Unberührte Schönheit – Reisen zu den ursprünglichen Kühen der Welt

Cover eines Buches mit cremefarbener Kuh

Vor langer Zeit habe ich beschlossen ein Buch zu veröffentlichen, das die aufregendsten, schönsten und seltensten indigenen Rinderrassen dieser Welt beinhalten sollte – ein Herzenswunsch, den ich mir jetzt erfüllen konnte.

In den Texten versuche ich, darzustellen und zu begründen, dass unsere religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung ohne Rinder so nicht möglich gewesen wäre. Seit etwa 10 000 bis 12 000 Jahren leben wir Menschen mit Rindern, von Rindern und in manchen Gegenden auch für Rinder. Sie waren unser Glück, unser Reichtum, unsere Schönheit, unsere Sicherheit. Rinder verhalfen uns zu Freiheit und zur Erschließung von Gebieten, in die wir uns ohne sie nie vorgewagt hätten. Mit Rindern stimmten wir die Götter gnädig, und mit Rindern eroberten wir die Welt.

Rinder ernährten und lehrten uns. Sie begaben sich ganz in unsere Hände. So wurden wir zu ihren Hütern. Das Verhältnis zwischen Rind und Mensch war lange, sehr lange eine Symbiose, eine symbiotische Beziehung. Heute, am Abend der Beziehung zwischen Mensch und Rind, verdinglichen wir die Rinder. Wir machen sie zum Produktionsgegenstand. Alexander Kluge aber nannte in einem Gespräch mit Anselm Kiefer die Kühe die „Poetin der Natur“. Und das fasst und erfasst sie ganz und gar.

Junger Mann umarmt braune Kuh mit Hörnern

© Werner Lampert GmbH, Foto Ramona Waldner (Montafoner)

Den Kühen, die ich hütete, erzählte ich mein Leid und meine Sorgen. Ich rieb meinen Kopf an ihrem Leib und suchte ihre Zartheit, ihre Wärme, ihre Zuneigung. Ich war süchtig nach ihrer Gegenwart. War ich bei den Kühen, fühlte ich mich stark und behütet. Meinen ersten Rauchversuch, bei dem ich Lianen, oder Waldreben, entzündete, die mir heftig zusetzten, machte ich in ihrer Nähe. Von meinem ersten Verliebtsein erzählte ich Kühen – und auch von meinem ersten Liebeskummer. Von meinen Berufswünschen erfuhren zuerst die Kühe. Ich las ihnen Gedichte vor, sang Lieder und spielte einen jungen Mann von Welt. Viele, viele Jahre später weilte ich auf einer Alm. Jeden Morgen ging ich auf eine Anhöhe, auf der die Kühe weideten, und las ihnen Hölderlin vor. Sie standen Tag für Tag im Halbkreis um mich herum und hörten mir zu. Beendete ich das Lesen, zerstreuten sie sich schnell. Aber am nächsten Morgen warteten sie wieder auf mich.

Ja, es gibt ein Band zwischen Mensch und Kuh. Immer wieder erlebte ich es auf allen Teilen der Welt. Über dieses Band berichtet dieses Buch in Bildern und Texten. Und es berichtet über die Seele der Rinder, über die Freude der Menschen an Rindern und über das, was zu verlieren gehen droht.

Exotisch anmutende schwarze Kuh mit weißem Kopf mit Kalb in grüner Landschaft

© Werner Lampert GmbH, Foto Ramona Waldner (Mithun in Bhutan)

Wir entwurzeln uns und reißen alles mit: unsere Wurzeln, unsere Verankerungen, unsere Bindungen, unser Woher. Mit den Rindern begannen unsere Träume und unsere Unternehmungen. Ohne Rinder wird unser Leben nicht enden, aber ohne sie wird es viel, viel ärmer. Auch dafür möchte ich ein Gefühl vermitteln.

Cover eines Buches mit einer cremfarbenen KuhWerner Lampert
UNBERÜHRTE SCHÖNHEIT
REISEN ZU DEN URSPRÜNGLICHEN KÜHEN DER WELT
Format: 28 x 25 cm, 416 Seiten
Servus Buchverlag, 1. Auflage
ISBN: 978-3-7104-0050-6

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Über Werner Lampert
Werner Lampert (geboren 1946 in Vorarlberg/Österreich) zählt zu den Wegbereitern im Bereich nachhaltiger Produkte und deren Entwicklung in Europa. Der Biopionier beschäftigt sich seit den 1970er-Jahren intensiv mit biologischem Anbau. Mit Zurück zum Ursprung (Hofer) und Ja! Natürlich entwickelte er zwei der erfolgreichsten Bio-Marken im deutschen Sprachraum.
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  • Felix Weichselbaumer

    Ich bin Hobby Bio Bauer, versorge uns größtenteils selbst und interressiere mich für Lebensmittel Anbau, Verarbeitung und Vermarktung. Dieses Buch interessiert mich sehr genauso wie die Person Werner Lampert.
    w-felix@gmx.at

  • iameva

    Ich würde das Buch gerne für meinen Onkel Gewinnen. Bio Bauer aus dem Tiroler Unterland. Er würde sich darüber freuen und ich hätte ein passendes Weihnachtsgeschenk.
    evathaler@msn.com

  • Sven

    Das klingt nach einem sehr interessanten Buch über eine ab und an unterschätzte Gattung. Gerade der letzte Satz (Wir entwurzeln uns und reißen alles mit: unsere Wurzeln…) hat mich sehr bewegt und das Buch in meiner Lesewunschliste nach oben schellen lassen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen ersten Advent. Mit besten Grüßen, Sven

    • Vielen Dank für Ihr Interesse. Bitte hinterlassen Sie zur Teilnahme am Gewinnspiel noch Ihre E-mailadresse.
      Besten Dank,
      Isabell Riedl

  • Leni

    In den Salzburger Nachrichten wurde ich auf dieses Buch aufmerksam.

