Christbaum einmal anders: der Leih-Weihnachtsbaum für Zuhause

Christbaum mit entzündeten Kerzen

Weihnachten ist ohne Christbaum für viele Österreicher undenkbar – der Kauf einer klassischen Nordmanntanne ist jedoch auch unweigerlich mit dem Abscheiden der Pflanze verbunden. Es gibt aber sinnvolle Alternativen, um dem verschwenderischen Christbaum-Sterben Einhalt zu gebieten und dennoch Heilig Abend unter dem Weihnachtsbaum zu verbringen.

Die erste Kältewelle hat sich in Österreich bereits bemerkbar gemacht. Viele denken unweigerlich an Weihnachtsbäckerei, schneebedeckte Landschaften oder an besinnliche Abende mit der Familie oder Freunden.

Mit zunehmenden Minus-Graden steigt aber auch die Vorfreude auf Weihnachten und auf die zugehörige Tradition: Alle Jahre wieder werden kurz vor Heilig Abend Christbäume aufgestellt, die uns in Weihnachtsstimmung versetzen sollen. Rund zwei Drittel aller Österreicher halten an dieser Tradition fest, wobei mehr als 85% der Bevölkerung „echte“ Bäume als Weihnachtsschmuck bevorzugen (MindTake Research GmbH: Österreich liebt Weihnachten traditionell: Zwei Drittel haben einen Christbaum).

viele abgeschnittene Tannen am BodenWie nachhaltig unsere weihnachtliche Tradition tatsächlich ist, darüber wird kaum nachgedacht: Die aufgestellten Weihnachtsbäume in Österreich sind großteils sogenannte „tote“ Pflanzen, die speziell zum Weihnachtsfest abgeholzt, verkauft, entsprechend der Tradition zuhause aufgestellt und nach wenigen Tagen wieder entsorgt werden. Allein in der Hauptstadt Wien werden jährlich etwa 600 Tonnen an Christbäumen eingesammelt und verbrannt (VIENNA.AT: Lebende Christbäume in Wien: Green Rabbit bietet praktische Alternative).

Zahlreiche Institutionen haben diese massenhafte Verschwendung rund um Weihnachten bereits erkannt und nach nachhaltigeren Lösungen gesucht.

Nachhaltige Alternative: Lebender Christbaum

Die beiden österreichischen Unternehmen „Greentree“ und „Gartenbau-Wilhelm“ haben sich dem Verkauf oder der Vermietung von sogenannten „lebenden“ Bäumen verschrieben. Als logische Alternative zur jährlichen Baumvernichtung bleiben lebende Christbäume länger frisch, können auch nach Weihnachten eingesetzt und oft auch mehrere Jahre lang “verwendet” werden. Damit wird die Umwelt geschont, und die Monokultur-Produktion von Christbäumen eingeschränkt.

Entsprechend diesem Konzept werden die Christbäume samt Wurzeln in einem Topf geliefert. Die Kunden können den Baum für eine bestimmte Dauer mieten oder ohne Mehrkosten behalten und nach Weihnachten im hauseigenen Garten einsetzen. Die Christbäume werden in diesem Fall von den betreffenden Unternehmen abgeholt und eingepflanzt. Die grüne Alternative zum herkömmlichen Wegwerf-Christbaum variiert (abhängig von der Größe der Pflanze und vom Anbieter) preislich zwischen 49 und 130 Euro.

Die heimischen Tannen sind allgemein jedoch nicht als Zimmerpflanze geeignet, was die Pflege der lebenden Bäume im Wohnraum erschwert. Der Service erfordert daher einer allmählichen Vorbereitung der Christbäume auf die Zimmertemperaturen. Wer dennoch einen „klassischen“ Christbaum möchte, der sollte zumindest auf Regionalität und Bio-Zertifikat achten: Indem wir auf regionale Anbieter zurückgreifen, können allzu lange Transportwege vermieden und so zu einem nachhaltigeren Weihnachten beigetragen werden.

Einige Betriebe in Österreich haben sich zudem bereits der Produktion von Bio-Christbäumen verschrieben. Gemäß EU Verordnung werden lediglich all jene Unternehmen mit dem Bio-Zertifikat ausgezeichnet, die auf jeglichen Einsatz von chemisch – synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Düngern verzichten.

Weiterführende Links

Österreich:

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Schweiz:

Über Isabella Schulner
Isabella Schulner wurde 1990 in Zwettl geboren und wuchs im Waldviertel auf. Sie studierte Media- und Kommunikationsberatung an der FH St. Pölten. 2015 schloss sie ihr Masterstudium Management am IMC Krems ab und bearbeitete in ihrer Masterarbeit das Thema Führungskräftekommunikation in Veränderungsprozessen. Seit Februar 2013 ist sie bei Gaisberg Consulting in Wien tätig, davor sammelte sie Berufserfahrung in diversen Praktika bei namhaften österreichischen Unternehmen wie Siemens, Wüstenrot oder Raiffeisen Ware Austria.
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