Quellfassung

Quellgrabung

Am 31.08.2016 war das Team von ORF2 ‚heute leben‘ am WildnisKulturHof von Judith Anger, um bei einer neuen Quellfassung dabei zu sein.

Zum professionellen Fassen der Quelle war Wolfgang Schmidinger, Tischlermeister aus dem Bregenzer Wald,  zu Gast, der sich auf dieses Themengebiet spezialisiert hat.

Zu allererst wird das Gelände optisch begutachtet, um zu sehen, wo sich bereits Feuchtgebiete befinden – diese sind meist schon ein Indiz auf eine unterirdische Quelle. Dann kann man mittels Rute (Weidenrute oder Einhandrute) nach einer Wasserader suchen. Die Kunst des Rutengehens kommt aus der Zeit der alten Ägypter – schon damals wurde vor dem Bau einer Pyramide der Standort von einem Rutengeher geprüft. Man braucht dazu gute Kenntnisse im energetischen Bereich und natürlich kontinuierliche Übung. Wasseradern geben feine Schwingungen ab, die auf die Rute übertragen werden. Hat man die Quelle geortet, so kann mit einer Probebohrung begonnen werden. Günstig ist diese Probebohrung mit einem kleinen Bagger zu bewerkstelligen, das kommt aber auch immer auf die Tiefe und Lage der Quelle an.

Am WildnisKulturHof finden wir sehr dichte Tonerde, d.h. hier muss nicht nach einer dichten Schquellfassung-1icht zur Quellfassung gesucht werden.

Nach dem erfolgreichen Suchen und Finden der Quelle wird also mittels Bagger ein Loch gegraben und dann eine Probebohrung am Hang vorgenommen.

Mit einem Spaten und einem Krampen (Spitzhacke) wird weiter in den Hang gegraben, bis die Quelle eindeutig zu sprudeln beginnt.

Manchmal kommen auch mehrere Wasseradern zusammen, diese sollte man bündeln. Wenn das Wasser üppig rinnt, wird ein großes Loch in den Hang gegraben, damit man die Quelle und somit das Wasser ’sichern‘ kann. Befindet sich die Quelle in einem Waldgebiet, muss dafür gesorgt werden, dass alle Bäume und Äste und eventuell auch Büsche zusammengeschnitten werden, um einen leichteren Zugang zum Gelände zu haben. Mit einer Sense kann auch gut ausgemäht werden. Wurzeln im Erdreich werden entfernt oder abgeschnitten.

quellfassung-2Ist das Loch groß und tief genug, um die Quelle zu ’sichern‘, wird ein Schlauch (ca. 3-6m lang) an der Oberseite in der nach oben zeigenden Hälfte 3-4 x für jene Länge, wo der Schlauch im ersten Auffangbecken (Ort, wo die Quelle austritt) liegt, angebohrt (die Unterseite des Schlauchs muss unbedingt dicht bleiben!).

Das obere, offene Ende des Schlauchs wird am besten mit einem gut dichtenden Holzstoppel verschlossen.

Es wird bis zu jenem Ort, wo der Quellbehälter (in unserem Fall eine Holzbox) eingesetzt wird, der Schlauch ins aufgegrabene Gelände eingelegt. Der Platz, an welchem die gefasste Quelle letztendlich austreten soll, muss zuvor festgelegt werden und sollte an einem geschützten, aber gut zugängigen Platz sein.

Das gegrabene Loch, wo die Quelle ‚gesichert‘ wird, wird zur Reinigung des Wasser mit Kies befüllt. Dieser Kies wird auf den Schlauchteil mit den gebohrten Löchern geleert. Auf die Kiesschicht kommt ein durchlässiges Vlies gelegt, damit der Kies nicht verschlackt. Danach wird das Loch mit Erdreich zugeschüttet und gut verschlossen.

