Regionalität punktet nun auch beim Kleiderkauf

Was für viele Konsumenten bei Lebensmitteln bereits gelebte Praxis ist, greift nun auch auf andere Bereiche um: Regionalität wird dabei zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Mehr und mehr Konsumenten legen Wert darauf, regionale Produkte und Services zu nutzen und setzen damit ein aktives Zeichen!

Regionalität ist in. Beinahe zwei Drittel aller Österreicher kaufen wöchentlich regionale Lebensmittel und bereits jedes fünfte Lebensmittel kommt aus der entsprechenden Region – das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens AT Kearney 2013. Tendenz steigend. Damit liegen Österreichs Konsumenten deutlich vor jenen in Deutschland und der Schweiz.

Regionalität ist dabei ein vielseitiger und komplexer Begriff: Regionalität beschränkt sich nicht nur auf kürzere Transportwege, vielmehr bezieht Regionalität Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und die Förderung von lokalen Strukturen wie auch Traditionen mit ein. Das bedeutet, wer regionale Produkte kauft, trägt nicht nur zum Schutz der Umwelt bei, sondern fördert lokale Kleinstrukturen, Kreativität und sichert langfristig Arbeitsplätze in der Region. Abnehmer haben dadurch das Recht und auch die Pflicht mitzugestalten. Sie können durch ihren Konsum den Alltag von morgen maßgeblich beeinflussen. Vielen ist das bereits bewusst und das Streben nach Regionalität erobert zunehmend auch andere Bereiche.

Lokales Handeln als Antwort auf eine immer globalere Welt

Screenshot einer Facebook GruppeIm Juli hat nun eine Bewegung auf Facebook dazu aufgerufen, einen Monat lang lokale Marken zu unterstützen. Die Herausforderung: Jeder Teilnehmer soll 30 Tage bei lokalen Designern und Shops kaufen und so lokale Marken und Produkte unterstützen. Gemeinsam wollen die Initiatoren ein Zeichen gegen große Ketten setzen und das Bewusstsein für lokale Produkte in der direkten Umgebung stärken.
Noch ist das Ganze ein erster zaghafter Versuch, die Regionalität als Gütezeichen über den Bereich Lebensmittel hinaus zu etablieren. Doch der Anfang ist vielversprechend: Beinahe 1500 Personen aus Österreich haben bei dem Facebook-Event teilgenommen und über 30 Tage lang aktiv ein Zeichen gesetzt. Sie möchten mitbestimmen und haben zunehmend auch die Möglichkeit dazu. Und vor allem im Kleinen, durch lokales Handeln, kann eine Antwort auf eine immer globalere Welt gefunden werden. Die Chance muss nur genutzt werden.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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