Ziel: Verzicht auf Plastik

Landschaft übersät mit Plastikmüll

Plastik ist heutzutage scheinbar ein notwendiges Übel. Es ist kaum noch wegzudenken aus unserer Gesellschaft. Der Kunststoff ist auch dort anzutreffen, wo er nicht sein sollte: In den Weltmeeren, auf Straßen, in Wiesen – wo er unser Ökosystem verschmutzt. Rezente Projekte versuchen den Plastikmüll stark zu reduzieren. Doch das letztendliche Ziel ist der Verzicht auf Plastik.

Einer jüngst veröffentlichten Studie zufolge landeten im Jahr 2010 zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastik als Abfall im Meer. Beinahe drei Viertel des Plastikmülls bleiben jedoch für uns verborgen, da der Müll auf den Meeresboden sinkt. Der Rest treibt auf der Meeresoberfläche oder wird an Küsten angespült. Das Verheerende: Plastik ist nahezu unvergänglich, über Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte werden so nach und nach Giftstoffe freigesetzt. Zudem verwechseln Tiere den Kunststoff mit Nahrung und verenden an dem unverdaulichen Plastik, das sich im Magen ansammelt. Forscher warnen, dass die Umweltverschmutzung und die Plastikansammlungen im Meer von Jahr zu Jahr zunehmen.

An diesem Punkt setzen nun Initiativen und Forschungsprojekte an. Das Recycling von Plastik stellt nur eine Zwischenlösung dar. Langfristig soll dieser Kunststoff nicht mehr verwendet bzw. produziert, und durch Alternativen wie beispielsweise Papier oder Leinen ersetzt werden. Bis sich aber ein vollkommener Verzicht auf Plastik durchgesetzt hat bzw. ausschließlich natürlich abbaubare Alternativen verwendet werden, benötigen wir noch Zeit. Dennoch gibt es bis dato Recycling-Zwischenlösungen, die den Plastikmüll sinnvoll verwerten.

Zwischenlösung 1: Bio-Kunststoffe

„Bio“ bezeichnet im Zusammenhang mit Kunststoffen Bestandteile, die teilweise oder in wenigen Fällen vollständig von nachwachsenden Rohstoffen stammen, beispielsweise Maisstärke, Milchsäure oder andere nachwachsende Rohstoffe. Biokunststoff kann somit für Cellulosefolie stehen, die zu 100% aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt wird – diese Folie ist ethisch unbedenklich, gentechnik-frei und nachhaltig. Selten werden Biokunststoffe jedoch vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. In beinahe zwei Drittel der Fälle ist noch immer Erdöl der Ausgangsrohstoff der verwendeten Kunststoffe. Zudem wird das Bio-Plastik unter hohem Energieaufwand produziert.

Zwischenlösung 2: extrem-schnell biologisch abbaubares Plastik

Großes Reagenzglas mit blauer trüber Flüssigkeit

Foto: Karolina Härnvall

Beim diesjährigen Wasserpreis „Neptun“ gewann die junge Schwedin Karolina Härnvall, die an einem ökologischen Kunststoff forscht. Sie untersucht, wie Biokunststoffe schneller von der Natur abgebaut werden können. Gemeinsam mit einem Forschungsteam an der BOKU Wien will sie herausfinden, inwiefern Moleküle verbunden werden müssen, um möglichst schnell von der Natur zersetzt werden zu können. In erster Linie soll so neuer Müll verhindert werden. Dennoch unterstreicht die junge Forscherin, dass das Meer bzw. das gesamte Ökosystem von Plastik bereinigt werden muss.

Zwischenlösung 3: Recycling

Das Recycling von Plastik ist prinzipiell keine neue Erfindung. Dennoch erweitern sich zunehmend die Einsatzgebiete von wiederverwendetem Kunststoff. Den Startschuss zu einer Recycling-Mode gab vergangenes Jahr das Unternehmen „G-Star“ in Kooperation mit dem Recycling-Modelabel „Bionic Yarn“ des Musikers Pharrell Williams. Die Denim-Kollektion (Raw for the Oceans) ist seit September 2014 auf dem Markt. Nun hat auch Adidas angekündigt, Kleidung aus Recycling-Plastik herstellen zu wollen. Adidas verwendet bereits recyceltes Plastik, in Zukunft soll bewusst Plastik aus den Ozeanen für die Kleiderproduktion eingesetzt werden.

 Ziel: Verzicht auf Plastik

Führende Experten sind sich darüber einig, dass Recycling und Alternativen auf Erdöl-Basis nur ein Teil der Lösung sind. Das langfristige Ziel sollte der Verzicht auf Plastik sein. Es sollte möglichst kein neuer Kunststoff produziert werden. Nun hat sich auch die EU diesem Thema gewidmet und will mit einem Gesetzesentwurf des EU-Parlaments den Verbrauch von Plastiksackerln stark einschränken und ab 2018 Gratistüten verbieten.

Wichtig ist, dass wir bei uns selbst anfangen und den Plastik-Verzicht umsetzen. Ein Beispiel ist „holis“, ein On- und Offline Marktplatz für verpackungsfreie (und somit auf Plastikverpackungen verzichtend) und gesunde Bio-Lebensmittel in Linz.

Zudem: Auch wenn die hier vorgestellten Projekte und Initiativen lediglich Zwischenlösungen darstellen – es ist der erste Schritt zur Schaffung eines Bewusstseins.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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