Fesch, nachhaltig und regional produziert? Geht das?

Eine junge Frau und ein junger Mann stehen ins sehr eleganten hübschen Kleidern beieinander©Julie Brass

Das Wiener Modelabel Shakkei versucht alle drei Faktoren unter einen Hut zu bringen. Das mit Erfolg! Shakkei ist ein Wiener Modelabel, das durch lokale Wertschöpfung in Österreich und der restlichen EU nachhaltig produziert. Im Atelier hast du die Möglichkeit dir vor Ort ein Bild von der Produktion zu machen. Also schau vorbei!

Der Wiener Jungdesigner Gabriel Baradee vom nachhaltigen Modelabel Shakkei wurde im Rahmen des OIKOS-Talk zum Thema nachhaltige Mode am 15.04.2015 auf die WU Wien eingeladen. Der OIKOS-Talk wurde von den engagierten Studentinnen Madeline Schneider und Manuela Bigler, dem Fashion Team von OIKOS Vienna geleitet.

Für den Werner Lampert Blog gibt es hier das exklusive Interview mit dem nachhaltigen Mode-Pionier zum Startpunkt seines Labels und zu regionaler Produktion.

Warum haben Sie angefangen Bio-Mode zu produzieren?

©Oikos Vienna

©Oikos Vienna

Gabriel Baradee: Mein Bestreben war es nachhaltige Mode zu produzieren, die auch hohen Ansprüchen gerecht wird und aus diesem Kartoffelsack-Image, das es leider noch immer hat, heraus zu holen. Wir wollen auch den Beweis antreten, dass man mit Bio-Mode Abendmode machen kann und damit in ein schickes Büro gehen oder sämtliche Alltagsdinge bewerkstelligen kann. Mit nachhaltiger Mode kann man High-Fashion produzieren. Das war mein Bestreben.

Was ist ihre Vision mit ihrem Mode-Label?

Meine Vision ist, dass nachhaltige Mode etwas Selbstverständliches ist. Dass man es nicht mehr extra betonen muss, sondern dass wir für unsere Entwürfe und Designs gelobt werden. Daran arbeite ich mit meinem Team ganz intensiv.

Wie und wo produzieren Sie Ihre Mode?

Junges Model in klassischem weißen Hemd und dukelblauen Sakko

Herren Sommerkollektion 2015 ©Julie Brass

Wir produzieren zu 100% in der EU und davon zu etwa 80% in Österreich. Fast die gesamte Herrenkollektion wird in Wien hergestellt. Wir produzieren die Hemden zum Teil in Deutschland und die weiteren Kleidungsstücke aus Strick, Jersey und anderen Materialien werden innerhalb der EU, z.B. in Bulgarien, hergestellt. Die Materialien kommen zum Teil aus Österreich, zum Teil aus der EU. Wir sammeln im Grunde schon auf der ganzen Welt Materialien. Aber wir versuchen natürlich so nah wie möglich am Standort Wien zu sein und den CO2 Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Das ist ein sehr komplexes Thema, wenn man sich damit beschäftigt. Beispielsweise gibt es sehr viele interessante Ansätze mit Pflanzen, die schnell nachwachsen und Rohstoffe erzeugen. Wir versuchen gerade in diesem Bereich am aktuellsten Stand zu sein, sehr viel zu recherchieren und Neuerungen in unsere Kollektion aufzunehmen.

Welche Kundinnen- und Kundenwünsche möchten Sie am meisten ansprechen?

Eine junge Frau und ein junger Mann stehen ins sehr eleganten hübschen Kleidern beieinander

Frauen und Herren Sommerkollektion 2015 ©Julie Brass

Am meisten den Hunger nach schöner Mode und in zweiter Linie die faire und biologisch nachhaltige Produktion. In unserer Gesellschaft machen wir uns sehr viele Gedanken, was wir essen oder welche Kosmetik wir verwenden. Aber wir machen uns gar nicht so viele Gedanken, was wir auf unserer Haut tragen und dass es sich um teilweise hochtoxische Gifte sind, die vom Körper aufgenommen werden. Das sehen wir auch als einen Teil unserer Arbeit genau in diesem Bereich Bewusstsein zu schaffen.

Welche Kleidung bieten Sie an und wo ist diese erhältlich?

Hübscher jugner Mann mit schwarzem Haar in klassischem weißen Hemd und Sakko

Gabriel Baradee ©Julie Brass

Wir sind spezialisiert auf Business Wear. Aber wir bieten ebenso die gesamte Bandbreite an, von Abendmode, Freizeitkleidung bis zu Accessoires und Taschen. Derzeit ist unsere Kleidung in unserem Atelier-Shop in der Spittelauer Lände 9 in Wien, in unserem Online-Shop und in Pop-up-Stores erhältlich. Bald ziehen wir in die Burggasse 43-45/Ecke Kirchengasse in den siebten Bezirk in Wien um. Dort eröffnen wir unseren ersten Flagship-Store im Rahmen der Vienna Fashion Week im September 2015.

 

Was ist OIKOS?

Oikos ist eine internationale Studierendenorganisation an der WU Wien, die sich mit nachhaltiger Entwicklung in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt beschäftigt. Engagierte Studierende informieren über aktuelle Herausforderungen und diskutieren über innovative Lösungsansätze. Dabei geht es um kritischen Konsum, alternative Wirtschaftsmodelle, nachhaltige Jobs und Green Investment. Ziel der Organisation ist es ein Bewusstsein für ökologische und soziale Nachhaltigkeit unter den Wirtschaftsstudierenden zu schaffen.

Nächste Woche ist am 24.4. der Fashion Revolution Day. Österreich ist Teil der Fashion Revolution Gruppe und dazu gibt es am 24.04.2015 um 18:30 Uhr ein Film Screening der Dokumentation „Traceable“ mit anschließender Podiumsdiskussion im Schikaneder. Mach dich auf die Socken!

Weiterführende Links:

Shakkei

Oikos Vienna

Vienna Fashion Week

Fashion Revolution Austria

Über Raphaela Steiner
Raphaela Steiner (geboren in Feldbach, Steiermark) studierte Betriebswirtschaft an der WU Wien, Internationale Kommunikation und Medien an der Hogeschool Utrecht in den Niederlanden und absolvierte ihr Masterstudium in Organic Business & Marketing am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt. Den Kernteil ihres Masterstudiums stellten Projektteamarbeiten mit Unternehmen und Studienreisen zum Thema Produktion und Vermarktung von ökologischen und konventionellen Produkten, unter anderem von Lebensmitteln, Kosmetik und Bekleidung, dar. Mit dem Ziel ein Bewusstsein für nachhaltige Kleidung in der Öffentlichkeit zu bilden begann sie während ihres Studiums mit der Produktion von Kurzfilmen und dem Schreiben über Bio-Mode und regionale Produktion.
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