365 Tage Secondhand-Mode: ein Selbstversuch

Schwarze Frau mit Jean und in Hemd lächelt© hindi-kiflai.de/

Wie viel Kleidung ist noch gesund? Benötigen wir tatsächlich immer die aktuellste Mode oder geht es auch anders? Eine Bloggerin aus Deutschland wagt den Selbstversuch. Sie verzichtet im Sinne der Nachhaltigkeit ein Jahr lang auf neue Kleidung.

Die Bloggerin und Hörfunkjournalistin Hindi Kiflai liebt Shoppen gehen, dennoch möchte sie dem ungebremsten Kleider-Rausch ein Ende setzen. Vor allem die zahlreichen Unfall-Meldungen aber auch die generellen Arbeitsbedingungen in den Kleiderfabriken in Bangladesch, Kombodscha oder China gaben ihr zu denken und waren der Anstoß für ihr Experiment, mit dem sie zeigen möchte, dass es auch anders geht.

Schwarze Frau in schwarzem Kleid lächelt

© hindi-kiflai.de/

Hindi Kiflai trägt seit dem 1.1.2015 für insgesamt 365 Tage nur von anderen, bereits genutzte, Mode. Sie leiht sich in mehreren Secondhand-Shops Kleidung aus und bringt sie gewaschen zurück. Die Idee für ihren Versuch Secondhand-Mode zu verwenden, entstand aus der „Not“ – denn Fair-Trade-Mode war ihr auf die Dauer zu teuer. Das Ziel der Bloggerin: Sie will vermitteln, dass man nicht bei jeder neuen Kollektion zugreifen muss. Gut aussehen geht auch anders – nämlich nachhaltig. Sie geht mit gutem Beispiel voran und möchte so andere zum Nachdenken und Nachahmen animieren.

Situation in Österreich

Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Österreich Projekte wie jene von Hindi Kiflai. Auch die Österreicherin Nunu Kaller verzichtete im Jahr 2012 auf neue Kleidung und berichtete in ihrem Blog über ihre Erfahrungen. Ihr Motto: „Ich kauf nix – ein Jahr ohne Kleiderkauf – vom Shopaholic zur kritischen Konsumentin.

Schwarze Frau in Aprikotrock und getupfter Bluse

© hindi-kiflai.de/

Dass Experimente wie diese dringend notwendig sind, verdeutlichen alarmierende Zahlen: Insgesamt setzt der österreichische Bekleidungshandel jährlich 4,8 Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer) um. In einem Monat sind das über 110,- Euro pro Kopf, die für Kleidung ausgegeben werden. Zwar nehmen die Ausgaben für Kleidung pro Jahr ab, der Anteil an Billig-Kleidung aus dem Value-Segment steigt jedoch.

Vereinfacht ausgedrückt geben wir immer weniger Geld für mehr Kleidung aus. Dieses System kann langfristig nicht funktionieren. Neben der sinnlosen Verschwendung von wertvollen Ressourcen werden auch schamlos Menschen ausgenutzt. Gemeinsam können wir der Vergeudung und Ausbeutung ein Ende setzen. Idealweise werden Fair-Trade-Angebote und Fair-Trade-Mode gekauft. Dennoch zeigen Menschen wie Hindi Kiflai und Nunu Kaller, dass man auch einen anderen Weg einschlagen kann. Durch Verzicht oder Wiederverwendung kann vieles bewirkt werden.

Wenn wir unseren eignen Lebensstil in Richtung mehr Nachhaltigkeit verändern, erfüllen wir für die Gesellschaft eine wichtige Funktion. Wir probieren neue Dinge aus, machen Raum für neue, aufregende Erfahrungen und gestalten die Zukunft und den Lebensraum von morgen.

Weiterführende Links:

Die Stiftung Futur-Zwei stellt auf ihrer Internetseite eine Sammlung von mehr als 240 Initiativen vor, die zu nachhaltigerem Handeln auffordern wollen. Darunter sind auch Blogs.

instagram-Account von Hindi Kiflai (@dailyrewind)

facebook-Account von Hindi Kiflai

Blog von Hindi Kiflai

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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