Ziehen Sie Ihre eigenen Pflanzen heran – So geht’s!

Viele Töpfe mit kleinen Pflänzchen

Der Frühling ist da. Und wer Garten, Balkon oder Fensterbank zu Hause hat, dem wird es jetzt schon in den Fingern kribbeln. Anbei ein kleines 1×1 der Anzucht der wichtigsten Kulturen:

 

 

  1. Vorkultur
  2. Pikieren
  3. Auspflanzen
  4. Saatgut- & Jungpflanzenbezug

1. Vorkultur

Samen sollten generell in einer nicht gedüngten Erde gesät werden, da die Keimlinge äußerst empfindlich sind und die Würzelchen sonst schnell absterben oder sich schlecht entwickeln. Jede Kultur hat eine Optimalkeimtemperatur, bei der die Samen am besten keimen. Das heißt es muss für genügend Wärme gesorgt und trotzdem vor Austrocknung geschützt werden, da ein  Samen zunächst viel Feuchtigkeit braucht um Keimprozesse starten zu können. Außerdem gibt es für jede Kultur einen für unsere Breitengrade optimalen Zeitpunkt sie vorzukultivieren, damit sie beim Auspflanzen ins Feld im richtigen Stadium ist.

  • Paprika & Chili: Vorkultur Ende Februar bis Anfang März; 25-28°C
  • Tomaten: Ende März bis Anfang April; 24-28°C
  • Melanzani: Anfang März bis Anfang April; 25-28°C
  • Zucchini & Kürbis: Vorkultur ab April; 18-24°C

Oben genannte Kulturen sind Dunkelkeimer. Sie müssen beim Säen leicht mit Erde bedeckt werden.

Nach der Keimung müssen die Jungpflanzen kühler gestellt werden, um sie langsam an die kühleren Temperaturen im Freiland gewöhnt zu werden. Sie können tagsüber ins Freie und abends wieder hinein oder ins Glashaus gestellt werden.

2. Pikieren

Viele kleine Pflänzchen in Papiersäckchen mit Erde

Bereit zum Pikieren

Bereits 7-10 Tage nach der Keimung können die Jungpflanzen pikiert werden, damit sie sich nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Dabei werden die ca. 2cm großen Pflänzchen vorsichtig mit einem Pikierstab (leere Kugelschreiberhülse, Essstäbchen, etc. tun’s auch) aus der Aussaatschale gehoben.

Anschließend werden die Wurzeln mit dem Fingernagel ca. um ein Drittel eingekürzt, um das Wurzelwachstum anzuregen. Mit dem Pikierstab wird nun ein Loch in das neue Pflanzgefäß gestochen und die Jungpflanze so eingesetzt, dass die Wurzeln wieder nach unten gerichtet sind. Die oben genannten Kulturen können ruhig tief eingesetzt werden, um ihnen mehr Stabilität zu verleihen. Dann etwas mit Erde andrücken und gießen. Wichtig ist, dass Jungpflanzen rasch pikiert und nicht lange am Licht liegengelassen werden und so austrocknen. Auch nach dem Pikieren sollten die Pflänzchen nicht in die pralle Sonne gestellt, sondern idealerweise 2-3 Tage schattiert werden.

3. Auspflanzen

Am besten pflanzt man an einem schattigen Tag aus, damit die Blätter nicht so viel Wasser verdunsten. Dazu stellt man die Pflanzen kurz vor dem Einpflanzen in ein Wasserbad. Oben genannte Kulturen sind Starkzehrer, sie können auch in eine Pflanzenjauche – z.B. Brennessel – gestellt werden. Mit einem Pflanzholz oder der Hand wird ein ausreichend tiefes Setzloch in den gut gelockerten Boden gegraben und die Jungpflanze mit den Wurzeln nach unten eingesetzt. Nach dem Setzen muss die Jungpflanze gut angegossen werden.

Beim Setzen der Jungpflanzen ist es wichtig einen guten Abstand zwischen den Pflanzen einzuhalten um jeder genügend Standraum geben zu können, damit sie gut gedeihen und Erträge liefern kann.

4. Saatgut- & Jungpflanzenbezug

Vielzahl an Pflänzchen in kleinen TöpfenSaatgut kann man in diversen Supermärkten sowie Gartencentern und Baumärkten kaufen oder im Internet unter:

https://www.arche-noah.at/

http://www.reinsaat.at/

Wie jedes Jahr findet im April in Wien (17. , 18. und 19. April 2015) die Raritätenbörse statt… leider für die Saatgutanzucht etwas zu spät, aber Jungpflanzen gibt es dort in Hülle und Fülle – auch Raritäten wie der Name schon sagt.

Immer wieder gibt es auch die Möglichkeit Saatgut zu tauschen. Hierzu informiert man sich am besten bei der Gebietsbetreuung: Saatguttausch

Die Karl Schubert Schule vergibt an mehreren Tagen im Mai Jungpflanzen, die aus selbst gewonnenem Saatgut oder aus Samen von Arche Noah und ReinSaat stammen.

Viel Spaß beim Garteln und einen schönen April!

Eva

Über Prüf Nach! Team
Das Prüf Nach! Team besteht aus ExpertInnen mit diversen Fachgebieten. Gemeinsam mit Werner Lampert bilden sie die Werner Lampert Beratungs GmbH, die Europas erfahrenstes Unternehmen in der Entwicklung, Erzeugung und Vermarktung nachhaltiger Bioprodukte und Marken ist. Der Name stammt vom Prüf Nach! Standard, in dem die Philosophie, die Art des Handelns und strengen Richtlinien des Unternehmens festgehalten sind.
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