In die Holzbox (Quellbehälter) werden 3 Löcher in der Größe des Schlauchs gebohrt:

1 Loch zum Eintritt des Schlauchs (aus dem gesicherten Bereich, wo das Wasser bereits vorgefiltert durch den Kies weitergeleitet wird)

1 Loch zum Austritt des Wassers aus dem Quellbehälter

1 Loch zur Entlüftung (damit kein Unterdruck entsteht)

Folgende Holzarten eignen sich für einen Quellbehälter aus Holz: Lärche, Eiche, Akazie. Diese Art der Holzbox ist ca. 10 Jahre zu verwenden.

Die Holzbox oder der Quellbehälter (oft auch aus Betonringen) dient zur Revision und Kontrolle und zur zusätzlichen Reinigung der Quelle und sollte ca. in einem Abstand von 2-3m vom Erstaustritt der Quelle entfernt sein.

Zufluss- und Abflussloch sollen gleich hoch angebracht sein, zur weiteren Reinigung wird ein Sieb an den Abfluss-Schlauch angeschlossen.

k_quellbehaelter_von_obenEin weiterer Schlauch dient der Luftzufuhr und Entlüftung (damit kein Unterdruck entsteht), dieser tritt im Quellbehälter unten ein und zeigt nach oben bis an den Deckel des Quellbehälters (fast bis zum Anstoßen). Dieser sollte im Außenbereich sicher abgedeckt, nach oben stehend, fixiert werden (am besten an einem Baum) und eventuell mit einem Gittersieb verschlossen werden (dann strömt Luft hinein und es wird vor Verunreinigungen geschützt).

Auf den eingeschobenen Schlauch für den Abfluss wird ein Siebteil zur weiteren Reinigung eingesetzt.

Vom Zufluss kommt das Wasser (bereits vorgereinigt im Loch der Erstfassung) in den Quellbehälter (Holzbox), tritt ein und füllt diesen. Über das Sieb wird das Wasser zusätzlich gereinigt, über den Abfluss-Schlauch wird das Quellwasser weitergeleitet bis zum endgültigen Austritt der Quelle.

Da bei all den anderen Quellen am Grund des WildnisKulturHofs das Wasser schon getestet wurde, wissen wir, dass es hier am Grund Trinkwasserqualität gibt und somit kostet Judith das Wasser der neuen Quelle gleich! Es schmeckt großartig!

Der Quellbehälter wird nun mit einem Deckel gut verschlossen, alle Öffnungen (Löcher, wo die Schläuche sind) werden mit Erde/Lehm gut abgedichtet und dann wird der Behälter mit Erdreich gut bedeckt und zugeschüttet.

http://tvthek.orf.at/program/heute-leben/4660213/heute-leben/13698331/Korrekte-Quellfassung/13698357

Wolfgang Schmidinger, Tischlermeister und Spezialist der Quellfassung http://www.schmidinger-moebelbau.at

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Über Michaela Schmitz
1964 in Wien geboren, habe ich die Drogistenfachschule besucht und nach bestandener Konzessionsprüfung einen Naturkostladen in Wien 23. eröffnet. 1995 wurde mein erster Sohn Emil geboren, 1997 und 1999 folgten Sebastian und Daniel. 2003 habe ich eine Privatschule in Eichgraben mitgegründet und war danach bei der more.Software GmbH und der Gesellschaft für ganzheitliche Förderung im Bereich Datenbanksoftware zuständig. Seit 2010 arbeite ich selbstständig im Bereich der automatischen Datenverarbeitung. Ich betreue Websites, pflege Content ein und erstelle Bilder und Drucksorten. Ich schreibe Blogs, betreue Social Media-Kanäle und Crowdfundingprojekte. Durch meine Zusammenarbeit mit Judith Anger für den WildnisKulturHof und das Crowdfunding für das WildnisKulturDorf habe ich wieder zurück zu meinen Wurzeln gefunden – dem Leben mit der Natur und vereine seitdem Technik und Wildniskultur.
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