    Ich bin auf einem Pinzgauer Bauernhof mit Kühen aufgewachsen, meine Liebe zu und mein Interesse für Kühe sind geblieben – ob an den weißen Buckelrindern in Panama (die einst von indischen Einwanderern
    mitgebracht wurden) oder an den archaischen Rassen in Oberitalien, wie die
    Razza Rendena im Trentino oder die Razza Varzese in der Lombardei. Sind sie im Buch erwähnt? Beide „Gebirgsrassen“ waren vom Aussterben
    bedroht, aber ein paar aufmerksame Menschen haben erkannt, WAS da verloren gegangen wäre.
    Im Trentino lernte ich einen Agrarwissenschaftler kennen, der
    vor allem auf dem Gebiet der Rinderzucht forscht und dazu Vorträge an den
    entsprechenden europ. Universitäten hält. Mit ihm konnte ich schon sehr
    interessante Gespräche führen. Die schönste Rinder sind für ihn die Pinzgauer, für mich natürlich auch! Allerdings – seit ich die Rendena-Kühe kenne, bin ich mir manchmal gar nicht mehr so sicher….

    Das Buch in seiner „Gesamtheit“ würde mich nur einfach unglaublich interessieren!

    • Liebe Leni, wir freuen uns über Ihr Interesse. Rendena ist vertreten- wirklich traumhafte Tiere,Varzese nicht. Leider war nicht für alle schönen Tiere Platz, das Buch wiegt jetzt schon beinahe 2,5 kg! :-)
      Bezüglich der Pinzgauer geht Werner Lampert wohl mit Ihnen konform. Er schreibt wortwörtlich im Buch: „Ich möchte niemanden vor den Kopf stoßen, aber die Pinzgauer sind wahrscheinlich die schönsten Rinder auf Gottes Erdboden.“
      Bitte hinterlassen Sie zur Teilnahme am Gewinnspiel noch Ihre E-mailadresse.
      Danke,
      Isabell Riedl

      • Leni

        Ich dachte, die Mailadresse ist irgendwo im „Hintergrund“, ich hab nämlich eine hinterlassen (als Gast…)…
        Gerne hier nochmals: leni.wall@gmail.com

  • Anna

    Ich bin über das Interview im Biorama-Magazin auf das Buch aufmerksame geworden. Da ich auf einem Bauernhof – der u.a. jetzt Biomilch an ZZU liefert- groß geworden bin und beruflich mit Rindern zu tun habe, nehmen Bücher rund um die Kuh schon viel Platz im Regal ein – aber ein paar Stellen sind noch frei.

    Im Interview im Biorama sagt Werner Lampert auf die Frage, ob er an die Rückkehr der alten Rassen glaube „Das wird noch ein bisschen dauern, aber: ja!“. Dazu möchte ich anmerken, dass in der Fleischrinderzucht mit der Mutterkuhhaltung die sogenannten Generhaltungsrassen knapp 50% des Bestandes der Zuchtkühe stellen. Die Gründe, wieso sich diese Rassen in der Mutterkuhhaltung behaupten konnten, sind vielfältig. Einer der wichtigsten Punkte ist aber, dass sie in dieser – im vergleich zur Milchwirtschaft generell eher extensiven Wirtschaftsweise – ihre Anpassungsfähigkeit an unser Gebiet ausspielen können.

    Jedem, der unsere österreichischen Rassen einmal sehen möchte, kann ich den Besuch einer Fleischrinderschau empfehlen. Tuxer, Srpinzen, Murbodner, Tiroler Grauvieh, Pinzgauer… Es ist für mich (obwohl wir selbst mit Fleckvieh keine seltene Rasse haben) eine Freude, mich mit Züchterinnen und Züchtern dieser gefährdeten Rinderrassen zu unterhalten. Vor allem mit denjenigen zu reden, die sich auch gegen viele Widerstände für den Erhalt dieser Rassen einsetzen, ist immer wieder spannend. Auf die Geschichten von Bauern und ihren Rindern aus anderen Ecken der Erde bin ich jedenfalls sehr gespannt.

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  • Hias

    Ich interessiere mich einfach für Kühe, und lese gern darüber, deshalb würde mir das Buch gut gefallen.

  • Jeremias Greber

    Lieber Herr Lampert, liebes Lampert Team,

    wir haben selber bei uns daheim in Vorarlberg einen Bio-Bauernhof mit zwei Kühen in Mutterkuhhaltung. Das Buch würde nicht nur uns interessieren, sondern Ja! Natürlich auch unsere Kühe im Stall. Die sind nämlich richtige Lesekühe!
    Auf gemeinsame Lesestunden freuend,

    der Ferienbauernhof Greber

  • Eva Maria Griese

    Lieber Herr Lampert!
    Gratuliere zu Ihrem wunderbaren Kuh-Buch!!
    ….nur für den Fall dass Sie folgendes Buch mit Fotografien, die den energetischen Unterschied zwischen konventionellen und biologischen Lebensmitteln dokumentieren, nicht kennen sollten: “ Die unsichtbare Kraft in Lebensmitteln“ zeigt, -durch Kristallisation sichtbar gemacht-, die ordnende Kraft, die gesunder Nahrung innewohnt.
    http://bio-nichtbio.info/das-buch/
    Mit besten Grüßen aus der Wäschergasse im Nonntal!
    Eva Maria Griese

    • Liebe Frau Griese,
      Dankeschön für den Hinweis, das Buch liegt seit geraumer Zeit auf seinem Tisch und er ist immer wieder fasziniert von den Bildern!
      Mit freundlichen Grüßen,
      Isabell Riedl