Food-Trends: Was uns bewegt

Food Trends und Convenience 3.0

Essen ist Lifestyle, eine Lebenseinstellung und Grundlage für die eine oder andere spannende Diskussion. Essen ist vieles, aber schon längst keine Nebensache mehr. Ganz im Gegenteil: die Welt des Essens ist stets in Bewegung und wechselnden Trends ausgesetzt.

Von „Flexitarismus“, „Convenience 3.0“ bis zu „Beyond Food“ ist alles dabei. Die Essenwelt ist bunt, facettenreich und im ständigen Wandel. Das Grundbedürfnis der Nahrungsaufnahme rückt zunehmend in den Hintergrund, Essen ist heutzutage eine Lebenseinstellung oder bewusster Ausdruck des Lifestyles. Mehr und mehr Menschen definieren sich regelrecht über die bewusst gewählte Ernährungsweise – Ernährung wird zur Ersatzreligion.

Auch die Trendforscherin Hanni Rützler hat sich diesem Thema gewidmet und in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut und der Zeitschrift „Lebensmittel Zeitung“ die Food Trends 2017 zusammengefasst. Ihr Fazit: Konsumenten wollen sich bei der Nahrungsaufnahme gut fühlen und legen Wert auf hochwertige Produkte. Ein darauf aufbauender Ernährungstrend ist der Flexitarismus.

Flexitarismus

Flexitarier oder Halb- bzw. Teilzeit-Vegetarier, wie diese Ernährungsweise ebenfalls bezeichnet wird, essen grundsätzlich Fleisch, aber wesentlich seltener und in Bio-Qualität. Anhänger des Flexitarismus verzichten an mehreren Tagen in der Woche auf Fleisch und konsumieren stattdessen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Tofu sowie viel Gemüse und Obst – mehrheitlich aus biologischer Landwirtschaft. Die meisten Flexitarier schränken ihren Verbrauch ein, weil sie dem Thema Fleisch kritisch gegenüber stehen. Massentierhaltung, Klimawandel oder ein verändertes Gesundheitsbewusstsein sind Gründe für eine zunehmend fleischlose Ernährung. Kurzum: statt billig und schnell soll die Ernährung gesund, geschmackvoll und nachhaltig sein. Darauf setzt ebenfalls der nächste Food Trend, Convenience 3.0 an.

Convenience 3.0

Auch im Convenience Food-Bereich zeigt sich, dass Gerichte nicht ungesund sein müssen. Der technologische Wandel und die zunehmende Digitalisierung nehmen auch nicht vor dem Nahrungssegment halt und revolutionieren den Zugang zu frischen und gesunden Fertiggerichten. Das zeigt sich in der steigenden Anzahl von smarten Lösungen wie etwa neue Technologie-gestützte Lieferdienste, Pop-Up-Stores oder Direktanbieter von nachhaltigen Lebensmitteln. Der Konsument selbst bestimmt mehr denn je, was auf seinem Teller landet.

Damit einher geht auch die Gewissheit, dass das Essen sowohl frei von künstlichen Farb- und Aromazusätzen und als auch nicht genetisch verändert ist. Apropos Aroma – der neue Trend „ New Flavoring“ beschreibt das Phänomen der Wiederentdeckung vergessener Aromen und Geschmacksstoffe sowie die Entwicklung neuer. Selten zuvor hatten Aromen diesen Stellenwert.

Gegentrend „Beyond Food“

Lokales Essen wie auch das Angebot von saisonalen Nahrungsmitteln werden auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen. Aber dazu gibt es auch einen Gegentrend namens „Beyond Food“. Dieser im Food Report 2017 beschriebene Trend bezeichnet das Nachbilden von Lebensmitteln, sogenannte Ersatzprodukte, wie etwa veganer Käse.

Das lässt erkennen, dass auch die Lebensmittelindustrie auf die sich im Umbruch befindende Ernährung reagiert. Aber auch die ethische Verantwortung gegenüber Tieren und Umwelt gewinnt an Bedeutung. Fast Food Produkte respektive Schnellrestaurants sind dadurch vermutlich dem größten Umbruch ausgesetzt. Erste Versuche, auf die neuen Kundenanforderungen zu reagieren, zeigen sich beispielsweise bei der Schnellrestaurant-Kette McDonald‘s, die jetzt den ersten Bio-Burger anbietet.

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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