WHO-Studie: Jeden Tag Fleisch ist nicht Wurscht!

Aufe einer Kuh

Jeder Österreicher verbraucht 100 Kilo Fleisch pro Jahr – damit liegen wir weit über dem internationalen Durchschnitt. Eine rezente Studie der WHO beleuchtet nun weitreichende Folgen des intensiven Fleischkonsums: Wir gefährden damit nicht nur das Ökosystem, sondern auch stark unsere Gesundheit.

„Krebsrisiko Fleisch“, oder „Wurst-Warnung“: Nahezu sämtliche Medien kamen Ende Oktober nicht umhin mit teils dramatischen Worten das Thema Ernährung wieder einmal auf die Titelseiten zu holen. Grund dafür war ein wissenschaftlicher Artikel im Fachmagazin „Lancet Oncology“ der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC). Darin hieß es sinngemäß, die IARC habe den Verzehr von verarbeitetem Fleisch als krebserregend eingestuft.

Konkret berichteten die Experten, es gäbe genug Belege für einen Zusammenhang von Darm- und Magenkrebs und dem Verzehr von verarbeitetem Fleisch. Kurt Straif von der IARC: „Für den Einzelnen ist das Risiko klein, infolge des Fleischkonsums Darmkrebs zu entwickeln. Aber das Risiko steigt mit der verzehrten Menge.“ Den Verzehr von rotem Fleisch (Schwein, Rind, Lamm, …) stufte die WHO-Gesellschaft als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.

2 Ferkel blicken in die KameraMit einem Verbrauch von rund 100 Kilogramm Fleisch pro Jahr (inkl. Schlachtabfällen) liegt Österreich im internationalen Vergleich seit Jahren konstant im oberen Drittel im Länder-Ranking. Laut Statistik Austria verzehrten die Österreicher 2014 in Summe 475.500 Tonnen Schweinefleisch, 180.000 Tonnen Geflügel und 146.500 Tonnen Rind- und Kalbsfleisch.

In Entwicklungsländern liegt der Fleischkonsum hingegen bei durchschnittlich 33 kg pro Jahr, zeigt etwa der deutsche Fleischatlas. Doch die Österreicher essen nicht nur mehr Fleisch als viele andere Nationen der Welt, die Österreicher verbrauchen auch weit mehr Fleisch als ihre Vorfahren. Gemäß einer Studie der Uni Klagenfurt kam es zwischen 1950 und 2010 zu einer Verdreifachung des Fleischverbrauchs. In Zahlen entspricht dies einem Anstieg von 265.000 auf 780.000 Tonnen.

Die Ernährungsgewohnheiten unserer Großeltern, wo der Sonntagsbraten ein Festmahl war und Erdäpfel und Gemüse Grundnahrungsmittel, hat sich grundlegend geändert: Eine Schinkensemmel zum Frühstück, Nudeln mit Hühnerfleisch zum Mittagessen und Salami-Pizza zum Abendessen – so lautet nicht selten das übliche Tagesmenü vieler Büromenschen. Dass dabei bei allen drei Mahlzeiten Fleisch am Teller landet, fällt aufgrund des hohen Verarbeitungsgrades kaum mehr auf.

Mehrere Rinder im Auslauf mit HörnernEin bewussterer Verzehr von Fleisch würde nicht nur positive Auswirkungen auf all die Probleme im Zusammenhang mit Massentierhaltung haben, sondern auch auf unsere Gesundheit. Auch wenn Nahrungsmittel-Industrie und Agrarier die Studie nun heftig kritisieren, könnte sie für den einen oder anderen doch ein Anlass sein, über seine Ernährungsgewohnheiten nachzudenken. Ein bis zwei fleischfreie Tage, wie sie gar manche Gemeinden ausgerufen haben, wären dabei sicher für jeden zu schaffen.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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