Nachhaltige Wohnkonzepte „Made in Austria“

Nachhaltige Wohnkonzepte am Beispiel Almwagen vom Wohnwagon in Gutenstein

Ressourcenschonendes Bauen und Wohnen ist gefragter denn je. Nachhaltige Wohnkonzepte „Made in Austria“ boomen. Doch nicht nur Nachhaltigkeit, sondern auch der Drang zur Selbstversorgung zeichnet sich in den vergangenen Jahren verstärkt ab. Wohnen in einem Wohnwagen oder Cohousing Siedlungen liegen in Österreich im Trend.

Es muss nicht immer das altbewährte Haus mit Garten oder die klassische Wohnung sein. In Österreich gibt es zahlreiche alternative Lebensformen und nachhaltige Wohnkonzepte: wie etwa die beiden völlig gegensätzlichen, aber dennoch ressourcenschonende Konzepte „Cohousing-Siedlungen“ oder das autarke Wohnen in einem Wohnwagon.

Cohousing-Siedlung „Der Lebensraum“

Cohousing ist in den skandinavischen Ländern, Niederlanden und in den USA seit über 30 Jahren gängige Praxis – in Österreich zieht dieses Konzept des ressourcenschonenden und generationenübergreifenden Wohnens erst Einzug. Cohousing, sinngemäß gemeinschaftliches Wohnen, ist das generationenübergreifende Wohnen in einer großen Gemeinschaft. Bei diesem nachhaltigen Wohnkonzept wohnen Singles, Pärchen, Familien in jeder Größe, in allen Altersstufen und Konstellationen zwar in einer Gemeinschaft, die Eigenständigkeit wird aber dennoch nicht außer Acht gelassen.

Österreichs erste Cohousing-Siedlung, „Der Lebensraum“ in Niederösterreich, verbindet die Vorteile der geschützten Privatsphäre eines Einzelhauses mit den Vorteilen einer Gemeinschaft, geht dabei noch einen Schritt weiter und setzt auf ökologisches Wohnen im Grünen: Jedem Bewohner bzw. jeder Familie steht eine eigene Niedrig-Energie-Wohnung mit Gärten oder Terrassen zur Verfügung zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume.

Die Gemeinschaftseinrichtungen werden beispielsweise genutzt, um gemeinsam das Mittagessen für alle Bewohner in der Gemeinschaftsküche zuzubereiten. Die Lebensmittel hierfür werden gemeinsam eingekauft und großteils von regionalen Bio-Bauern bezogen, welche die Gemeinschaft beliefern.

Darüber hinaus gibt es Gemeinschafts-Profi-Waschmaschinen, die ein ressourcenschonendes Waschen ermöglichen: anders als übliche Haushaltsgeräte werden sie mit Solarstrom betrieben und mit Regenwasser gespeist. Laut eigenen Angaben liegt der Energieverbrauch der Niedrig-Energie-Wohnungen bei ca. einem Drittel im Vergleich zu einer herkömmlichen Wohnung in gleicher Größe.

Wohnen auf kleinster Fläche

Beinahe das Gegenteil der Cohousing Siedlung ist das Wohnen in einem Wohnwagon. Dass das Wohnen auf kleinster Fläche aber auch ressourcenschonend gestaltet werden kann, beweisen zwei Unternehmer aus Österreich: Theresa Steininger und Christian Frantal entwickeln und bauen Wohnwagen, die ein unabhängiges und energieeffizientes Wohnen für jeden ermöglichen.

Von außen betrachtet, wirken die Wagons wie kleine Holzhäuser auf einem Fahrgestell. Die fahrenden Holzhäuser können nach Wunsch mit Photovoltaik-Paneelen am Dach, samt Akkus im Boden, und Wasseraufbereitungs- sowie Speichersystemen ausgestatten werden.

Bei der Wasserversorgung werden ebenfalls effiziente und nachhaltige Lösungen eingesetzt: Neben einem Warmwasserspeicher gibt es einen 650-Liter-Wassertank, dessen Wasser mit einer sogenannten Grünkläranlage, bestehend aus Sumpfpflanzen, sowie einem Filtersystem gereinigt und wieder aufbereitet werden. Auf einen Anschluss ans Strom- und Kanalnetz kann somit verzichtet werden. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern bietet Autarkie und Selbstversorgung.

Für all jene, die autarkes Wohnen ausprobieren möchten: in Gutenstein steht Europas erstes autarkes Wohnwagon- Hotel.

Nachhaltiges Wohnkonzept am Bespiel des Almwagen vom Wohnwagon in GutensteinNachhaltige Wohnkonzepte am Beispiel Almwagen Fanni im Wohnwagon Hotel in GutensteinInnenraumansicht des Almwagen im Wohnwagon, ein Beispiel für nachhaltige Wohnkonzepte, in Gutenstein

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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