der tägliche Griff zur Wurstsemmel nicht unbedingt gesundheitsförderlich ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch nun zeigt eine neue Studie: Wer seinen Fleischkonsum reduziert, lebt dadurch nicht nur gesünder, sondern rettet auch das Weltklima.

Rund 64 Kilogramm Fleisch verzehrt ein durchschnittlicher Europäer laut OECD pro Jahr – und damit weit mehr als ein Verbraucher in Asien oder Afrika. Dort kommen Verbraucher mit 11,7 Kilogramm pro Jahr (in Afrika) bzw. 25,69 Kilogramm (Asien-Durchschnitt) aus. Aber vor allem in den Schwellenländern steigt die Lust nach Fleisch. Die OECD geht davon aus, dass der weltweite Durchschnittskonsum pro Jahr bis 2023 um 2,4 Kilogramm auf 36,3 Kilogramm Fleisch steigen wird.

Das stellt nicht nur die Agrarproduzenten vor enorme Herausforderungen, sondern auch unser Klima. Wie ein Forscherteam der University of Minnesota nun berichtet, haben unsere Ernährungsgewohnheiten – vor allem der ungebremste Hunger auf Fleisch – auch Einfluss auf das weltweite Klima. „Wir haben nachgewiesen, dass eine Ernährungsumstellung das Leben um bis zu zehn Jahre verlängern und außerdem massive Umweltschäden verhindern würde“, wird Studienautor David Tilman auf ORF.at zitiert.

Gemuesekiste-von-CSADie hier erwähnte Ernährungsumstellung bedeutet, dass wir weniger Fleisch und Zucker, dafür mehr Nüsse, Obst und Gemüse essen müssten. Diese Umstellung unserer Ernährungsgewohnheiten könnte die Zerstörung von Regenwäldern und somit Savannen verhindern, die bis 2015 eine Fläche halb so groß wie die USA einzunehmen drohen.

Schon 2008 machte der Vorsitzende des UNO-Weltklimarates (IPCC), Rajendra Pachauri, auf diese Thematik aufmerksam: Abholzung für Weideflächen, Düngung, Spritverbrauch der Maschinen und Methanausstoß der Tiere – das alles belaste das Klima. Japanische Forscher vom Institut für Landwirtschaft in Tusukuba errechneten, dass die Produktion von einem Kilo Fleisch rund 36 Kilogramm CO2 verursacht.

Auf diese Zahlen kommt man vor allem, wenn man die Produktion von Futtergetreide der Tiermast anlastet. Denn die Aufzucht von Tieren ist aus energetischer Sicht furchtbar ineffizient: Zur Erzeugung von einem Kilogramm Fleisch benötigt man bei Hühnern rund zwei Kilo Futtergetreide, bei Schweinen vier bis fünf, bei Rindfleisch acht bis zehn Kilo Futter pro Kilo Fleisch. Getreide, das alternativ als Basis für eine fleischlose Ernährung zur Verfügung stehen würde.

Da die OECD mit einem global steigenden Fleischkonsum rechnet, werden auch der Futterbedarf und damit die Umweltbelastung weiter steigen. Die Studienautoren von der University of Minnesota haben daher untersucht, wie sich drei Ernährungsstile Vegetarismus, Pescetarismus (Ja zu Fisch, Nein zu Fleisch) und die Mittelmeerdiät (wenig Fleisch, viel Obst, Gemüse und Fisch) auf das Klima auswirken. Fazit: Würde sich die ganze Welt gemäß der drei Alternativen ernähren, könnte die Landwirtschaft 1,2 bis 2,3 Gigatonnen CO2 pro Jahr sparen.

Eine sofortige Umstellung der weltweiten Ernährungsgewohnheiten scheint zwar unrealistisch. Aber vielleicht könnte jeder Einzelne der Konsumenten in den Industrieländern seinen eigenen, kleinen Beitrag leisten, indem er fleischlose Tage einlegt – seiner Gesundheit und dem Klima zuliebe.

Weiterführende Links:

Studie OECD

Studie University of Minnesota

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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