Tierwohl ist eine Frage der Menschenwürde

Kuh blickt in die Berge

„Gerade heute, in einer Zeit da die landwirtschaftlichen Betriebe perfektioniert und fit gemacht werden für TTIP, gerade heute ist es unerlässlich über Tierwohl zu reden!“ eröffnete Werner Lampert die Pressekonferenz von Zurück zum Ursprung zum Thema „Tierwohl als Grundwert“ am 10. März 2015.

Mit zugegen waren Madeleine Petrovic – Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, Michael Zoklits – Leiter der Gesellschaft für artgemäße Nutztierhaltung und Karlheinz Uhl – Geschäftsführer von Nestei und Projektpartner für „Hahn im Glück“.

Sprechen wir über Tierwohl, so meinen wir, dass die Tiere frei von Fehlernährung, Hunger und Durst, frei von ungeeigneten Unterbringungen, frei von Verletzungen, Krankheiten und unnötigen Schmerzen sowie frei von vermeidbaren Leiden sind.

Und frei sind, sich tiergemäß, ihrer jeweiligen Art entsprechend zu verhalten und ihre Bedürfnisse zu leben.

Tiere können Schmerzen empfinden

Doch die Realität sieht anders aus. In unserer perfektionierten Landwirtschaft stehen Qualzuchten und Massentierhaltung an der Tagesordnung. Es kommt zu Lebens- und Verhaltenseinschränkungen. Kritiker möchten Tieren sogar Schmerzempfinden aberkennen, um die Haltungsbedingungen zu rechtfertigen.

Das Nationale Institut für Agronomieforschung: INRA ist zur Erkenntnis, zur wissenschaftlichen Erkenntnis gekommen: Tiere haben Schmerzen! Tiere fühlen Schmerzen!

Zum Schmerzempfinden gehört die Fähigkeit Reize empfinden zu können. Diese Reize müssen ein Gefühl auslösen, das bei Tieren beispielsweise Angst erzeugt. Tiere müssen, wenn sie Schmerzen empfinden können, über ein Schmerzbewusstsein verfügen, das ein bestimmtes Handeln auslöst.

All das ist, sowohl bei Säugetieren, wie Rindern und Schweinen, als auch beim Geflügel festgestellt worden.

Tierwohl ist Menschenwürde

Unser Menschsein konstituiert sich in der Form unseres Umgangs mit den uns Anvertrauten. Mit dem Umgang mit unseren Tieren, die uns zum Nutzen sind.

Lassen wir Tierleid zu oder nehmen es in Kauf, berauben wir uns unseres Mitgefühls. Zukunftsfähig sind wir nur dann, wenn wir zu einer radikal solidarischen, empathischen und fairen Gesellschaft werden.

 

Details zum Pionierprojekt „Tierschutz geprüft“ bei Zurück zum Ursprung

4 Personen stehen vor grünen PlakatenAb sofort sind alle tierischen Lebensmittel bei Zurück zum Ursprung „Tierschutz geprüft“.

Das Zeichen vergibt die Gesellschaft für artgemäße Nutztierhaltung. Diese unabhängige Gesellschaft ist ein Konsortium aus Vier Pfoten, dem Wiener Tierschutzverein und dem Verein gegen Tierfabriken.

Mit unserem Projekt wollen wir bei Bauern und Konsumenten das Bewusstsein und die Achtsamkeit schärfen, dass es auch anders gehen kann, und dass es alternative Wege der Tierhaltung gibt.

Über Werner Lampert
Werner Lampert (geboren 1946 in Vorarlberg/Österreich) zählt zu den Wegbereitern im Bereich nachhaltiger Produkte und deren Entwicklung in Europa. Der Biopionier beschäftigt sich seit den 1970er-Jahren intensiv mit biologischem Anbau. Mit Zurück zum Ursprung (Hofer) und Ja! Natürlich entwickelte er zwei der erfolgreichsten Bio-Marken im deutschen Sprachraum.
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