Die Solartrocknungsanlage

Eine Solartrockungsanlage

Überall auf der Welt werden Nahrungsmittel mit der Wärme der Sonne haltbar gemacht. Viele Jahrhunderte war dies sogar die einzige Möglichkeit, schonend zu konservieren. Sonnenbetriebene Trockner sind in der heutigen Zeit eine umweltfreundliche, kostengünstige und praktische Alternative.

Am 23. Mai 2016 war wieder das Team von ORF2 „heute leben“ zu Gast am Wildniskulturhof. Diesmal haben wir eine Solartrocknungsanlage gebaut, der Prototyp stammt von Benjamin Brewer (Schreiner).

Kräuter, Obst und Gemüse lassen sich auf diese Weise schonend und energiesparend trocknen. Im Sommer haben wir ausreichend Sonne – Wärme also zum Nulltarif! Und unser Garten liefert uns reichlich Erntegut, welches wir durch das Trocknen bis in den Winter hinein gut verwenden können. Am besten und schonendsten getrocknet wird bei Temperaturen zwischen 30 und 50 Grad. Geschmack, Farbe, Aroma und wichtige Inhaltsstoffe bleiben so vorwiegend erhalten. Kräuter mit viel Gehalt an Trocknungslade einer Solartrockungsanlageätherischen Ölen sollten vorzugsweise nur bis höchstens 35 Grad getrocknet werden. Trocknen über 50 Grad nennt man übrigens auch Dörren. Getrocknet werden kann Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse, Beeren, Pilze, Blätter,… bei Gemüsearten mit langer Kochzeit empfiehlt es sich, diese vor dem Trocknungsvorgang kurz zu blanchieren. Beim Befüllen der Trockensiebe ist darauf zu achten, dass das Trockengut möglichst gleich groß geschnitten ist und gleichmäßig auf den Sieben verteilt wird. Die Zwischenräume können klein gehalten werden, da das Trockengut rasch schrumpft. Ganz wichtig – immer nur einschichtig legen und nie übereinander schichten! Günstig ist es, die Siebe innerhalb des Trockners immer wieder zu tauschen, damit gleichmäßig getrocknet wird und eventuell das Trockengut auch öfters zu wenden. Die genaue Trockenzeit lässt sich schwer bestimmen, da diese im Zusammenhang mit Größe, Dicke und Art des Trockenguts steht – aber als Faustregel kann man sich pro Füllung zwei Trocknungstage vormerken – mehr als vier Tage sollte keine Trocknung dauern. Die getrockneten Lebensmittel können bei Zimmertemperatur 1-2 Jahre gelagert werden (am besten sauber, unter Verschluss, eventuell auch luftdicht).

Funktionsprinzip

Der schwarz gestrichene Kollektor (oder einfach das schwarze Blech) heizt die Luft im Inneren des Solartrockners auf, die warme Luft steigt auf (da warme Luft leichter ist als kalte) und entzieht dem Trockengut die Feuchtigkeit, während die kühlere Luft von unten nachströmt.

Geöffnete SolartrockungsanlageDer Trockner sollte so in die Sonne gestellt werden, dass der Kollektor die Strahlung bestmöglichst aufnehmen kann. Wird die Temperatur zu hoch, sollte der Trockner leicht aus der Sonne gedreht werden oder abgedeckt werden. Je nach Jahres- und Tageszeit muss der Kollektor mehrmals am Tag neu nach der Sonneneinstrahlung ausgerichtet werden. In der Nacht sollten bei höherer Lufttemperatur die Siebe mit dem Trockengut an einem trockenen Platz gelagert werden (eventuell mit einem Moskitonetz abdecken)

Vorteile des Solartrockners

Einfache, schnelle Konservierung

Keine Energiekosten

Schonende Trocknung bei 30 – 50°C

Trockengut wird nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt

Optimal für unsere Klimaverhältnisse

Die getrockneten Lebensmittel sind dauerhaft ohne Kühlung und ohne Energieverbrauch lagerfähig. Besonders geeignet für die Lagerung sind luftdichte Gläser mit Bügelverschluss.

Getrocknetes ist leicht und platzsparend, daher auch ideal als Snack für unterwegs.

TippsPalung und Bau einer Solartrockungsanlage

Für empfindliche Kräuter und Gewürze wird der Trockner nicht nach Süden ausgerichtet, sondern mehr in Richtung Osten, damit die Trockentemperatur nicht zu hoch wird.

Obststücke immer mit der Schalenseite auf das Gitter auflegen, um ein Verkleben zu verhindern.

Zum Reinigen werden die Gitter einige Minuten in reines Wasser eingelegt und danach mit einer Bürste abgebürstet. Kurz abspülen und die Gitter trocknen lassen.

Quelle

Trocknen & Dörren mit der Sonne, Bau und Betrieb von Solartrocknern, Claudia Lorenz-Ladener, Hrsg, ökobuch

Webseite WildnisKulturHof

Facebook WildnisKulturHof

Twitter WildnisKulturHof

Instagram WildnisKulturHof

https://www.instagram.com/bau_mit_uns_ein_tiny_house/

Pinterest WildnisKulturHof

Über Michaela Schmitz
1964 in Wien geboren, habe ich die Drogistenfachschule besucht und nach bestandener Konzessionsprüfung einen Naturkostladen in Wien 23. eröffnet. 1995 wurde mein erster Sohn Emil geboren, 1997 und 1999 folgten Sebastian und Daniel. 2003 habe ich eine Privatschule in Eichgraben mitgegründet und war danach bei der more.Software GmbH und der Gesellschaft für ganzheitliche Förderung im Bereich Datenbanksoftware zuständig. Seit 2010 arbeite ich selbstständig im Bereich der automatischen Datenverarbeitung. Ich betreue Websites, pflege Content ein und erstelle Bilder und Drucksorten. Ich schreibe Blogs, betreue Social Media-Kanäle und Crowdfundingprojekte. Durch meine Zusammenarbeit mit Judith Anger für den WildnisKulturHof und das Crowdfunding für das WildnisKulturDorf habe ich wieder zurück zu meinen Wurzeln gefunden – dem Leben mit der Natur und vereine seitdem Technik und Wildniskultur.
Dieser Beitrag wurde unter Landwirtschaft, Nachhaltiger Lebensstil, Natur- und Umweltschutz abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.