Unsere Erde – ein globaler Garten?

Bunter Flyer einer Tagung

Jedes Jahr treffen sich zwischen 600 und 800 LandwirtInnen, StudentInnen, ForscherInnen, usw. aus aller Welt an der Landwirtschaftlichen Tagung, um aktiv ein bestimmtes Thema zu vertiefen. Die internationale Tagung am Goetheanum ist weder eine rein wissenschaftliche noch eine Wissenstransferveranstaltung. Sie ist ein ganzheitliches Ereignis, wo jeder Teilnehmer aktiv mitgestalten kann. Beiträge, dialogische Workshops, künstlerische Kurse, Exkursionen, Ausstellungen, Schauspiel und vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung wechseln sich ab. Diese Tagung ist der Höhepunkt eines Arbeitsprozesses, der von einer Gruppe aus der internationalen biodynamischen Bewegung begleitet wird.

Banner einer Tagung

Dieses Jahr lautet das Thema: Unsere Erde – ein globaler Garten?

Warum haben wir uns für dieses Thema entschieden? Noch immer zieht es mehr und mehr Menschen in die Stadt. Noch immer nimmt der Mensch Abstand vom leiblichen Eingebundensein in die Natur. In den Städten baut der Mensch an einem abstrakten – von der Natur abgezogenen – Leben. Er arbeitet an der Etablierung einer virtuellen „Kopf-Natur“.

Mehr und mehr drängt aber die Welt des Lebendigen zum Menschen zurück. Immer mehr Tierarten suchen die Urbanisationen auf. Immer mehr Menschen schließen sich Bewegungen wie urban gardening und urban farming an – oft aus dem Bedürfnis, einen aktiven Kontakt zur Natur zu pflegen oder auch aus der schlichten Not heraus, sich mit Nahrung versorgen zu müssen.

Nachdem dem Menschen der Freiraum gewährt wurde, sich zur Erlangung seiner Autonomie in ein abstraktes und damit auch destruktives Verhältnis zur Natur zu begeben, drängt nun – global – das Leben wieder an den Menschen heran, zumeist als existenzielle Herausforderung: zum bloßen Überleben auf beiden Seiten, auf Seite der Natur und auf Seite des Menschen.

Diese Entwicklung kann als drängender Hinweis auf einen notwendigen Entwicklungsschritt der Menschheit gelesen werden: Es steht an, von einem abstrakten, toten Denken wieder zu einer lebendigen Naturanschauung, von einem abstrakten Stadtleben wieder in ein lebendiges Verhältnis zur Natur zu treten.

Hierfür gilt es, sowohl relevante übergeordnete Konzepte auszuarbeiten als auch konkrete praktische Maßnahmen anzuleiten. Die internationale Tagung vom 3. bis 6. Februar 2016 am Goetheanum in Dornach(bei Basel-Schweiz) wird viele Möglichkeiten geben, „best practise“ kennenzulernen und neue Impulse zu bekommen.

Angeboten werden u.a. Workshops und Berichte zu:

  • urban agriculture in Kanada und Argentinien
  • Schulgärten in Norwegen
  • multifunktionale Stadtparks in Singapur
  • Großgärtner im Gemüsenanbau in Italien
  • Kleinbauerninitiativen in Togo und Indien
  • Heilgarten in Berlin

Folgende Referenten werden Hauptbeiträge liefern:

Marie-Monique Robin, Herbert Dreiseitl, Christine Gruwez, Jean-Michel Florin, Marianne Schubert, Benno Otter, Antonio Lattuca u.v.a.m.

Simultanübersetzung in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch.

Das Programm ist auf www.sektion-landwirtschaft.org aufgeschaltet und auch in gedruckter Version erhältlich: Per Mail kontaktieren

Weitere Informationen finden Sie auf www.sektion-landwirtschaft.org

Anmeldungen www.goetheanum.ch

Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum, Hügelweg 59, CH-4143 Dornach

fon +41 61 706 42 12, fax +41 61 706 42 15

Autor

Freundlich lächelnder Mann mit grauen Haaren und grauem Bart in orangem PulliJean-Michel Florin studierte Landschaft und Naturschutz in Frankreich und goetheanistische Natuwissenschaft am Forschungsinstitut am Goetheanum. Er hält viele Kurse und ist in verschiedenen Netzwerken zu Umweltfragen sowie sozialen Fragen aktiv. Derzeit ist er Koordinator des Französischen Biodynamischen Vereins „Mouvement de l’Agriculture Bio-Dynamique“ in Colmar und Co-Leiter der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum. Verschiedene Veröffentlichungen zu biodynamischen Themen.

Über GastautorIn
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