Burgenland: die positive Seite des Windes

Windpark mit vielen Windrädern

Die meisten unterschätzen das Burgenland, das kleinste Bundesland Österreichs. Doch gerade dieses Land zeigt den Zukunftsweg in Sachen Energieautarkie vor: Burgenland möchte bis 2050 bei der Stromversorgung unabhängig werden und gilt bereits jetzt als Best-Practice-Modell für ökologisch verträglichen Windkraft-Ausbau.

Das Burgenland ist für seine schöne Landschaft, den Neusiedlersee, und seine kulinarischen Künste bekannt. Heute ist dieses Bundesland der Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien: Im Burgenland wird deutlich mehr Strom durch Windkraft erzeugt, als verbraucht werden kann. Es ist damit zu einem Vorzeigemodell für den Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Österreich avanciert, bei dem auch der Naturschutz mitberücksichtigt wird.

Grundstein wurde bereits früh gelegt

Bereits vor 15 Jahren wurde der Grundstein für die Vorzeigeregion gelegt, als in den 90er Jahren in Zurndorf die ersten sechs Windräder eines Windparks errichtet wurden. Inzwischen verfügt das Land über knapp 400 Windkraftanlagen – wobei mehr als 90 Prozent des Windstroms allein im Bezirk Neusiedl am See erzeugt werden. Bereits 2013 war das Bundesland die erste Region in Europa, die ihren Strombedarf – rein rechnerisch – zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie abdecken konnte.

Durch die Erzeugung von Windenergie können im Burgenland jährlich knapp 1 Million Tonnen CO2 eingespart werden, was rund 100 Millionen Litern Erdöl entspricht. Laut eigenen Angaben will das Land in diesem Jahr 1300 MW Windstrom produzieren, was wiederum mit dem Verbrauch von ganz Österreich gleichgesetzt werden kann.

Regionalität auf ganzer Linie

Die burgenländische Windenergie ist aber nicht nur ein Vorzeigeprojekt im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit. Die Energiewende hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass mehr als 4.600 „green Jobs“ in der Windkraftbranche geschaffen werden konnten. Die erste stromautarke Region in Europa ist zudem bei der Ausbildung von Windkraft-Spezialisten Pionier. So wurden in Kooperation mit dem AMS in den Jahren 2014 und 2015 rund 20 Millionen Euro für Jugendmaßnahmen am Arbeitsmarkt investiert. Die ersten WindenergieanlagentechnikerInnen Europas kommen ebenfalls aus dem Burgenland.

Weiterführene Links

WWF Studie 2014

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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