Pilzzucht in Wildnis- und Permakultur

Pilzzsucht

Die Pilzzucht ist in der WildnisKultur und Permakultur neben Pflanzenanbau und Tierhaltung ein wichtiger Produktionszweig. Pilze sind keine Pflanzen, sondern stellen eine eigene Lebensgruppe dar und gehören im Boden zu den wichtigsten Zersetzern (Destruenten). Sie setzen anfallende Biomasse in für Pflanzen aufnehmbare Nährstoffe um.

Pilze sind auch bei uns auch schon seit langem als gesunde Nahrungsmittel, aber auch Heilmittel bekannt.

Grundlagen der Pilzzucht

Die meisten Kulturpilze benötigen entweder Holz, Stroh oder Kompost als Nährsubstanz. Holz- und strohbewohnende Pilze sind mit Sicherheit am leichtesten zu kultivieren. Für die Zucht von Speise- und Heilpilzen dürfen nur unbelastete Rohstoffe verwendet werden.

Pilzzucht auf Holz

Pilzzucht mit HolzHolzbewohnende Pilze unterscheiden sich bei der Kultivierung kaum voneinander. Das vereinfacht die Pilzkultur sehr. Die Pilzkultur legt man am besten im Frühjahr an und verwendet dafür Holz vom eigenen Grund. Es sollte reichlich Zeit sein, dass der Pilz frostfrei einwachsen kann. Myzelwachstum erfolgt schon bei niedrigen Temperaturen, jedoch sind Temperaturen über 20 Grad ideal. Wenn der Pilz über den Sommer reichlich Zeit hat, tief ins Holz zu wachsen, können ihm tiefe Temperaturen im Winter nichts mehr anhaben. Da es unterschiedliche Temperaturvorlieben bei der Fruchtkörperbildung gibt, ist es ratsam, verschiedene Pilzarten zu kultivieren, da man so über einen längeren Zeitraum hinweg mit Ertrag rechnen kann.

Pilzarten für Holzkulturen

  • Shii-takePilzzucht
  • Austernseitling
  • Kräuterseitling
  • Stockschwämmchen
  • Samtfußrübling (Winterpilz) etc.

Kulturen auf Naturholz sind für Anfänger geeigneter, man verwendet am besten ganze Holzstämme. Große Unterschiede bzgl. Ertrag treten zwischen Hartholz (Buche, Eiche,…) und Weichholz (Pappel, Erle, Weide,…) auf. Weichholzstämme werden schneller zersetzt, deshalb ist der Ertrag auch kürzer. In jedem Fall sollte das Holz frisch und gesund sein und nicht von Fremdpilz befallen sein. Kleinere Stämme von einem halben bis einem Meter Länge und mindestens 20 cm Durchmesser eignen sich bestens. Um die Holzstämme mit Pilzmyzel zu beimpfen, werden sie entweder angebohrt oder angeschnitten – die Stämme werden mehrere Male angeschnitten oder angebohrt. Es hat sich als günstig erweisen, die Schnitte oder Löcher nach der Beimpfung mit Pilzmyzel wieder zu verschließen. In unserem dargestellten Fall wurde ein flexibles Klebeband verwendet, welches durch das Pilzwachstum verdrängt wird. Das Verschließen schützt auch vor Fraßschäden.

Pilzzucht mit HolzDie beimpften Stämme sollten an einem schattigen, feuchten Platz dicht beieinander gelagert werden, eventuell kann man diese auch zur ersten Feuchtigkeitsaufnahme kurzzeitig an ein Wasserretentionsbecken legen. Die Besiedlungsdauer hängt von der Temperatur, der Feuchtigkeit, der Holzart und Holzdimension ab und dauert in der Regel zwischen 6 und 12 Monate.

Nachdem die Stämme besiedelt sind, kann man sie zu ca. einem Drittel stehend in Wuchsrichtung in die Erde eingraben. Um die Pilze gut ernten zu könne, sollte zwischen den Pilzstämme reichlich Abstand sein.

pilzzuchtDie Pilzzucht am WildnisKulturHof wurde unter Mithilfe von Permakultur-Praktiker Johnny Peham realisiert.

Tipp

Falls sich nach ein paar Jahren immer noch keine Ernste einstellen will, obwohl das Myzel gut eingewachsen ist, können ‚eingeschlafene Stämme‘ wieder ‚aufgeweckt‘ werden, indem sie einige Stunden gewässert und anschließend mit einem Schlegel oder Stein abgeklopft werden.

Bücherquelle: Sepp Holzer, Permakultur, Leopold Stocker Verlag, http://www.seppholzer.at/cms/index.php?id=20

TV Beitrag ORF, TVthek

Webseite WildnisKulturHof

Facebook WildnisKulturHof

Twitter WildnisKulturHof

Instagram WildnisKulturHof

https://www.instagram.com/bau_mit_uns_ein_tiny_house/

Pinterest WildnisKulturHof

Über Michaela Schmitz
1964 in Wien geboren, habe ich die Drogistenfachschule besucht und nach bestandener Konzessionsprüfung einen Naturkostladen in Wien 23. eröffnet. 1995 wurde mein erster Sohn Emil geboren, 1997 und 1999 folgten Sebastian und Daniel. 2003 habe ich eine Privatschule in Eichgraben mitgegründet und war danach bei der more.Software GmbH und der Gesellschaft für ganzheitliche Förderung im Bereich Datenbanksoftware zuständig. Seit 2010 arbeite ich selbstständig im Bereich der automatischen Datenverarbeitung. Ich betreue Websites, pflege Content ein und erstelle Bilder und Drucksorten. Ich schreibe Blogs, betreue Social Media-Kanäle und Crowdfundingprojekte. Durch meine Zusammenarbeit mit Judith Anger für den WildnisKulturHof und das Crowdfunding für das WildnisKulturDorf habe ich wieder zurück zu meinen Wurzeln gefunden – dem Leben mit der Natur und vereine seitdem Technik und Wildniskultur.
Dieser Beitrag wurde unter Landwirtschaft, Nachhaltiger Lebensstil, Natur- und Umweltschutz, Pioniere, Tipps abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.