Strom aus schwimmenden Bojen – die Zukunft der grünen Energie?

Boje zur Stromerzeugung

Weist eine Boje den Ausweg? Eine Welt frei von Atomkraftwerken, frei von Katastrophen wie Fukushima und Tschernobyl ist mehr als erstrebenswert. Die grünen Alternativen zur Stromproduktion sind aber noch immer nicht attraktiv genug, um das Ziel einer atomkraftfreien Welt zu erreichen.

Windkraftanlagen kann man nicht überall bauen, sie stören das Landschaftsbild. Photovoltaikanlagen, die Sonnenkraftwerke, sind nicht unumstritten, da die Energiegewinnung volatil ist. Wasserkraftwerke sind ein Eingriff in die Natur, manche mehr (man denke an Stauseen), manche weniger. Nun gibt es aber noch eine Technologie zur umweltfreundlichen Stromproduktion, die möglicherweise zur Rätsellösung werden könnten: die Strom-Boje.

Eine Vision

Stromboje

Eine Vision vom Niederösterreicher Fritz Mondl ist es, die Wachau energieautark zu machen und mit Ökostrom zu versorgen. Beim Rudern hatte er die Idee für ein schwimmendes Kleinkraftwerk und hat daraufhin die Strom-Boje erfunden. Bereits 2006 hat er mit der Umsetzung seiner Idee begonnen. Die Strom-Boje nutzt die Bewegungsenergie frei fließender Flüsse, um Strom zu erzeugen. Im Wesentlichen wird  durch die Strömung im Fluss eine Art Propeller – der Rotor – angetrieben, dadurch entsteht Energie. Es ist ein ähnliches Prinzip wie bei Windrädern. Die Boje wurde für große Flüsse wie die Donau oder den Rhein konzipiert. Sie hat einen Rotordurchmesser von 250 Zentimetern und eine Länge von 1.100 Zentimetern und ist mit einer kräftigen Stahlkette am Flussboden in Ufernähe verankert und verschwindet knapp unter der Oberfläche. Eine Boje kann je nach Strömungsstärke bis zu 100 Wohnhäuser mit Energie versorgen.  Seit 2011 ist der dritte Prototyp der Strom-Boje in der Donau im Bereich der Wachau in Betrieb und hat es zur Serienreife gebracht.

Das schwimmende Kraftwerk

Stroboje im WasserDas kleine schwimmende Kraftwerk stellt keine Gefahr für Fische dar, da sie sich in der Regel nicht in Ufernähe befindet. Falls sie sich jedoch doch einmal dorthin verirren sollten, können sie den Rotor problemlos passieren. Die Strom-Boje ist eine Alternative zu klassischen Wasserkraftwerken, da sie nicht in den Flussverlauf eingreifen und es kaum baulicher Maßnahmen bedarf, die vorgenommen werden müssen. In der Wachau gibt es derzeit neun genehmigte Standorte und  100 projektierte in Österreich, Deutschland und der Schweiz, die sich als Standorte für die Bojen eignen.

Die Strom-Boje

gilt aber nicht nur als interessante Option für die heimische Öko-Stromproduktion, sondern hat großes Potenzial für alternative Energieerzeugung in Entwicklungsländern. Hier setzt man nach wie vor stark auf Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen oder auf Atomkraft. Flüsse, in denen die Strom-Bojen eingesetzt werden könnten, gibt es aber auch in diesen Regionen. Besonders aussagekräftige Beispiele sind hier der Ganges in Indien oder der Amazonas in Südamerika zu nennen, beide liegen in von Armut betroffenen Gebieten. Vielleicht könnte mit der Verbreitung und dem Einsatz der schwimmenden grünen Kraftwerke so manches Energieproblem umweltschonend gelöst werden.

Autorin

Mag. Marlene Penz

Mag. Marlene Penz

Mag. Marlene Penz wurde 1990 in Zwettl geboren. Nach ihrer Matura war sie für einige Monate als Au Pair in England. 2016 schloss sie ihr Studium „Publizistik- und Kommunikationswissenschaft“ an der Universität Wien ab. Seit 2015 absolviert Marlene Penz ein Stipendiatenprogramm des Vereins zur Förderung des Journalismus in Niederösterreich und sammelt Erfahrung in der Medienbranche.

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  • Man sollte auch die Kosten nicht verschweigen: 13,32 Cent/kWh

    http://www.aqualibre.at/DE/hauptmenue/news/korrektur.html

    Das ist mindestens das 5-Fache eines konventionellen Wasserkraftwerks, also eher keine Alternative für arme Entwicklungsländer. Hierzulande gibt es nur wenige mögliche Standorte, denn fast überall gibt es schon Kraftwerke, und im Stauraum eines Kraftwerks macht die Strom-Boje keinen Sinn. Außerdem würde man nicht weniger als tausend Strombojen brauchen, um die Leistung eines einzigen Donaukraftwerks zu ersetzen. Ob das dann noch so unbedenklich für die Tiere wäre?

    Mein Fazit daher: eine gute Nischentechnologie, aber nicht der große Wurf, der uns unabhängig von der fossilen Energie machen wird

  • Peter Pokorny

    Hallo!
    Bin ja eigentlich ein Fan von erneuerbarer Energie aber bei solchen komplett neuen Ideen bin ich generell skeptisch. Was ich derzeit aber wirklich empfehlen kann ist Solarenerige bzw. Photovoltaik. Die kann man sich als Panele auch praktisch auf sein Dach montieren lassen und hat nichts was den Garten verstellt.
    Habe mir für mein Gartenhaus eine Anlage von https://www.stw.at/privatkunden/energie/photovoltaik einbauen lassen.

    Seit ich die habe kann ich in meinem Gartenhaus großteils Energieautark sein bzw. sogar noch etwas Strom wieder ins Netz einspeissen was meine Stromkosten ein klein wenig senkt.

    liebe Grüße Peter<!–td {border: 1px solid #ccc;}br {mso-data-placement:sam