Nachhaltige Alternativen zum Geschenkpapier

Ich gestehe es, ich verzichte nicht gerne! Und zu Weihnachten soll es glitzern, festlich und hübsch geschmückt sein. Dennoch ist es verrückt, dass pro BürgerIn 100 Gramm Geschenkpapier zu Weihnachten anfallen, in anderen Worten geschätzt 10% mehr Papiermüll als im Rest des Jahres. In Deutschland sind das rund 8 000 Tonnen, in Österreich rund 870. (Quelle: mz-web.de, zeit.de). Mehr als genug also, um drastisch zu reduzieren. Tipps, wie das ohne Verzicht auf Glitzer und romantisches Leuchten geht, habe ich versucht zusammen zu tragen.

1.       Leichte Reduktion, kein Verzicht:

Wer auf das übliche Geschenkpapier nicht verzichten möchte, packt das Geschenk sehr vorsichtig aus und verwendet das Papier erneut. In jedem Fall sollte so das Papier von Geschenken, die man bekommt, behandelt werden. Der Nachteil ist, dass das Geschenkpapier beim Öffnen leicht einreißt, zerknittert und oftmals für die Wiederverwendung unbrauchbar wird. Weiters landet nach der zweiten Verwendung, das Papier meist im Müll. Wodurch die Reduktion maximal bei 50% liegt. Zugegeben, wenn jeder das beherzigt, wäre das schon eine enorme Menge.
Kleine Reste können zudem vielfach weiterverwendet werden. Zum Beispiel zum Bekleben alter Schuhkartons und ähnlichem, wodurch wunderschöne Verpackungen zur jährlichen Benutzung entstehen.

2.       Leichte Reduktion, kleiner Verzicht bzw. kleine optische Veränderung:

Wer auf Geschenkpapier nicht verzichten möchte, sollte zumindest nicht alubeschichtetes Schmuckpapier nützen, denn die Produktion ist sehr energieintensiv und das Recyling des Aluminiums aus dem Schmuckpapier sehr schwierig bis unmöglich. Die bessere Alternative ist auf Geschenkpapier aus Altpapier zurückzugreifen zum Beispiel von Laubhaus.

Geschenkpapier mit grünen Koniferenzweigen

© Laubhaus.de

Kind macht mit Kartoffeldruck buntes PapierWer es kreativer mag, und ganz genau wissen möchte, welche Farben zur Herstellung benutzt wurden, kann sein Weihnachtspapier selbst herstellen, hip wird das heutzutage DIY (Do it yourself) genannt! Alles was man dazu braucht ist Backpapier, Kartoffeln und Farbe. In die Kartoffeln kann man schöne Formen schnitzen (z.B. mit einem Keksausstecher), sie mit Wasserfarbe bepinseln und Motive auf das Backpapier drucken. Das macht nicht nur Kindern Spaß! So erhält Ihr Geschenk außerdem zusätzlich eine persönliche Note.

Tolle Ideen und eine Anleitung findet ihr bei Wohnklamotte.de:

4 Geschenkpackerl

© Wohnklamotte.de

Selbst braunes unbedrucktes Backpapier sieht mit hübschen Schleifen, verziert mit Tannenzweigen oder sogar nur mit Paketschnur und selbstgemachten Geschenkanhängern sehr stilvoll aus. Am Blog Miss Chaos and me gibt es dazu allerlei zu entdecken.

Geschenk mit Kupferanhänger

© Miss Chaos and me

Viele weitere Ideen, wie man Backpapier weihnachtlich dekorieren kann, hat Sweetsandlifestyle.com für euch auf Pinterest zusammengetragen:

Pinnwand Nachhaltige Weihnachtsverpackung

3.       Starke Reduktion, kaum Verzicht:

Wie bei Mehrwegflaschen, die den Müll drastisch reduzieren, kann man auch bei der Verpackung Mehrwegmaterialien verwenden, die sogar noch schöner und hochwertiger sind als Geschenkpapier. Wunderschön sehen Präsente in goldenem Tüll oder Organza aus, mehrlagig verwendet, wird es auch blickdicht. Die Stoffe bekommt man auch günstig im Internet, sie bestehen allerdings aus Polyester.

Weiters kann man es auch den Japanern gleichtun, und die Gaben in dickerem Stoff einwickeln.

Näh-Fans können aus diversen Stoffen auch Geschenksäckchen gestalten. DaWanda beschreibt, wie es geht:

Weihnachtliches Stoffsäckchen

© DaWanda

Die Beschenkten können die Verpackung dann einfach retournieren oder selbst weiter verwenden.

4.       Maximale Reduktion, maximaler Verzicht:

Die letzte Option ist für mich in Wahrheit keine, sie lautet nämlich das Geschenk gar nicht zu verpacken. Das finde ich aber unromantisch, denn ist der Nervenkitzel beim Auspacken nicht einer der Gründe, warum wir Mitbringsel so lieben? Oder lässt das Glitzern und Strahlen der aufwändig verpackten Geschenke unter dem Christbaum nicht auch noch das Erwachsenenherz höherschlagen?

Also tobt euch aus, packt dieses Jahr eure Geschenke in allerlei wiederverwendbare Materialien, nutzt alte Kalender, Zeitungen, Stoffe oder gar Tapeten. Auf diese Weise ist nachhaltiges Verpacken bei maximaler Freude garantiert.

In diesem Sinne fröhliches nachhaltiges Schenken!

Über Isabell Riedl
Die Natur hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Spätestens als ich aufgrund der Schönheit eines Tieres zu Tränen gerührt war, wusste ich, dass es meine Aufgabe ist, diese Welt und ihre Schönheit zu bewahren. Im Zuge meines Ökologiestudiums lebte ich 2 Jahre in Costa Rica, wo ich dessen Vogelwelt erforschte. Seit Mai 2012 arbeite ich nun bei der Werner Lampert Beratungs GmbH im Bereich der Nachhaltigkeit und verwalte unter anderem diesen Blog. Seit 2016 versuche ich diese Welt für mein Kind Ruben noch mehr zu schützen.
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